Extrem viel Regen bei Sommergewitter

Vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen: Feuerwehren in Niedersachsen im Dauereinsatz

Zwei Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr steht auf dem überschwemmten Parkplatz eines Supermarktes im Landkreis Gifhorn
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Einzelne Gewitter haben am Samstag in Niedersachsen örtlich heftigen Regen gebracht.

Einzelne Gewitter haben am Samstag in Niedersachsen örtlich heftigen Regen gebracht. An anderen Orten blieb es dagegen bis zum Abend schwül und warm, ohne dass es regnete. Der Deutsche Wetterdienst warnt sogar vor „enormen Regenmengen“.

  • Starke Unwetter drohen in Niedersachsen, Bremen und Hamburg
  • Explosive Wetterlage im Norden bringt Gewitter und Starkregen
  • Feuerwehren in Niedersachsen im Dauereinsatz

Update, 14. Juni 10 Uhr: In Twistringen im Landkreis Diepholz gingen gegen 21.10 Uhr mehrere Notrufe ein. Die Feuerwehr wurde zu insgesamt 27 Stellen gerufen und pumpte Wasser aus vollgelaufenen Kellern ab und füllte Sandsäcke ab. Die enormen Regenmassen (private Messstellen berichteten von ca. 40 Litern in 30 Minuten) sorgten für Überflutungen vieler Straßen.

Auf der Autobahn 7 im Bereich der Landesgrenze zwischen Hessen und Niedersachsen haben Gewitter und starke Regenfälle am Samstag für schwere Verkehrsbehinderungen gesorgt. Witterungsbedingt sei es zu mehreren Verkehrsunfällen gekommen, teilte die Polizei mit. 

Bei einem Einsatz wegen eines vollgelaufenen Kellers in Westerstede haben Kohlenmonoxid-Warnmeldegeräte der Feuerwehr angeschlagen und einen Großeinsatz ausgelöst. Das Wasser sei während der starken Regenfälle im Landkreis Ammerland in den Keller eingedrungen, teilte die Polizei mit. Als die Feuerwehrleute mit dem Abpumpen beginnen wollten, schlugen die Warngeräte Alarm. Das Wasser sei verfärbt gewesen, in ihm hätten sich Kanister befunden. Anschließend wurde das Mehrfamilienhaus evakuiert. Dutzende Einsatzkräfte waren an den Einsatzort beordert worden. Nach Analyse einer Wasserprobe wurde jedoch Entwarnung gegeben.

Warnung vor extremem Unwetter in Niedersachsen, Bremen und Hamburg

Ursprüngliche Meldung vom 13. Juni: Nur kurz konnten die Menschen am Wochenende das warme Wetter genießen. Laut aktueller Vorhersagen der Wetterdienste droht besonders im Norden großes Unwetterpotenzial. Bei sommerlichen Temperaturen drohen schwere Gewitter mit der Gefahr von Unwettern. Von Osten kommt schwülwarme Luft nach Niedersachsen und Bremen, teilten die Meteorologen am Freitag mit.

Dazu schreibt der Deutsche Wetterdienst auf seiner Seite: Zunächst im Nordosten des Landes einzelne starke Gewitter. Vom Nachmittag an dann verbreitet Gewittergefahr. Dabei hohe Unwettergefahr aufgrund von heftigem Starkregen (bis 40 l/qm in kurzer Zeit). Lokal eng begrenzt extrem heftiger Starkregen über 40 l/qm wahrscheinlich. Vor allem zu Beginn der Entwicklungen mit etwas geringerer Wahrscheinlichkeit Unwetter durch größeren Hagel (2 bis 4 cm). Im Umfeld größerer Gewittersysteme stürmische Böen und Sturmböen (Bft 8-9) wahrscheinlich.

Weiter heiß es auf der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes: Am Sonntag gebietsweise weiterer, zum Teil heftiger Stark- und Dauerregen, vor allem in einem Streifen diagonal über Deutschland vom Südosten in den Nordwesten. Eingelagert einzelne, teils kräftige Gewitter mit Hagel und Sturmböen sowie heftigem Starkregen. Im Nordosten und ganz im Westen und Südwesten geringere Niederschlags- und Gewitterneigung.

UnwetterExtrem-Wetterereignis
Gewittermit Hagel oder mit Starkregen oder mit Sturm oder Orkan
SturmOrkanartige Böen von 11 Bft
Starkregenmehr als 25 l/m² in 1 Stunde oder mehr als 35 l/m² in 6 Stunden

Der Deutsche Wetterdienst sieht großes Unwetterpotenzial herannahen. Wo genau es besonders schlimm wird, können die Meteorologen aber nur kurzfristig vorhersagen. Hagel und unwetterartiger Regen: In den kommenden Tagen blitzt und donnert es heftig über Deutschland. Teilweise können bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostizierte. Ab Samstagnachmittag sei das Unwetterpotenzial besonders hoch. Der DWD werde auch erst dann - wenige Stunden zuvor - erkennen können, wo die Gewitter lokal am schlimmsten ausfallen und entsprechende Warnungen herausgeben, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. „Jeder, der sich draußen aufhält oder eine Grillparty plant, sollte die Warnlage verfolgen.“ Diese könne sich innerhalb von ein bis zwei Stunden dramatisch ändern.

Unwetterwarnung vor „enormen Regenmengen“

Problematisch sei, dass über Deutschland ein flaches Tiefdruckgebiet liege und gleichzeitig kaum Wind wehe, so dass die Gewitter lokal auch länger andauern könnten, sagte Friedrich. So könnten „enorme Regenmengen“ zusammenkommen. Auch Sturmböen und Hagel könnten dazu kommen. Für Tornados herrsche jedoch keine spezielle Wetterlage. Die Tiefdruckrinne, die sich quer über Deutschland bilde, könne sich auch noch verschieben, erklärte DWD-Meteorologe Jens Bonewitz. Die Vorhersageunsicherheit sei deshalb relativ hoch.

Ab Samstagmittag prognostiziert der DWD die höchste Unwettergefahr für einen breiten Streifen „von Niedersachsen/südliches Schleswig-Holstein nach Osten und Südosten über Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Nordhessen bis nach Nordbayern“. Sogar mehr als 50 Liter pro Quadratmeter seien möglich. „Zudem sind lokal größere Hagelansammlungen und örtlich schwere Sturmböen zu erwarten“, erklärte der Wetterdienst.

Nicht besser sieht es für Sonntag aus: Die Tiefdruckrinne mit einem ähnlichen Unwetterpotenzial wie am Tag zuvor verschiebe sich voraussichtlich eher wieder etwas nach Südwesten, „also in etwa in einem breiten Streifen von Niedersachsen über Nordhessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, südliches Brandenburg und Sachsen bis nach Bayern“, erklärte der DWD. Es könne aber noch zu Verschiebungen kommen.

Gewitter - Tipps für draußen
Wenn kein Gebäude in Reichweite ist, in einen Graben oder eine Mulde hocken. Dabei die Füße dicht aneinander stellen und mit den Armen umgreifen.
Den Regenschirm ablegen.
Fahrrad oder Motorrad zur Seite stellen und einen Mindestabstand von drei Metern einhalten.Gewitter - Tipps für draußenWenn kein Gebäude in Reichweite ist, in einen Graben oder eine Mulde hocken. Dabei die Füße dicht aneinander stellen und mit den Armen umgreifen .Den Regenschirm ablegen.Fahrrad oder Motorrad zur Seite stellen und einen Mindestabstand von drei Metern einhalten

.Hält man sich bei einem Gewitter draußen auf, besteht nicht nur die Gefahr, direkt von einem Blitz getroffen zu werden. Auch Blitzüberschläge sind möglich. Daher sollte man die Nähe zu vielen Gegenständen vermeiden und sich so klein wie möglich machen.

mit Material der dpa

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