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Zensus 2022: 800.000 Menschen in Niedersachsen werden befragt

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Von: Marcel Prigge

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Der Zensus 2022 startet. Rund 800.000 Niedersachsen werden an der Befragung teilnehmen. (Symbolbild)
Der Zensus 2022 startet. Rund 800.000 Niedersachsen werden an der Befragung teilnehmen. (Symbolbild) © Daniel Karmann/dpa

Am Sonntag startet auch in Niedersachsen der Zensus 2022. Nach einjähriger Verschiebung werden nun rund 800.000 Menschen an der Haushaltsbefragung teilnehmen.

Niedersachsen – Am Sonntag startet bundesweit der Zensus 2022. Nach pandemiebedingter, einjähriger Verschiebung starten auch in Niedersachsen die Befragungen. Rund 800.000 Menschen in Niedersachsen müssen dazu Fragen beantworten.

Zensus 2022: 800.000 Menschen werden im Zuge der Haushaltsbefragung der Volkszählung befragt

Dafür werden im Rahmen der Haushaltsbefragung in Niedersachsen rund 800.000 Menschen – allein im Kreis Diepholz 25.000 – befragt. Im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung werden sogar von rund 2,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen Daten erhoben. Diese erhalten ein Schreiben mit Online-Zugangsdaten. Im Internet müssen sie unter anderem Fragen zur Wohnungsgröße, zum Baujahr des Gebäudes und zum Wohnungsleerstand beantworten.

Von den etwa 800.000 Menschen, die an der Haushaltsbefragung teilnehmen werden, erhalten etwa ein Drittel einen zusätzlichen Fragebogen, in dem es um den Berufsstand sowie der Bildung der Person geht. Wie dieser Fragebogen ausgefüllt wird, kann vor Ort mit dem Interviewer besprochen werden.

Volkszählung 2022: Zensus startet mit Personenbefragungen ab dem 16. Mai

Nach Angaben des Landesamts für Statistik starten die Personenbefragungen ab dem 16. Mai. Die speziell geschulten Interviewer klingeln zum angegebenen Termin an der Haustür. Dafür wurden Anfang des Jahres noch Helfer gesucht. Die Personen weisen sich zu Beginn des Gesprächs mit ihrem Erhebungsbeauftragtenausweis verbunden mit einem amtlichen Lichtbildausweis aus. Das eigentliche Interview dauert dann nur wenige Minuten und kann kontaktarm vor der Tür geführt werden, denn es besteht kein Anspruch auf Zutritt in die Wohnungen. Immer wieder kommt es zu Diskussionen, wer die Befragungen durchführen darf.

52 kommunale Erhebungsstellen für die Befragungen des Zensus 2022 zuständig

In Niedersachsen wurden 52 kommunale Erhebungsstellen eingerichtet. Die sind in den jeweiligen Kreisen für die Befragung in den Haushalten sowie an Anschriften mit Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften zuständig. In Wildeshausen hat bereits am 1. November die Stelle ihre Arbeit aufgenommen.

Fragen Zensus 2022: Was kommt bei der Haushaltsbefragung für die Volkszählung auf die Menschen zu?

Was ist der Zensus und worüber müssen die befragten Personen Auskunft geben? Die Befragung dient der Ermittlung der Einwohnerzahl, aber auch der Erhebung anderer Merkmale. Sie teilt sich auf in die Kurzbefragung Haushalte und die Haushaltebefragung.

Darin werden zum Beispiel Daten zum Geschlecht, Familienstand, zur Staatsangehörigkeit und das Geburtsdatum abgefragt. Auch werden die Daten zur Anzahl der Bewohner des Haushaltes erhoben.

Zensus in Niedersachsen: Bei der Volkszählung werden Fragen zu Name, Geschlecht, Familienstand und Staatsangehörigkeit beantwortet

Etwa 800 000 zufällig ausgewählte Menschen aus Niedersachsen werden demnach unter anderem zu Name, Geschlecht, Familienstand und Staatsangehörigkeit befragt. Etwa drei Viertel der Menschen werden laut Statistischem Bundesamt zudem Fragen aus einem erweiterten Fragebogen gestellt. Dabei geht es etwa um den Schulabschluss oder den Beruf.

Bundesweit werden 100 000 sogenannte Erhebungsbeauftragte im Einsatz sein. In Niedersachsen fehlten bis vor wenigen Tagen noch immer rund fünf Prozent davon, vor allem im ländlichen Raum und auf den Ostfriesischen Inseln, hieß es vom Landesamt für Statistik.

Zensus 2022: Interview wird zu einem angekündigten Termin durchgeführt – Dauer

Der jeweilige Interviewer kommt zu einem vorher angekündigten Termin. Allen ausgewählten Menschen werden Fragen etwa zu Alter, Familienstand oder Haushaltsgröße gestellt. Das dauert fünf bis zehn Minuten. Die erweiterte Befragung dauert weitere 10 bis 15 Minuten. Man kann diese Fragen entweder direkt im persönlichen Gespräch beantworten, einen Papier-Fragebogen ausfüllen oder später online antworten.

Bei der Gebäude- und Wohnungszählung finden keine persönlichen Interviews statt. Die Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Verwaltungen von Wohnraum erhalten zum Stichtag ein Schreiben mit Online-Zugangsdaten.

Die Erhebungen sollen bis Mitte August abgeschlossen sein. Die Ergebnisse des Zensus 2022 liegen voraussichtlich ab Ende 2023 vor. Die Europäische Union verpflichtet ihre Mitgliedstaaten, alle zehn Jahre einen Zensus durchzuführen. Turnusmäßig wäre dies in Deutschland 2021 der Fall gewesen - der Termin wurde aber wegen der Corona-Pandemie verschoben.

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