Zahl der Verkehrstoten in Niedersachsen und Bremen wieder gestiegen

Hannover  -  Nach dem historischen Tiefstand von 2013 sind im vergangenen Jahr wieder mehr Menschen auf den Straßen in Niedersachsen und Bremen gestorben. Der Anstieg im Norden fiel drastischer aus als in vielen anderen Bundesländern.

Die Zahl der Verkehrstoten in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen. 2014 kamen auf den Straßen des Landes 446 Menschen ums Leben. Das waren acht Prozent mehr als im Jahr 2013, wo mit 412 Menschen ein historischer Tiefstand seit Einführung der amtlichen Verkehrsunfallstatistik 1953 erreicht wurde. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mit. Damit lag der Anstieg in Niedersachsen deutlich über dem bundesweiten Zuwachs im vergangenen Jahr, wo im Schnitt aller Bundesländer 0,9 Prozent mehr Menschen im Straßenverkehr starben, genau 3368.

Einen Grund für den überdurchschnittlichen Zuwachs in Niedersachsen konnte ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover nicht nennen. Das Statistische Bundesamt führte als Ursache das vergleichsweise milde Winterwetter an, das dazu geführt habe, dass schneller gefahren worden sei und damit die Schwere der Unfälle zugenommen habe. Der ADAC lässt das als einzige Ursache aber nicht gelten. „Die schwersten Unfälle, die wir in Niedersachsen gerade auf den Autobahnen registrieren, hatten eher mit Übermüdung oder Ablenkung zu tun und nicht mit dem Wetter“, sagte ADAC-Sprecherin Christine Rettig.

Besondere Unfallschwerpunkte in Niedersachsen waren nach Angaben des ADAC die Landstraßen und die viel befahrenen Autobahnen A2 und A7. Allerdings sind die Zahlen für 2014 bundesweit höchst unterschiedlich: In den Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin gab es einen Zuwachs zwischen 40 bis 50 Prozent, in Bremen etwa stieg die Zahl der Verkehrstoten von acht auf zwölf. In Mecklenburg-Vorpommern gab es mit 15,0 Prozent ebenfalls einen überdurchschnittlichen Anstieg. Im Saarland gingen die Zahlen dagegen um 21,6 Prozent und damit deutschlandweit am stärksten zurück. Gemessen an der Einwohnerzahl kamen in Niedersachsen 57 Verkehrstote auf eine Million Einwohner - damit lag das Land mit Sachsen-Anhalt (61), Mecklenburg-Vorpommern (58) und Brandenburg (57) bundesweit an der Spitze.

Zuletzt hatte es in Niedersachsen nach Angaben des Innenministeriums in Hannover von 2010 auf 2011 einen Anstieg bei der Zahl der Verkehrstoten von 479 auf 540 gegeben. Die Zahl der Verletzten in Niedersachsen erhöhte sich 2014 um mehr als sechs Prozent auf rund 43 400. In Hannover hielt die Polizei bei einer Verkehrssicherheitswoche 162 Autofahrer, zwei Radfahrer und zehn Fußgänger wegen Handyverstößen an. Das Smartphone sei immer häufiger der Grund für Verkehrsunfälle mit teils schwerwiegenden Folgen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die zehn Fußgänger, die von ihrem Smartphone abgelenkt bei Rot die Straße überquerten, mussten jeweils ein Verwarngeld von fünf Euro zahlen.
dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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