Update: Erste Untersuchungsergebnisse

Unbekannte töten Wolf im Landkreis Gifhorn: Verein erhöht Belohnung erneut

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Ein Wolf (Symbolbild)

Unbekannte haben in Niedersachsen einen Wolf getötet und den Kadaver in einen Kanal geworfen. Die Polizei ermittelt, ein Verein erhöhte erneut die Belohnung.

Update, 29. Juli, 18.25 Uhr: Erste Details zum Tod

Nach ersten Obduktionsergebnissen des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin starb die Wölfin an den Schussverletzungen, teilte das Umweltministerium in Hannover mit. Kurz vor dem Tod sei dem Tier zudem ein Draht durch die Pfote gezogen worden. Offenbar diente dies dem Befestigen eines schweren Gegenstands zum Versenken des Tiers.

Umweltminister Olaf Lies (SPD) verurteilte das Geschehen erneut aufs Schärfste: „Die illegale Tötung dieser Wölfin zeigt, dass der oder die Täter völlig skrupellos sind, die Tatsache, dass dem Tier vor seinem Tod ein Draht durch die Pfote gezogen wurde, zeugt darüber hinaus von einer schwer vorstellbaren Grausamkeit. Beides ist nicht hinnehmbar.“

Der Verein Wolfsschutz-Deutschland erhöhte unterdessen seine ausgesetzte Belohnung zur Ergreifung der Täter für die Tat in Niedersachsen und eine ähnliche Tat in Brandenburg von 4000 auf 11.000 Euro.

Update, 29. Juli: Nach Wolfsabschuss Belohnung verdoppelt

Eine Woche nach dem illegalen Abschuss einer Wölfin im Kreis Gifhorn hat die Polizei bislang keinerlei Hinweis auf die Täter erhalten. Das teilte ein Polizeisprecher am Montag mit. 

Der Kadaver der Wölfin war in Wittingen im Elbe-Seitenkanal versenkt worden. Die tote Wölfin wird derzeit beim Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin untersucht - bis Ergebnisse vorliegen, kann es laut Polizei noch Wochen dauern. 

Der Verein Wolfsschutz-Deutschland verdoppelte unterdessen seine ausgesetzte Belohnung zur Ergreifung der Täter für die Tat in Niedersachsen und eine ähnliche Tat in Brandenburg auf 8000 Euro

Auch bei Ratzdorf im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg) war der illegale Abschuss eines Wolfes bekannt geworden. Das Tier lag unweit der Stelle, wo bereits vor zwei Jahren ein illegal erlegter Wolf entdeckt worden war.

Update, 26. Juli: Belohnung ausgesetzt

Nach illegalen Abschüssen von zwei Wölfen in Niedersachsen und Brandenburg hat der Verein Wolfsschutz-Deutschland e.V. eine Belohnung von 4000 Euro zur Ergreifung der Täter ausgesetzt. Der Verein habe in beiden Fällen Anzeige gegen Unbekannt erstattet, teilte die Vereinsvorsitzende Brigitte Sommer am Freitag mit. Die Perversität der Täter sei leider ein Beispiel dafür, wie hasserfüllt immer mehr Menschen auch bei streng geschützten Tieren reagierten. 

Originalmeldung, 23. Juli

Wittingen - Die Polizei in Wittingen ermittelt wegen des Todes einer Wölfin und sucht den oder die Täter. Das recht junge Tier sei mit einer Schusswaffe getötet worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Ein Unbekannter oder mehrere Unbekannte haben demnach versucht, die tote Wölfin mittels einer Metallschlinge und eines schweren Gegenstandes im Kanal zu versenken. Die Polizei ermittelt in dem Fall, weil Wölfe artenschutzrechtlich streng geschützt sind und es verboten ist, sie zu töten.

Der Tierkadaver wurde am Sonntagabend im Kreis Gifhorn aus dem Wasser gefischt. Ein Jäger hatte den Körper entdeckt, die Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts holten dann das Tier aus dem Kanal, wie die „Braunschweiger Zeitung“ berichtete. Auch ein Wolfsberater war demnach bei der Aktion anwesend. Die tote Wölfin wurde - wie in solchen Fällen üblich - anschließend für weitere Untersuchungen zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht.

Wolf-Kadaver wird nach Abschuss untersucht

Dort wird der Kadaver unter anderem per Computertomograph untersucht. Außerdem wird festgestellt, wie groß, wie schwer und wie alt die Wölfin war. Bei der Sektion werden etwaige Geschosspartikel sichergestellt und an die zuständige Staatsanwaltschaft übergeben. Nach etwa vier bis fünf Wochen erstellt das Institut einen Befund zum Fall und sendet ihn an das jeweilige Bundesland.

Die Berliner Experten sollen auch feststellen, ob sie die Wölfin einem Rudel zuordnen können. Dazu wird in der Regel eine genetische Untersuchung im Labor gemacht. Es ist laut Polizei schwer zu sagen, ob das vermutlich etwa zwei Jahre alte Tier in der Nähe des Fundorts getötet wurde. „Das ist bisher ein Puzzlespiel ohne viele Teile“, sagte ein Polizeisprecher und verwies darauf, dass Ermittlungen in solchen Fällen generell schwierig seien. Die Polizei Wittingen bittet die Menschen deshalb um Hinweise.

22 nachgewiesene Rudel in Niedersachsen

Es gebe immer wieder Leute, die Wölfen gegenüber ablehnend eingestellt seien, sagte Wolfsberater Karl-Gustav Laser der „Allgemeinen Zeitung“ zu dem Fall. Er hoffe, dass der Täter ermittelt werde und das Verhalten keine Schule mache.

In Niedersachsen gibt es nach Angaben der für die Beobachtung der Tiere zuständigen Landesjägerschaft bereits 22 nachgewiesene Rudel. Insgesamt dürften demnach mehr als 300 Wölfe im Land leben. Einzelne Wölfe dürfen nur ganz selten und mit einer Sondergenehmigung gejagt werden. Landesweit gibt es derzeit nur eine Genehmigung zum Abschuss eines Wolfes im Landkreis Nienburg, die am 31. Juli ausläuft. Dieser Leitwolf darf abgeschossen werden, weil er wolfsabweisende Zäune überwunden und Rinder in einer Herde angegriffen hat.

dpa

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