Universität Potsdam berät über Fall Althusmann

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Sieben Wochen nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe gegen Niedersachsens CDU-Kultusminister Bernd Althusmann wird sich am Freitag erstmals die Kommission zur Untersuchung wissenschaftlichen Fehlverhaltens der Universität Potsdam mit der umstrittenen Dissertation befassen.

Hannover (dpa) - Neues Kapitel im Fall Althusmann: Sieben Wochen nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe gegen Niedersachsens CDU-Kultusminister wird sich am Freitag erstmals die Kommission zur Untersuchung wissenschaftlichen Fehlverhaltens der Universität Potsdam mit der umstrittenen Dissertation befassen.

Bernd Althusmann, zugleich amtierender Präsident der Kultusministerkonferenz, werden in seiner Doktorarbeit viele Fehler beim Zitieren fremder Quellen vorgeworfen. Aller Voraussicht nach wird es aber noch kein abschließendes Ergebnis geben, da in der nichtöffentlichen Sitzung unter Vorsitz des Jura-Professors Tobias Lettl noch andere Themen auf der Tagesordnung stehen. Wann die Kommission ein Urteil fällen wird, ist unklar.

Für die Hochschule ist der Fall Althusmann - nicht zuletzt wegen des großen medialen Interesses und der politischen Brisanz - sehr heikel. Zudem hat die Frage über einheitliche Zitierstandards bereits jetzt eine Qualitätsdebatte für wissenschaftliches Arbeiten ausgelöst. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen seine Doktorarbeit hatte Althusmann bereits handwerkliche Fehler eingeräumt, vorsätzliche Täuschungsversuche aber vehement abgestritten. Wegen der Mängel in seiner 290-seitigen Arbeit über Personalentwicklung in der öffentlichen Verwaltung hatte er die Note „rite“ (ausreichend) erhalten. Althusmann will seinen Doktortitel nicht kampflos aufgeben.

Im Vorfeld der Überprüfung durch die Kommission hatte der Hauptmann der Reserve zudem versucht, die gegen ihn gerichteten Vorwürfe in einer 25-seitigen Stellungnahme an die Uni zu entkräften. Für den CDU-Politiker geht es auch um seine politische Zukunft. Ein Rücktritt sei spätestens dann unvermeidlich, wenn der Doktortitel aberkannt würde, betonten Parteifreunde in Berlin und Hannover in den vergangenen Wochen immer wieder hinter vorgehaltener Hand.

Quelle: kreiszeitung.de

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