Kirchweyhe-Prozess: Verteidigung legt Revision ein

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Die Verteidigung von Cihan A.will in Revision gehen.

Verden - Nach dem Urteil im Prozess um den gewaltsamen Tod von Daniel S. in Kirchweyhe bei Bremen hat die Verteidigung des zu fünf Jahren und neuen Monaten verurteilten Angeklagten Cihan A. Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt.

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Verteidigung geht in Revision

Der 21-Jährige war am Mittwoch von der Jugendstrafkammer des Landgerichts Verden wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt worden, weil er das Opfer nach Auffassung der Richter so heftig getreten hatte, das dieses wenige Tage später an einer Gehirnblutung starb. Den Anwälten zufolge muss die Revision noch begründet werden.

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Der Weg zum Richterspruch

Der Fall Kirchweyhe mit dem Tod von Daniel S. im März 2013 erschütterte die Region und sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Die wichtigsten Daten:

• 10. März: Die Tat

Der damals 25-jährige Daniel S. wird am Bahnhof in Kirchweyhe (Landkreis Diepholz) durch Tritte lebensgefährlich verletzt. Zuvor war er mit einer Gruppe junger Leute in einem gemieteten Bus aus einer Diskothek zurückgekommen.

• 11. März: Haftbefehl

Ein Tatverdächtiger kommt in Haft. Die Polizei lässt fünf weitere wieder frei.

• 14. März: Daniel S. stirbt

Die Ärzte können nichts mehr tun. Daniel S. stirbt an den Folgen einer Verletzung im Halswirbelbereich. Das erklärt später Gerichtsmedizinerin Ute Lockemann. Als Todesursache stellt sie eine Einblutung ins Gehirns fest.

• 16. März: Demonstrationen

Tausende Menschen versammeln sich an mehreren Tagen in Kirchweyhe zu Kundgebungen. Sie unterbinden damit gleichzeitig Kundgebungen der rechten Szene, die die Tat für ausländerfeindliche Zwecke instrumentalisieren will.

• 10. September: Prozessbeginn

Die Staatsanwaltschaft erklärt am Landgericht Verden, bei der Tat handele es sich um Mord. Mit „menschenverachtender Vernichtungsbereitschaft“ habe Cihan A. sein Opfer attackiert. In den folgenden Wochen und Monaten sagen mehr als 60 Zeugen aus.

• 29. Januar: Wendepunkt

Der Vorsitzende Richter am Landgericht Verden, Joachim Grebe, gibt bekannt, dass der Mordvorwurf aus Sicht der Kammer nicht haltbar ist. Auch Totschlag schließt sie aus. Dem Angeklagten könne keine Tötungsabsicht nachgewiesen werden.

• 6. Februar: Anklage für Jugendstrafe

Die Staatsanwaltschaft fordert nach mehr als 30 Verhandlungstagen in ihrem Plädoyer sechs Jahre Jugendstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge gegen den Angeklagten. Eine Tötungsabsicht sei nicht nachzuweisen. Wegen einer Entwicklungsverzögerung solle er nach Jugendstrafrecht verurteilt werden.

• 19. Februar: Anwälte fordern Freispruch

Die Verteidigung beantragt Freispruch. Ihrem Mandanten könnte keine Tathandlungen zugeordnet werden.

• 26. Februar: Das Urteil

Die Kammer verurteilt Cihan A. zu fünf Jahren und neun Monaten Jugendstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Die Verteidigung legt Revision ein.

Quelle: kreiszeitung.de

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