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„Zipfelmensch“ statt Weihnachtsmann: Schoko-Figur von Penny ist wieder da

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Von: Ulrike Hagen

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Penny hat schon mit Regenbogenweihnachtsmännern die Gemüter erhitzt. Nun legt der Discounter mit dem „Zipfelmenschen m/w/d“ erneut nach. Und die Kunden drehen durch.

Update vom 24. November 2022: Discounter „Penny“ setzt pünktlich zur WM dieses Jahr ein Zeichen gegen Homofeindlichkeit im Fußball – mit dem umstrittenen „Zipfelmenschen“. Unter dem Motto: „Der Ball ist rund und die Welt ist bunt“, bewarb Penny auf Facebook seine Schokolade. In einer Pressemitteilung heißt es zudem: „Vom Verkaufserlös spendet Penny 0,20 Euro der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld für das Projekt: Fußball für Vielfalt.“

Erstmeldung vom 14. Dezember 2021: Köln – Alle Jahre wieder.... löst Penny vor Weihnachten* mit seinen deutlichen, in Schokoladeform gegossenen LGBTQ-Statements irre Debatten im Netz aus. Jetzt setzt der Discounter nach dem fast schon etablierten „Zipfelmann“ – besser bekannt als Regenbogenweihnachtsmann – noch einen drauf: 2021 gibt‘s zur Weihnachtszeit der/die/das genderneutrale „Zipfelmensch-Figur m/w/d“. Und ähnlich wie bei Aldi, der einen Shitstorm wegen einer zu heterosexuellen Karottenfamilie erntet, nur – äh – andersrum, tobt nun eine wilde Diskussion um den Schokoladen-Hohlkörper des Discounters.

Unternehmen:Penny-Markt
Hauptsitz:Köln
Gründung:1973
Umsatz:8 Milliarden Euro (Deutschland)
Mitarbeiter:28.000
Filialen in Deutschland:2150

Zipfelmensch-Figur (m/w/d) statt Weihnachtsmann bei Penny: Kunden zerreißen Discounter im Netz

Der Discounter Penny erklärt seinen neusten Gender-Coup auf seiner Facebook-Seite so: „Geliebt, gehasst, gefeiert: Der gute alte Zipfelmann. Wie seine Community hat er in den letzten Jahren viel erlebt und sich weiterentwickelt. Nun legt er sein Mäntelchen ab und sagt Adé zu seiner binären Geschlechterrolle - wir möchten, dass sich alle mit der kleinen Kultfigur identifizieren können. Heraus kommt: Ein Zipfelmensch für alle“. Das ist für viele fast so heftig wie die Forderung, Weihnachtskrippen umzugestalten, weil sie diskriminierend seien.

Ein Zipfelmensch (m/w/d) und das Penny Markt Logo
Non-binäre Süssigkeit: Penny Markt bringt den „Zipfelmensch (m/w/d)„ zu Weihnachten heraus. (24hamburg.de-Montage) © Arnulf Hettrich/imago

Penny Kunden stinksauer: „Steckt euch euern Zipfelmensch in den A***h, ihr Traditionshasser!“

Innerhalb von Stunden hagelt es Tausende Kommentare auf den Beitrag, in dem das Unternehmen ein Gewinnspiel auslobt, in der die Schokofigur als exklusives Sammelstück – numeriert und limitiert auf 100 Stück – zu erbeuten ist: „Kommentiert einfach, womit ihr unsere Zipfelmenschen verbindet“, lautet die Aufforderung an die Community. Und die legt munter drauflos: „Penny.... steckt euch euern Zipfelmensch in den A***h , ihr Traditionshasser“, „An Lächerlichkeit nicht zu überbieten dieser Post! Wollt Ihr alles neu erfinden?“.

Steckt euch euern Zipfelmensch in den A***h, ihr Traditionshasser!

Kommentator auf Facebook zu Pennys Zipfelmenschen

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Penny erklärt Anti-Weihnachtsmann: „Unser Zipfelmensch steht weiterhin für Toleranz“

Einige Kunden sehen in der non-binären – also nicht gender-spezifischen – Süßware gar einen Affront, aus dem sie drastische Konsequenzen ziehen: „Penny wird ab sofort boykottiert“. Der Discounter jedoch bleibt cool: „Tschüss, wir wünschen dir alles Gute!“ Ein Supermarkt, ein Wort – Penny steht voll und ganz zu der geschlechtsneutralen Schoko-Weihnachtsfigur: „Unser Zipfelmensch steht weiterhin für Toleranz und ein friedliches Miteinander, ganz egal, mit welchem Gender man sich identifiziert, wen man liebt oder welche Feste man feiert. Die Zipfelmenschen sind wie wir. Verschieden und doch in einer Sache gleich.“

Pennys Zipfelmensch spaltet die Netz-Community in Super-Fans und Hater

Den Hatern der Kampagne des Discounters, der schon mit der Eröffnung seiner Reeperbahn-Filiale mit Olivia Jones ein Statement lieferte*, steht ebenfalls eine Fan-Übermacht des Schoko-Statements gegenüber. „Ich liebe es einfach, wie ein Schokoladenhohlkörper Wutbürger:innen triggert. Versüßt mir den Advent“, freut sich eine Userin, „Penny war der erste Supermarkt, in welchem ich an der Tür die Regenbogen-Flagge entdecken konnte. Und streckenweise ist es noch immer der Einzige. Daher ist der Zipfelmensch eine Art Oscar für vorbildliches Verhalten“, schwärmt ein anderer.

Drei sogenannte „Zipfelmenschen“ (m/w/d) von Penny
Der „Zipfelmensch“ ist eine non-binäre Weihnachtsfigur von Penny. © Penny Markt

Viele Menschen feiern Penny für Zipfelmensch-Aktion: „Würde mich bei Euch sogar zum Putzen bewerben“

„Ich verbinde euren Zipfelmensch mit einer absolut coolen Social Media Abteilung, die aktiv und gewissenhaft darauf achtet, dass Toleranz verbreitet wird und sich absolut lässig aber streng Hasskommentaren entgegen stellt. Ich find es mega, dass ihr lieber Follower verliert als Hass durch gehen zu lassen. Wenn ich nicht so weit weg wohnen würde tät ich mich ja bewerben, und sei es nur zum Putzen“, begeistert sich gar ein neuer Super-Fan.

Shitstorm-Mob tobte schon beim Regenbogenweihnachtsmann von Penny

Schon die Edition des Penny*-Schoko-Zipfelmanns in Regenbogenfarben hatte im Netz zu wilden Spekulationen darüber geführt, ob der „Untergang des Abendlandes“ bevorstünde. Es dürfte dieselbe Community auf den Plan gerufen haben wie die, die bei den Regenbogenbänken für Toleranz für Zoff sorgten.

Nun also wiederholt sich der Advents-Schoko-Battle. Und das in Zeiten, in denen Lego sein Spielzeug gendereutral machen will, und inzwischen selbst die katholische Jugend so progressiv ist, dass sie Gott gendern möchte. Aber bei Weihnachten hört wohl für viele einfach der Spaß auf. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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