EM 2021

UEFA verbietet Regenbogen-Stadion bei EM – doch Bundesliga bekennt Farbe

Beim EM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn sollte die Münchener Allianz Arena in Regenbogenfarben leuchten. Die UEFA hat etwas dagegen. Gründe?

Der UEFA wird‘s zu bunt! Ursprünglich hatte die Stadt München gefordert, dass beim EM-Gruppenspiel zwischen Deutschland und Ungarn die Allianz Arena in Regenbogenfarben beleuchtet werde – als Zeichen gegen die homo- und transphobe Gesetzgebung der ungarischen Regierung. Doch daraus wird nun nichts, denn die UEFA lehnte den Antrag des Münchner Stadtrats ab.

Wettbewerb:UEFA EURO 2020
Teams: 24
Datum:Fr., 11. Juni 2021 – So., 11. Juli 2021
Ort:Europa

Für mehr Toleranz und Vielfalt: München fordert Regenbogen-Arena beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn

Wird sie nun oder wird sie nicht? Die Rede ist von der Münchner Allianz Arena. Ursprünglich hatte die Stadt München gefordert, dass das EM-Stadion beim letzten Gruppenspiel der Gruppe F am Mittwoch, den 23. Juni, in den Regenbogenfarben erleuchtet – als Zeichen gegen Homophobie. Der Grund: In Ungarn, Deutschlands letzter Gruppengegner, wurde erst kürzlich ein Gesetz verabschiedet, dass nicht nur die Aufklärungsarbeit in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt, sondern auch ein Verbot von Büchern, Filmen und anderen Inhalten vorsieht, die sich an Kinder und Jugendliche wenden und in denen Sexualität dargestellt wird, die von der Heterosexuellen abweicht.

UEFA verbietet Regenbogen-Arena bei EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn

Doch offenbar wird es der UEFA nun zu bunt. In einem Statement heißt es: „Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage - eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt - muss die UEFA diese Anfrage ablehnen.“

„Die UEFA gibt ein einheitliches Stadiondesign vor. Und es gibt gute Gründe, dieses einheitliche Stadiondesign auch zu leben. “, erklärte DFB-Pressesprecher Jens Grittner die Entscheidung der EM-Ausrichter, die Münchner Allianz Arena beim Spiel Deutschland gegen Ungarn NICHT in den Regenbogenfarben erleuchten zu lassen. Stattdessen solle die Münchner Allianz Arena bei dem EM 2021-Spiel wie vorgesehen in den Farben der UEFA und der teilnehmenden Nationen leuchten

Die UEFA gab bekannt, dass die Allianz Arena beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben leuchten wird.

Um sich dennoch für Vielfalt und Inklusion einzusetzen, habe die UEFA der Stadt München vorgeschlagen, dass die Arena am Christopher Street Liberation Day (28. Juni) oder in der Christopher Street Day-Woche in München (3. bis 9. Juli) in Regenbogen-Farben leuchten könne – allerdings ohne die deutsche und ungarische Nationalmannschaft.

Kein Verbot gibt es indes für die bunte Kapitänsbinde von DFB-Keeper Manuel Neuer, sodass er auch beim Spiel der Deutschen gegen Ungarn die symbolträchtige Regenbogen-Binde mit Stolz tragen wird.

UEFA lehnt Regenbogen-Arena bei EM ab: Bundesliga reagiert auf Verbot

Für den Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) ist die Absage der UEFA ein herber Rückschlag. Man finde es „sehr befremdlich, wie die UEFA mit Werten umgeht, die in der Gesellschaft allgemein akzeptiert werden sollten“, sagte LSVD-Sprecher Markus Ulrich. „Die UEFA hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt - und es ist klar zu erkennen, auf welche Seite sie sich mit ihrer Entscheidung stellt.“

Klein beigegeben wird trotz Absage trotzdem nicht. Nachdem bekannt wurde, dass die UEFA die Regenbogen-Arena unterbindet, kündeten zahlreiche Verantwortliche aus der Bundesliga an, ihre Stadien in Regenbogenfarben leuchten lassen. Ganz vorne mit dabei: Vorstandssprecher Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt. „Wenn München am Mittwoch nicht darf, dann müssen eben die anderen Stadien im Land Farbe bekennen. Auf jetzt, Kollegen in der Liga. Der Deutsche Bank Park schaltet zum Spiel gegen Ungarn den Regenbogen an. Das Waldstadion bleibt bunt!“, twitterte er im Anschluss an die UEFA-Entscheidung.

Auch Köln zeigt sich solidarisch und ist mit von der Partie: „Wir begrüßen das sehr. Köln und der FC stehen für Vielfalt und Toleranz. Die Entwicklungen in Ungarn sind erschreckend - umso wichtiger ist es, ein Zeichen dagegenzusetzen.“ Nur wenige Stunden später gab der VfL Wolfsburg bekannt, dass zwischen 18 und 1 Uhr die Volkswagen Arena in bunten Farben erstrahlen soll. Zweitligist FC St. Pauli dahingegen hießt am Millerntor Regenbogenflaggen. Der Hamburger SV hat sich bisher noch nicht öffentlich der bunten Protest-Aktion angeschlossen * 24hamburg.de, extratipp.com und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sven Simon/IMAGO

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