UN-Generalsekretär Ban Ki Moon besorgt

Anti-Amerika-Proteste in Kairo dauern an

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Für Freitag haben Islamisten einen „Millionen-Menschen“-Protest gegen den US-Film angekündigt.

Kairo - In der arabischen Welt dauern die durch ein islamfeindliches Video angestachelten Proteste aufgebrachter Muslime an. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich tief besorgt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich „tief besorgt“ über die gewaltsamen Proteste in Libyen und weiteren arabischen Ländern gegen ein islamfeindliches Schmähvideo gezeigt. Nichts rechtfertige solche Tötungen und Angriffe, erklärte Ban nach Angaben seines Sprechers am Donnerstagabend (Ortszeit) in New York. Zugleich verurteilte der UN-Chef den „hasserfüllten Film, der offensichtlich ganz bewusst angefertigt wurde, um Fanatismus und Blutvergießen zu säen.“ Er rief zu Ruhe und Zurückhaltung auf. Angesichts zunehmender Spannungen brauche es Dialog, gegenseitigen Respekt und Verständnis, so Ban.

Bei Angriffen auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi waren in der Nacht zum Mittwoch vier Amerikaner getötet worden. Im Jemen starben am Donnerstag vier Menschen bei Angriffen auf die US-Botschaft. Bei gewaltsamen Demonstrationen gegen den in den USA produzierten Film wurden vor der US-Vertretung in Kairo über 220 Menschen verletzt.

In der ägyptischen Hauptstadt protestierten noch am frühen Freitagmorgen hunderte Menschen in dem Bezirk um die US-Botschaft. Am Donnerstag waren laut staatlichem Fernsehen bei Straßenschlachten mit Sicherheitskräften mehr als 220 Menschen verletzt worden. Für Freitag haben Islamisten einen „Millionen-Menschen“-Protest angekündigt. Sie fordern eine offizielle Entschuldigung der USA, da das Video, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, dort produziert wurde. Auch in anderen arabischen Ländern wird nach den Freitagsgebeten mit anti-amerikanischen Protesten gerechnet.

dpa

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