Marine und Patenstadt verabschieden Fregatte „Emden“

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Die Fregatte "Emden" wird außer Dienst gestellt.

Wilhelmshaven - Geburtsort Emden, Endstation Wilhelmshaven: Dazwischen liegen für die Fregatte „Emden“ rund 807 000 Seemeilen, umgerechnet 37 Erdumrundungen. Nun wurde das Marineschiff mit dem berühmten Traditionsnamen außer Dienst gestellt.

Mit der Ausmusterung der Fregatte „Emden“ ist für die Deutsche Marine nach mehr als 30 Jahren eine Ära zu Ende gegangen. Das 1980 auf den früheren Emder Nordseewerken gebaute Schiff wurde am Freitag im Wilhelmshavener Marinearsenal mit dem Kommando „Hol nieder Flagge und Wimpel!“ außer Dienst gestellt. Es war zuvor an allen größeren Manövern und Einsätzen beteiligt. Dazu gehörte auch die Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika bei der europäisch geführten Mission Atalanta. Die „Emden“ legte rund 807 000 Seemeilen zurück, umgerechnet 37 Erdumrundungen.

Der letzte Kommandant erinnerte bei der Außerdienststellungszeremonie an den Traditionsnamen der inzwischen fünften „Emden“ in der deutschen Marine. Er sei ein Symbol für ritterliches und humanitäres Handeln der Besatzung des gleichnamigen Kreuzers im Ersten Weltkrieg.

Die erste „Emden“ der Kaiserlichen Marine war 1914 im Fernen Osten von dem australischen Kriegsschiff „Sydney“ zerschossen worden. Zuvor hatte der Kreuzer „Emden“ zahlreiche Handelsschiffe aufgebracht und versenkt, ohne dass es zu Toten oder Verwundeten kam.

Das Schiff und seine Besatzung galten seitdem als Beispiel für vorbildliches und humanitäres Handeln. Dafür hat sich bis heute der Begriff „to be an Emden“ als Ausdruck für „clever, verschlagen und fair“ im englischsprachigen Raum gehalten. Zur Erinnerung an die abenteuerliche Flucht eines Teils der Besatzung vom Pazifik bis Deutschland durften Nachfahren der Überlebenden den vererbbaren Namenszusatz „Emden“ tragen.

Das Schicksal der ersten „Emden“ und die Odysee der Besatzung wurden mehrfach verfilmt, zuletzt 2012 mit dem Historiendrama „Die Männer der Emden“. „Auf dem Schiff gab es keine Kriegsbegeisterung, niemand vergriff sich an der Zivilbevölkerung“, sagte bei der Premiere Björn von Mücke, Sohn des damaligen Ersten Offiziers.

Ob es künftig wieder ein Marineschiff mit dem Traditionsnamen geben wird, ist derzeit unklar. Die Patenstadt Emden hofft darauf, dass eines der sechs geplanten Mehrzweckkampfschiffe 180 die Tradition fortsetzt.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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