Von der Leyen will Panzerbataillon in Bergen reaktivieren

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (Archivbild) 

Hannover/Berlin - Angesichts der Ukraine-Krise will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ein Panzerbataillon in Bergen (Landkreis Celle) reaktivieren. Das kündigte die CDU-Politikerin in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Bundeswehr-Medien an.

„Anstatt funktionstüchtige Leopard 2 auszumustern und zu verschrotten, sollten wir überlegen, wie wir das gute, noch vorhandene Material in die bestehenden Strukturen integrieren können“, betonte von der Leyen. Aus dem Standort in der strukturschwachen Heide-Region verabschiedet sich die bisher dort stationierte 7. britische Panzerbrigade nach fast 70 Jahren Präsenz.

„Es spricht viel dafür; gerade Bergen ist ja eine Region, die viel darunter leidet, dass die Briten da abziehen“, sagte eine Sprecherin der rot-grünen Landesregierung am Freitag in Hannover. „Insofern begrüßt die Landesregierung das natürlich.“ In der Region wurde noch Mitte vergangenen Jahres durch den Abzug der Briten der Verlust von 10 000 Einwohnern und 65 Millionen Euro an Kaufkraft befürchtet. Erste Hinweise auf das neu aufzustellende Panzerbataillon mit bis zu 800 Soldaten hatte es bereits im September vergangenen Jahres durch den CDU-Verteidigungsexperten im Bundestag, Henning Otte, gegeben. Neben Bergen ist auch Bad Fallingbostel vom Britenabzug betroffen.

Von der Leyen stellt in dem Interview das bisherige Leitmotiv der Bundeswehrreform „Breite vor Tiefe“ infrage und will Entscheidungen zur Kürzung von großen Waffensystemen nun überprüfen. Die Bundeswehrreform war von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) 2010 angestoßen und von Thomas de Maizière (CDU) ausgearbeitet worden.

Von der Leyen hatte erst kürzlich für die Zukunftsvision einer europäischen Armee geworben. „Wir möchten die Bundeswehr in den kommenden Jahren deutlich multinationaler aufstellen“, sagte sie in dem nun veröffentlichten Interview. Sie will auch die Personalstruktur der Bundeswehrreform nachjustieren. Die Gesamtzahl der Soldaten soll zwar bleiben. „Wir werden uns aber sehr genau anschauen, ob das Verhältnis von Soldaten auf Zeit zu den Berufssoldaten stimmig festgelegt wurde.“ Die Zahl der Zivilbeschäftigten soll von 55 000 auf 56 000 erhöht werden.
dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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