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Vor Lockerung der Corona-Maßnahmen: Zahl der Corona-Proteste nimmt ab

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Von: Felix Busjaeger

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Corona-Demos
Ein Teilnehmer einer Demo gegen die Corona-Politik hält ein Banner in den Händen. Die Zahl der Proteste nahm im Februar in Niedersachsen deutlich ab. © Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Sogenannte Spaziergänge der Gegner der Corona-Politik prägten lange jeden Montag das öffentliche Bild. Nun zeichnet sich in Niedersachsen eine Trendwende ab.

Hannover – Abseits der außenpolitischen Entwicklungen im Ukraine-Krieg ziehen in Deutschland und Niedersachsen weiterhin regelmäßig Menschen durch die Innenstädte, um gegen die geltenden Corona-Maßnahmen zu protestieren. Während die Corona-Maßnahmen schrittweise gelockert werden, gab es allerdings im Februar einen rückläufigen Trend: Wie das niedersächsische Innenministerium berichtet, fanden im vergangenen Monat deutlich weniger Corona-Demos statt. Im Vergleich zum Januar ging die Zahl von 1177 auf 773 Protestzüge zurück. Durch den Rückgang der Demos gegen die Corona-Maßnahmen wurde im Februar auch die Anzahl eingesetzter Einsatzkräfte reduziert: Demnach waren nur noch 16.200 Polizisten im Zusammenhang mit den Corona-Protesten im Einsatz. Im Januar waren es noch 26.500.

Corona-Demos in Niedersachsen: Proteste gegen Schutzmaßnahmen werden weniger

Wodurch der starke Rückgang bei den Corona-Demos in Niedersachsen verursacht wurde, kann nicht eindeutig gesagt werden. Allerdings liegt es nahe, dass die kommenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Niedersachsen in den kommenden Wochen einen Anteil am Rückgang der Proteste haben könnten. Neben neuen Corona-Regeln an den Schulen in Niedersachsen lockern die Bundesländer in mehreren Schritten die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie. Während Länder wie England, Dänemark oder Schweden bereits deutlich weiter sind und ihre Corona-Regeln in Gänze lockern oder zumindest zu großen Teilen aufgehoben haben, dauert dies in Deutschland allerdings wohl etwas länger.

Lockerungen in Niedersachsen: Clubs und Diskotheken öffnen wieder

Dennoch: In Niedersachsen dürfen Clubs und Diskotheken unter strenger Einhaltung der FFP2-Maskenpflicht wieder öffnen, Hotels stehen auch wieder Ungeimpften mit negativem Corona-Test offen. Während sich die Lockerungen der Corona-Maßnahmen ankündigen, sorgt die Omikron-Virusvariante allerdings weiter für hohe Infektionszahlen.

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Wie aus der Antwort des Innenministeriums in Hannover hervorgeht, führten weniger Demos in Niedersachsen auch zu weniger Verstößen seitens der Teilnehmer: Berichteten die Einsatzkräfte im Januar noch von insgesamt 95 Angriffen auf Beamte mit 29 verletzten Polizisten, ging die Zahl im Februar auf lediglich 19 Angriffe zurück. Zudem gab es keine verletzten Polizisten. Die Zahl der Strafverfahren und Ordnungswidrigkeiten fiel von 4289 auf 930.

Polizei leistet knapp 58.000 Einsatzstunden im Zusammenhang mit Corona-Protesten in Niedersachsen

Während die Zahl der Corona-Proteste in Niedersachsen im Februar im Vergleich zum Vormonat um etwa ein Drittel zurückging, mussten die eingesetzten Polizisten allerdings pro Kopf deutlich mehr Einsatzstunden leisten. Das führt dazu, dass das Innenministerium die Kosten für etwa 57.985 Einsatzstunden rechnerisch mit rund 4,17 Millionen Euro angibt. Im Januar wurden insgesamt 60.426 Einsatzstunden im Zusammenhang mit den Corona-Protesten in Niedersachsen geleistet – dadurch entstanden Kosten von etwa 4,35 Millionen Euro.

Die tatsächlichen Kosten für die Polizeieinsätze im Rahmen von Corona-Demos in Niedersachsen dürfte in der Realität wohl höher liegen: Wie die Deutschen Presse-Agentur berichtet, sind in den Kosten mögliche Summen, die aus Schäden an Geräten oder der medizinischen Behandlung verletzter Polizisten entstanden sein können, nicht berücksichtigt. (Mit Material der dpa) *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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