Millionengewinn für einen Hamelner Gastronom

Von Wulff bis Edathy - Niedersachsens Gewinner und Verlierer 2014

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Der Hotelfachmann und dreifache Vater gewann in der RTL-Quizshow "Wer wird Millionär?" eine Million Euro.

Hannover - Von Marco Hadem. Bald ist 2014 Geschichte. Ob das Jahr im Rückblick als Erfolg oder Niederlage gewertet wird, liegt wie im Auge des Betrachters. Fest steht: An überraschenden Gewinnern und Verlierern mangelt es auch in Niedersachsen nicht.

Gewinner:

STEFAN HELL: Der Göttinger Wissenschaftler erhielt in diesem Jahr den Chemie-Nobelpreis. Sein Forschungsgebiet ist die Optik, im Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen arbeitet der Physiker eng mit Biologen und Chemikern zusammen. Lange Jahre galt der Vater von drei kleinen Kindern als Exot und Außenseiter, dank der Auszeichnung aus Stockholm ist sein Name nun weltweit ein Begriff.

THORSTEN FISCHER: Der Hotelfachmann und dreifache Vater gewann in der RTL-Quizshow "Wer wird Millionär?" eine Million Euro. Fischer ist insgesamt der neunte nichtprominente Kandidat, der die Millionenfrage richtig beantworten konnte. Seither dürften mehr Menschen wissen, dass Berlin ungefähr so weit vom Erdmittelpunkt entfernt ist wie von New York.

CHRISTIAN WULFF: Der ehemalige Bundespräsident gehört nach dem Freispruch in seinem Korruptionsprozess im Februar sicherlich zu den Gewinnern des Jahres. 105 Tage musste das einstige Staatsoberhaupt auf der Anklagebank des Landgerichts Hannover auf das Urteil warten. Für seine politische Karriere hat der Freispruch zwar keine Konsequenzen, zumindest sein angekratzter Ruf wurde durch den Richterspruch aber aufpoliert. Wulff hat inzwischen eine Anwaltskanzlei in Hamburg eröffnet.

FRIEDRICH JOUSSEN: Eineinhalb Jahre nachdem er auf dem Chefsessel des Reisekonzerns Tui Platz genommen hat, gelang Joussen Ende Oktober mit der Fusion mit der umsatzstarken britischen Tochter Tui Travel sein bisher größter Erfolg. Damit schaffte der Manager es, die Tui zum Weltmarktführer in der Reisebranche auszubauen.

Verlierer:

SEBASTIAN EDATHY: Der ehemalige Bundestagsabgeordnete zählt zu den großen Verlieren des Jahres. Am 10. Februar durchsuchten Ermittler Wohnungen und Büroräume des SPD-Politikers in Berlin und in seiner Heimat Niedersachsen. Der Vorwurf: Edathy soll über das Internet verbotene Kinderpornos heruntergeladen haben. Im Juli klagte die Staatsanwaltschaft den 45-Jährigen an, am 23. Februar soll am Landgericht Verden der Prozess gegen ihn beginnen.

ROBIN DUTT: Der stets gut gekleidete Fußballtrainer musste im Oktober beim Bundesligisten Werder Bremen seinen Platz räumen. Seine Entlassung war die Folge des schlechtesten Saisonstarts in Werders Liga-Historie. Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2013 holte Dutt in 45 Erstliga-Partien als Bremer Coach im Schnitt lediglich einen Punkt pro Spiel. Damit ist er, was die durchschnittliche Ausbeute angeht, gemeinsam mit dem Niederländer Aad de Mos der schlechteste Trainer in der Bundesliga-Historie des norddeutschen Clubs.

ANTJE NIEWISCH-LENNARTZ: Für Niedersachsens grüne Justizministerin war das Jahr 2014 eine Aneinanderreihung von Krisen und Problemen. Immer wieder musste sich Niewisch-Lennartz wegen Pannen in der Justiz Kritik und Anschuldigungen gefallen lassen. Unter anderem urteilte auch das Bundesverfassungsgericht, dass die Ermittler im Fall Sebastian Edathy dessen Immunität als Bundestagsabgeordneter verletzt hätten. CDU und FDP fordern den Rücktritt der Ministerin.

MIRKO SLOMKA: Als erster Trainer in der laufenden Saison musste der gebürtige Hildesheimer und Wahl-Hannoveraner am 15. September beim kriselnden Bundesligisten Hamburger SV seinen Hut nehmen. Inzwischen ist seine Entlassung eine Sache für die Justiz. Slomka klagt vor dem Arbeitsgericht Hamburg gegen seine fristlose Kündigung.

MICHAEL MACHT: Anfang August verließ der VW-Top-Manager überraschend Europas größten Autobauer. Über die Gründe wird spekuliert, angeblich werden dem Produktionsvorstand unter anderem Verfehlungen in der Fabrikplanung angelastet.

HINRICH WILHELM KOPF (1893-1961): Wegen der NS-Vergangenheit von Niedersachsens erstem Ministerpräsidenten bekommt 53 Jahre nach Kopfs Tod der bisher nach ihm benannte zentrale Platz am Landtag in Hannover einen neuen Namen. Eine Historikerin hatte belegt, dass sich Kopf in der NS-Zeit auf Kosten verfolgter Juden bereichert hatte.

Quelle: kreiszeitung.de

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