Nach Angriff auf ZDF-Team

„heute show“: Welke richtet mahnende Worte an die Zuschauer - mal ganz ohne Witz

In Berlin ist am 1. Mai ein Team der ZDF-„heute show“ von 15 Personen angegriffen worden. Oliver Welke und Abdelkarim diskutieren in der Sendung.

  • Eine Gruppe von Personen hat am 1. Mai ein ZDF-Team angegriffen.
  • 15 Personen attackierten die Mitarbeiter der „heute show“.
  • Mindestens fünf der sieben Personen wurden dabei verletzt.

Update vom 8. Juli: Nun ist es auch zu einem Angriff auf ein Kamerateam von RTL gekommen. Die Polizei hat einen konkreten Verdacht über die Hintergründe.

Update 9. Mai, 12.58 Uhr: Wie würde die heute-Show in ihrer ersten Ausstrahlung nach dem brutalen Überfall weitergehen, fragten sich viele. Moderator Oliver Welke ging anfangs nur kurz darauf ein, dann folgte eine Sendung über einen digitalen Parteitag, Staatshilfen für Steuervermeider und Corona als „Ausrede für alles“ - eine typische heute Show eben. Sollte das schon alles gewesen sein? 

Nein, denn zum Ende der Sendung holte Welke den Abdelkarim Zemhoute ins Studio - vieles klingt so, als sei die Aktion geplant gewesen, war das Fazit des Gesprächs der beiden. Zum Abschluss der Sendung bedankte sich Welke für die vielen guten Wünsche der Zuschauer und traf mit seiner Frage an die Angreifer den Nagel auf den Kopf: „Ist es wirklich konsequent, am Rande von Veranstaltungen, die sich angeblich für Grundrechte einsetzen, ausgerechnet die Pressefreiheit - im wahrsten Sinne des Wortes - mit Füßen zu treten?“

Im Juni geht die „heute-show“ in Sommerpause*. Der Termin für die Rückkehr steht vorab fest.

„heute show“: ZDF-Moderator Abdelkarim spricht von „Kriegsfilm-Bild“

Update 5. Mai, 17.41 Uhr: Den Überfall auf sein ZDF-Kamerateam am Freitag in Berlin hat der Satiriker Abdelkarim wie einen brutalen Kriegsfilm erlebt. Als die 15 bis 20 Angreifer wie aus dem Nichts auf das Team zugestürmt seien, habe er instinktiv die Flucht ergriffen, sich aber kurz darauf umgedreht, um die Situation zu erkennen, sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur: „Das war wie ein richtig hässliches Kriegsfilm-Bild, ein Haufen aggressiver Menschen, die auf andere wehrlose Menschen einschlugen. Manche lagen schon auf dem Boden. So etwas habe ich noch nie erlebt, so feige, brutal und asozial. Ich wusste sofort, dass ich keine Chance habe, da irgendwie zu helfen.“ Er habe dann Polizisten gesucht und alarmiert.

Abdelkarim.

Ob es zuvorStreit zwischen Demonstranten und dem Team gegeben hat, ist weiterhin unklar. Abdelkarim sagte: „Es gibt wohl Berichte, dass Demonstranten Streit mit dem Team hatten, weil sie nicht gefilmt werden wollten. Wenn es so einen Streit gegeben haben sollte, dann auf jeden Fall nicht in meiner Gegenwart.“ Er habe während der gesamten Dreharbeiten „keinen Streit mitbekommen“. Allerdings habe das Team auch zwischenzeitlich selbstständig einige Eindrücke von der Demonstration gedreht. Die Polizei äußerte sich am Dienstag nicht zu einem angeblichen Streit.

Attacke auf Team der „heute show“ in Berlin: Aufgetauchtes Video zeigt brutale Szenen

Update 5. Mai, 15.10 Uhr: Ein Video, das Bild.de (hinter der Bezahlschranke) veröffentlicht hat, zeigt die Szene des Angriffs auf das heute Show-Team.

Die Aufnahmen bei Bild.de stammen von einer Überwachungskamera, die in einiger Entfernung schräg über dem Tatort angebracht ist. Darauf ist zu sehen, wie Angreifer in schwarzen Jacken sich über das am Boden liegende Fernsehteam hermachen. Etwas entfernt liegt ein Bodyguard des Teams, der auch sichtlich angeschlagen ist. 
Die beiden Angreifer fliehen dann, zwei weitere Personen in schwarzen Jacken folgen.

„heute Show“: Möglicherweise kam es zum Streit vor dem Angriff

Update 5. Mai, 12.09 Uhr: Wie schwierig die Aufklärung des Vorfalls um ein Team der ZDF heute Show ist, zeigt jetzt ein neues Detail, das aber noch nicht bestätigt wurde. Der Berliner Tagesspiegel schreibt von neuen Informationen, die der Zeitung vorliegen sollen. Demnach soll es vor dem Angriff auf das Fernsehteam zu einem Streit gekommen sein - möglicherweise hätten die späteren Angreifer dabei zum Ausdruck gebracht, dass sie nicht gefilmt werden wollen. 

„heute Show“: Verdächtige gehören möglicherweise der linken Szene an

Update 4. Mai, 16.30 Uhr: Nach dem Angriff auf ein ZDF-Team am 1. Mai in Berlin gestalten sich die Ermittlungen schwierig. Die Aufklärung der Tat sei "angesichts der Dynamik und Unübersichtlichkeit des Geschehens" aufwändig, teilten Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mit. Es sei eine Vielzahl von Zeugen zu vernehmen. Bisher vorliegende Aussagen "ergeben nicht in allen Details ein einheitliches Bild", hieß es.

Zur Aufklärung des Überfalls wertet die Kriminalpolizei nun Fotos oder Videos aus. „Bildmaterial vom unmittelbaren Tatgeschehen, der Tatumgebung“ sowie dem Verhalten der Täter vor und nach dem Angriff werde gesichtet, hieß es.

Sechs Verdächtige, die am Freitag festgenommen und am Samstag wieder freigelassen wurden, seien „nach polizeilichen Erkenntnissen teilweise der ‚linken Szene‘ zuzurechnen“. „Ob dieser Umstand möglicherweise die Tatmotivation begründete, ist aktuell Gegenstand der Ermittlungen“. Ebenso werde untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen der Tat und einer Demonstration in der Nähe gab.

Berlin: Angriff auf Team der „heute show“ - Regierungssprecher Seibert findet drastische Worte

Update 4. Mai, 13.10 Uhr: Regierungssprecher Steffen Seibert hat sich zu dem brutalen Angriff auf ein Team der „heute show“ geäußert. „Die Bundesregierung verurteilt diese Tat auf das Schärfste“, betonte er bei der Bundespressekonferenz am Montagmittag. Innenminister Horst Seehofer (CSU) habe am Sonntag die Haltung der gesamten Bundesregierung ausgedrückt.

Über Motive der Täter könne er nicht sprechen, sagte Seibert, Näheres müsse die Polizeiarbeit ergeben. Allerdings betonte der Regierungssprecher, wer Journalisten angreife, stehe „weit außerhalb der demokratischen Grundordnung“ und trete die Pressefreiheit buchstäblich mit Füßen.

Seehofer hatte zuvor erklärt, wer Journalisten attackiere, müsse „die Kraft unsere Rechtsstaates zu spüren bekommen“: „Es geht hier um die Grundwerte unseres Gemeinwesens.“

„heute show“: Trotz brutaler Attacke - alle Verdächtigen wieder frei

Update 21.00 Uhr: Nach dem Angriff auf ein ZDF-Team der „heute show“ sind die sechs festgenommenen Tatverdächtigen wieder auf freiem Fuß. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Abend mit. Einen Haftbefehl gegen die Verdächtigen habe es nicht gegeben: Bei vier der Festgenommenen habe kein dringender Tatverdacht vorgelegen, bei zwei seien keine Haftgründe gegeben gewesen.

Bei den Festgenommenen soll es sich laut der Polizei um vier Männer im Alter von 24, 25 und 31 Jahren handeln sowie um eine 25-jährige und eine 27-jährige Frau. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte sich nicht weiter zu möglichen Hintergründen der Tat oder der Identität der Festgenommenen äußern. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen die Tatverdächtigen dem linken Spektrum zuzurechnen sein. Diese Information wurde bislang jedoch nicht bestätigt.

Berlin: „heute Show“-Team nach Dreh auf der Straße angegriffen - Täter sollen äußerst brutal vorgegangen sein

Das siebenköpfige ZDF-Team hatte am Freitagnachmittag bei einer Demonstration gegen die Corona-Regeln, an der auch Rechtspopulisten und Anhänger von Verschwörungstheorien teilgenommen hatten, gefilmt. Auf dem Rückweg zu ihren Fahrzeugen wurden sie laut Polizei von 20 bis 25 Vermummten angegriffen. Diese sollen das Team geschlagen und getreten haben. Auch eine Metallstange sei im Einsatz gewesen. 

Wie das ZDF am Samstag bekanntgab, handelte es ich bei den Verletzten um einen Redakteur, einen Kameramann, einen Kameraassistent sowie drei Security-Mitarbeiter, die das Kamerateam begleitet hatten. Alle sechs hätten das Krankenhaus bereits am Freitag wieder verlassen, hieß es weiter. Reporter Abdelkarim, der bei dem Angriff unverletzt blieb, bedankte sich am Samstag auf Twitter bei den Sicherheitsleuten, Zeugen, Polizisten und Rettungssanitätern für ihre Hilfe. „Nach Einschätzung eines Sicherheitsmannes hatten wir Glück im Unglück. Das Ganze hätte auch viel tragischer enden können“, schrieb er.

Besonders schockiert zeigt sich auch Harald Ortmann, Geschäftsführer von TV United, der Produktionsfirma, die den Kameramann und den Tonassistenten für die Dreharbeiten stellte. „Sie sind mit Totschlägern auf das Team los. Unserem Tonassistenten wurde ins Gesicht getreten - mit einer Brutalität, mit der man in Kauf genommen hat, dass es ein Mensch nicht überlebt“, zitiert ihn das ZDF. "Ich war früher selbst als Kameramann tätig und habe das in über 30 Jahren nicht erlebt. In unserem Land sind es Teile der Bürger, die so mit den Medien umgehen. Das finde ich alarmierend."

Angriff auf "heute Show"-Team: Polizei nennt drastische Details, ZDF reagiert geschockt

Update 11.41 Uhr: Die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik sprach am Samstag im Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) von insgesamt sechs festgenommenen Personen. Über mögliche politische Hintergründe der Attacke vom Freitagnachmittag wollte sie unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen noch nichts sagen.

Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen. Nach Angaben des ZDF geschah der Angriff während der Dreharbeiten für die Satiresendung „heute-show“. Dabei seien fünf Teammitglieder attackiert und verletzt worden, teilte der Sender in Mainz mit.

Nach den Worten der Berliner Polizeipräsidentin war das Team gegen 16.25 Uhr in einer Drehpause in der Rochstraße im Stadtteil Mitte unvermittelt attackiert worden. Die ZDF-Mitarbeiter seien von einer Gruppe von bis zu 20 vermummten Personen angegriffen worden. Slowik sprach von einem „durchaus wirklich feigen Angriff“. Die ZDF-Mitarbeiter seien massiv geschlagen worden, mehrere Verletzte hätten im Krankenhaus behandelt werden müssen, eine Person sei stationär aufgenommen worden.

Berlin: 15 Personen prügeln "heute Show"-Team in Klinik - ZDF mit drastischen Worten, Maas geschockt

Update 9.45 Uhr: Außenminister Heiko Maas zeigt sich schockiert und hat warme Worte für das ZDF-Team parat: „Ich wünsche dem Team der heuteshow, das heute auf erschreckende Art und Weise angegriffen worden ist, gute Besserung. Wir stehen an Eurer Seite! Lasst Euch Euren Humor und Eure Leidenschaft nicht nehmen von feigen Gewalttätern.“

Update 2. Mai, 8.56 Uhr: Nach dem heftigen heftigen Angriff einer 15-köpfigen Gruppe auf das Team der ZDF-“heute Show“ in Berlin empört sich der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbands, Frank Überall: "Das war ein feiger und durch nichts zu rechtfertigender Überfall auf Journalisten, die ihrer Aufgabe der Berichterstattung nachgekommen sind. Ich hoffe, dass die Attacke gründlich aufgeklärt wird und die Täter juristisch zur Verantwortung gezogen werden." 

Es handele sich um einen Angriff auf die Pressefreiheit. Ähnlich hatte zuvor ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler den Angriff verurteilt. "Die Pressefreiheit ist - gerade in diesen Tagen - ein hohes Gut. Unsere Sorge gilt nun jedoch zuallererst den Teammitgliedern und ihrer Gesundheit."

Auch die Redakteursausschüsse von ARD, ZDF und Deutschlandradio reagierten in einer Mitteilung. "Unsere Reporterteams sind weltweit unterwegs, um die Menschen über Ereignisse und Entwicklungen zu informieren. Auch Satiresendungen wie die heute-show gehören zum Auftrag der Meinungsbildung", stellten sie klar. Die Bundesgeschäftsführerin der Journalisten-Gewerkschaft dju, Cornelia Berger, sprach angesichts des Angriffs von einem "Alarmsignal auch für die politisch Verantwortlichen".

Update 22.05 Uhr: Nun hat die ZDF-“heute show“ im Netz auf die Attacke in Berlin reagiert. Kurz vor der Ausstrahlung der Sendung um 22.15 Uhr postete die Redaktion über Instagram: „Bei einem Dreh heute in Berlin ist unser Kamerateam angegriffen worden. Mehrere Teammitglieder sind im Krankenhaus, unser Reporter Abdelkarim ist unverletzt. Wir sind schwer betroffen und wünschen den Kollegen schnelle Genesung.“

Weiter heißt es: „Diese Nachricht erreichte uns erst nach der Aufzeichnung der heutigen Sendung.“ Somit wird Oliver Welke zu dem Vorfall keine Stellung beziehen.

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Berlin: Gruppe attackiert ZDF-Team der „heute show“ - fünf Verletzte, vier im Krankenhaus

Erstmeldung vom 1. Mai:

Berlin - In der Hauptstadt hat sich die Polizei intensiv auf die Demonstrationen zum 1. Mai vorbereitet. Mit einem Großaufgebot von 5000 Mann rückte man aus.* Doch bereits am Nachmittag kam es in Berlin zu einem bitteren Vorfall.

Ein Kamera-Team des ZDF wurde in der Nähe des Alexanderplatzes im Stadtteil Berlin-Mitte von einer Gruppe von 15 Personen angegriffen. Das berichtet die Polizei. Nach Sender-Angaben handelte es sich um ein Team der Satire-Sendung „heute show“.

Dabei wurden nach Angaben der Polizei fünf Personen des siebenköpfigen Teams verletzt. Eine Polizeisprecherin berichtete zudem von vier Personen, die nach ersten Erkenntnissen verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

„heute show“: ZDF-Team in Berlin attackiert - Polizei nimmt sechs Personen fest

Die Polizei nahm nach eigenen Angaben fünf Männer und eine Frau als Tatverdächtige im nahen Umfeld der Tat fest.

Nach ZDF-Angaben war das Team nach Dreharbeiten auf dem Weg zu seinen Fahrzeugen. Dann wurde die Gruppe angegriffen. Weitere Details zu der Attacke sind bislang nicht bekannt. Die Polizei ermittelt zu den Hintergründen.

ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler verurteilt den Angriff. „Die Pressefreiheit ist - gerade in diesen Tagen - ein hohes Gut“, erklärte Himmler. „Unsere Sorge gilt nun jedoch zuallererst den Teammitgliedern und ihrer Gesundheit.“

1. Mai in Berlin: Polizei im Dauereinsatz - Angriff auf „heute show“-Team

Wegen der geplanten Demonstrationen zum 1. Mai, die trotz Verbots angesichts der Corona*-Beschränkungen angekündigt wurden, ist die Polizei in Berlin im Großeinsatz. Ob die Attacke auf das Fernseh-Team mit den Demonstrationen in Zusammenhang steht, ist nicht bekannt. Diese finden allerdings vor allem in anderen Stadtteilen statt. In Kreuzberg versammelten sich am Abend etwa knapp 1000 Personen. Linke und Linksradikale hatten im Internet zu Protesten dort aufgerufen. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte angekündigt, nicht genehmigte Demonstrationen und größere Ansammlungen schnell aufzulösen.

In München kam es bereits in der Nacht zum 1. Mai zu einer heftigen Massenschlägerei, wie tz.de* berichtet.

Dieter Nuhr (ARD): Auf Twitter ärgern sich Zuschauer über den Comedian. Er zieht mit geschmacklosen Vergleichen über Angela Merkel und Christian Drosten her.

In NRW ist eine Polizeikontrolle eskaliert. Ein Beamter wurde durch Schüsse schwer verletzt. In Berlin wurde indessen ein ARD-Kamerateam attackiert. Der Sender bezog deutlich Stellung. 

rjs

*merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Screenshot ZDF

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