Verlierer im „Gänsekrieg“ kämpft weiter für Vögel

Aurich - Im ostfriesischen „Gänsekrieg“ ist ein Vogelschützer vor Gericht erneut gegen Jäger gescheitert. Das Auricher Landgericht wies seine Berufung gegen eine Geldstrafe wegen Jagdstörung zurück. Der Mann hatte mit einem Signalhorn getrötet, um die Jagd zu stören.

Ein Gänseschützer aus Emden ist vor Gericht mit seiner Berufung gegen eine Geldstrafe wegen Jagdstörung gescheitert. Das Landgericht Aurich wies am Freitag seine Berufung gegen eine einstweilige Verfügung von Jägern und eine Geldstrafe von 2000 Euro zurück. Damit darf der 63-Jährige im Petkumer Deichvorland bei Emden künftig nichts unternehmen, was die Jagd stören könnte. Der Vogelschützer hatte zugegeben, während der Jagd mit einem Signalhorn getrötet zu haben.

Die Jagd in dem EU-Vogelschutzgebiet ist legal, aber hoch umstritten. Naturschützer sehen die Gefahr, dass bei Schüssen auf Gruppen von Wildgänsen auch geschützte Arten getroffen werden könnten. Umweltgruppen wie der NABU und der Wattenrat Ostfriesland kritisieren, dass das Land die Fläche trotz ihrer hohen Bedeutung für die Vogelwelt als Jagdgebiet verpachtet hat und damit den Naturschutz aushöhlt.

„Er hat das Recht in die eigenen Hände genommen“, begründete Gerichtssprecher Jürgen Rohlfs die Entscheidung. Die 1. Zivilkammer habe nicht darüber zu entscheiden gehabt, ob die Jagd ordentlich abgelaufen sei. Dies sei Sache der Jagdaufsicht. Vertreter der Jäger äußerten sich nicht zu der Gerichtsentscheidung.

Der Vogelschützer hatte sich darauf berufen, dass er die Jagd nicht gestört haben konnte, da sich die Jäger nicht korrekt verhalten hätten. So hätten diese keinen Jagdhund dabei gehabt, der angeschossene Gänse aus dem Wasser holen müsse. Daneben habe ein Jäger über eine Deichkuppe geschossen und damit Sicherheitsregeln verletzt. Das Tröten mit dem Nebelhorn sei daher Selbstschutz gewesen, rechtfertigte der Gänseschützer sein Vorgehen. „Ich werde den Kampf gegen die bisher legale Jagd in dem EU-Vogelschutzgebiet fortsetzen“, kündigte der als Tierfotograf und Vogelzähler bekannte Mann an. Die juristische Niederlage sei dennoch ein Sieg für den Naturschutz, da die Jagd in dem Vogelschutzgebiet künftig kritischer hinterfragt werde. Der Streitwert in dem Verfahren lag bei 5000 Euro. Naturschützer hatten eine noch höhrere Summe als Spenden für den Vogelschützer gesammelt.

Quelle: kreiszeitung.de

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