21-Jährige angeblich auf Polizisten-Party vergewaltigt

Wetttrinken artet in sexuelle Gewalt aus

Nienburg - Von Wiebke BrunsAuf einer Abschiedsfeier für einen Nienburger Polizeibeamten soll es im August 2009 zu einer Sexualstraftat gekommen sein. Ein 41 Jahre alter Mann soll mit einer vollkommen betrunkenen und dadurch widerstandsunfähigen 21-Jährigen Geschlechtsverkehr gehabt haben.

Die Frau befand sich laut Anklageschrift in einem „komaähnlichen Zustand“. Gegen zwei Polizeibeamte wurde ebenfalls wegen schweren sexuellen Missbrauchs ermittelt. Diese Verfahren wurden jedoch eingestellt.

„Hier geht’s gerade richtig ab. Ich glaub, ich box‘ mich hier noch mit zwei Bullen. Die haben hier gerade ‘ne Alte vergewaltigt“, dies soll ein Partygast kurz nach der Tat in einem Telefonat einer Freundin berichtet und so die Ermittlungen ausgelöst haben.

Denn was der 36-Jährige nicht gewusst haben dürfte: die Polizei hörte sein Telefon im Rahmen von Ermittlungen zu einer Diebstahlsserie von Baumaschinen ab. Mittlerweile wurde gegen diesen und vier weitere Männer Anklage vor dem Landgericht Verden wegen gewerbsmäßigen Bandendiebstahls erhoben. Mindestens noch ein weiterer von den fünf Männern war auch Gast auf der Polizisten-Fete. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.

In einem weiteren Telefonat mit seiner Freundin schilderte der Mann, was aus seiner damaligen Sicht passiert war. Die 21-Jährige habe „stockbesoffen hinter einer Tür gelegen“ und nichts mehr gemerkt. Durch ein Fenster habe er den Angeklagten auf der Frau gesehen, sei dann mit einem Freund reingegangen und habe den Mann weggerissen.

Ereignet hatte sich das Ganze an einem Sonntagmorgen nach durchzechter Nacht. Gefeiert worden war auf dem Grundstück eines Polizeibeamten. Viele Gäste waren schon gegangen, als es zu der Tat gekommen sein soll. Vorher soll der Angeklagte mit der Frau ein Wetttrinken veranstaltet haben.

Zeugen stellen Vorfall

bei Gericht harmloser dar

Vor Gericht wurden die Geschehnisse von fast sämtlichen Zeugen und der mutmaßlichen Geschädigten deutlich harmloser dargestellt. „Wahrscheinlich habe ich übertrieben“, erklärte der 36-Jährige im Zeugenstand. Mit dem Begriff „Bullen“ habe er nicht Polizisten gemeint, sondern „bullige Typen“. Kurz nach dem Vorfall hätten sich der Angeklagte und die junge Frau wieder in den Armen gelegen und seien später zusammen mit einem Taxi weggefahren. Die Tränen nach dem Vorfall erklärte die Frau vor Gericht damit, dass ihr alles so peinlich gewesen sei. Sie könne sich an alles erinnern und es sei nichts gegen ihren Willen geschehen.

Einzig bei einem Taxifahrer schien sich der damalige Eindruck nicht verändert zu haben. „Sie war total weggetreten, halb bewusstlos“, sagte er über die Frau. Nachdem sie zuvor schon auf dem Hof am Boden gelegen habe, sei sie von zwei oder drei Männern ins Auto getragen worden. Er habe dem Angeklagten nach der Ankunft bei dessen Wohnung geholfen, die Frau aus dem Wagen zu ziehen und angeboten, sie mit nach oben zu tragen. Schließlich habe er die Beiden für ein Paar gehalten.

Die Ermittlungen ergaben, dass die betrunkene Frau während der Party auch schon mit einem der verdächtigen Polizeibeamten, auf dessen Grundstück die Feier stattfand, intim geworden war. Die Staatsanwaltschaft erhob auch gegen diesen Mann Anklage wegen sexuellen Missbrauchs, doch das Landgericht Verden lehnte die Eröffnung des Hauptverfahrens ab. Inzwischen ist das Verfahren eingestellt. Der Prozess gegen den zweiten Polizeibeamten, dessen Verabschiedung Grund für die Feier war, war schon früher eingestellt worden. Er soll zum Tatzeitpunkt gar nicht mehr dort gewesen sein.

Quelle: kreiszeitung.de

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