Wasserspritzanlage sorgt für Diskussionen

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In Höhe des Gehwegs hat der Immobilienbesitzer ein Rohr verlegen lassen, aus dem Wasser auf den Boden rieselt.

Osnabrück - Wer vor das Schaufenster eines Osnabrücker Bekleidungsgeschäfts tritt, muss mit nassen Füßen rechnen. Der Immobilienbesitzer hat in Gehwegshöhe ein Rohr verlegen lassen, aus dem immer wieder Wasser auf den Boden rieselt.

Kritiker werfen ihm vor, damit unliebsame Punks, Obdachlose oder Bettler vergraulen zu wollen. Das schreibt die „Neue Osnabrücker Zeitung“ am Dienstag. Ein Mitarbeiter der Gebäudeverwaltung wies diesen Vorwurf zurück. Es gehe nur darum, den Gehweg vor dem Laden zu reinigen, weil dieser oft extrem verschmutzt sei.

Schon vor zwei Jahren hatte der Unternehmer versucht, mit hochfrequenten Tönen Jugendliche aus dem Eingangsbereich des Geschäfts zu vertreiben. Dazu war eine Anlage aufgestellt worden, die so hohe Töne produzierte, dass sie nur von Jugendlichen gehört werden konnten.

Das Gesundheitsamt hatte das Gerät verboten, weil die Töne das Gehör der Jugendlichen schädigen könnten. Die Berieselungsanlage stehe in keinerlei Zusammenhang mit der Hochfrequenz-Anlage, sagte der Unternehmenssprecher.

Skeptisch äußerte sich die Präsidentin des Einzelhandelsverbandes Osnabrück, Mechthild Möllenkamp. Sie wolle dem Immobilienunternehmer nichts Böses unterstellen, betonte sie. „Der Einzelhandel braucht eine freundliche Innenstadt, damit sich die Menschen wohlfühlen.“ Viele Kunden fühlten sich von herumlungernden Jugendlichen, Punks und Obdachlosen belästigt, räumte sie ein. Das Problem müsse aber gemeinsam mit der Polizei und der Stadt gelöst werden.

Die Stadt prüfe die rechtlichen Aspekte der Berieselungsanlage, sagte eine Sprecherin. Für Punker Thomas Müller ist die Wasserberieselung Ressourcenverschwendung. „Für einen Fünfer die Stunde wären wir Punker bereit, mit dem Schrubber den Gehweg sauber zumachen“, sagte er. Er und seine Freunde lagern nun auf der anderen Seite des Platzes, dem Schaufenster gegenüber.

Quelle: kreiszeitung.de

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