Schulleistungsvergleich zeigt:

Bestnoten für Grundschüler im Süden

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Bayerns Grundschüler können am besten lesen und rechnen (Archivbild).

Berlin - Nach einem Grundschul-Bundesländervergleich steht fest: Im Süden lernen die Kinder vielfach besser. Alle Stadtstaaten haben Probleme. Es gibt ein breites Mittelfeld.

Bayerns Grundschüler bekommen in einer aktuellen Bildungsstudie Bestnoten beim Lesen und Rechnen. Auch beim Verständnis von Texten liegen sie ganz vorne. Der Grundschulleistungsvergleich nach Bundesländern wurde am Freitag offiziell von der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgestellt. Der dpa lag die Untersuchung bereits vorab vor. Bildungsgewerkschafter melden Zweifel am Sinn und Zweck der Studie an.

In allen drei getesteten Disziplinen - Lesen, Zuhören, Mathematik - dominieren in der Spitzengruppe überwiegend Länder aus dem Süden Deutschlands. Danach folgt im Leistungsranking ein sehr breites Mittelfeld mit marginalen Punktunterschieden. Erhebliche Probleme in allen Bereichen haben dagegen die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stellte die Rangliste offen in Frage: „Es sind immer die gleichen Länder an der Spitze und die gleichen am Ende“, sagte die GEW-Vizevorsitzende Marianne Demmer der Nachrichtenagentur dpa. „Warum das so ist, ist auch zehn Jahre nach der ersten Pisa-Studie ein Buch mit sieben Siegeln. Und wie es zu ändern wäre, ist gänzlich unerforscht.“

Demmer forderte „neue Akzente in der Bildungsforschung“. Sinnvoller sei es, nicht komplette Bundesländer, sondern wirtschaftlich und soziokulturell ähnliche Regionen miteinander zu vergleichen.

Für den ersten rein innerdeutschen Grundschulleistungsvergleich wurden im vergangenen Jahr mehr als 30 000 Viertklässler an über 1300 Grund- und Förderschulen getestet. Anders als bei den internationalen Schulleistungsstudien PISA, IGLU und TIMSS wurden die Testaufgaben für den nationalen Vergleich allein aus den von den Kultusministern verabredeten neuen bundesweiten Bildungsstandards entwickelt. Sie beschreiben, was ein Schüler am Ende der jeweiligen Jahrgangsstufe können soll.

Beim Lesen liegen in der Spitzengruppe Bayern (515 Punkte), Sachsen (513), Sachsen-Anhalt (511) und Thüringen (510) dicht beieinander. Die Schlusslichter Hamburg (478), Berlin (467) und Bremen (463) liegen dagegen deutlich unter dem Bundesschnitt von 500 Punkten. Rund 60 Punkte entsprechen dem Lernfortschritt von einem Schuljahr.

In der Mathematik bilden Bayern (519), Sachsen und Sachsen-Anhalt (beide 517) sowie Baden-Württemberg (512) die Spitzengruppe. Klar unter dem Mittelwert von 500 Punkten liegen dagegen Brandenburg (491) Schleswig-Holstein (487) und Hessen (484) sowie die Stadtstaaten Hamburg (470) Bremen (452) und Berlin (451).

Getestet wurde auch, wie gut Schüler aus Gehörtem Informationen ziehen können. Bayern liegt hier ebenfalls ganz vorne (513) und deutlich über dem deutschen Mittelwert - gemeinsam mit Baden-Württemberg (509), Schleswig-Holstein (507) und Niedersachsen (507). Am Ende der Skala stehen beim Zuhören das Saarland (484), Berlin (472) und Bremen (467).

Die Untersuchung bestätigt frühere Erkenntnisse, wonach Jungen besser rechnen, die Mädchen dagegen besser lesen und schreiben können. Dies wird besonders bei der Orthografie deutlich. Dort sind die Mädchen den Jungen im Schnitt um 32 Punkte voraus - was dem Lernfortschritt von einem halben Schuljahr entspricht.

dpa

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