Übung für atomares Unglück - Hubschrauber unternehmen Messflüge

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Ein Hubschrauber vom Typ EC135 der Bundespolizei hebt am 25.09.2012 vom Fliegerhorst in Fuhlendorf bei Bad Bramstedt ab. Zwei Maschinen werden bis zum 27.09.2012 mit Messgeräten und Mitarbeitern des Bundesamtes für Strahlenschutz Messungen in der Umgebung von Kernkraftwerken im Norden durchführen. Diese Übungen werden einmal jährlich in wechselnden Bundesländern abgehalten.

Fuhlendorf - In Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben am Dienstag Übungsmessflüge mit Hubschraubern für das Szenario eines atomaren Unfalls begonnen. „Wir bewegen uns in einem Feld, das hoffentlich nie zum Einsatz kommt“, sagte der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, am Dienstag in Fuhlendorf (Kreis Segeberg).

 Bei der Übung wird radioaktive Strahlung von der Luft aus gemessen. Dazu sind in den kommenden Tagen zwei Hubschrauber der Bundespolizei in der Umgebung der stillgelegten Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel sowie des Atommeilers Brokdorf und im Gebiet um das frühere Kernkraftwerk Stade unterwegs.

Die Übung diene der Vorsorge, beispielsweise für den Fall, dass nach einem Unfall in einem Kernkraftwerk radioaktive Strahlung freigesetzt wird, sagte König. „Im Ernstfall wollen wir zeitnah klare, eindeutige und verlässliche Daten ermitteln.“ Messungen von Hubschraubern aus seien auch dann schnell und großflächig möglich, wenn etwa Messstationen am Boden nach einem Atomunfall ausgefallen seien, betonte der BfS-Präsident. Dies sei etwa nach der Katastrophe im japanischen Fukushima 2011 der Fall gewesen. Die USA hätten daher schließlich mit Messflügen verlässliche Werte erhoben.

In Deutschland will man für einen Ernstfall gewappnet sein. Deshalb werden solche Messflüge wie jetzt in Norddeutschland seit den 90er Jahren jährlich in jeweils unterschiedlichen Regionen der Bundesrepublik geübt. Das Ziel: Mess- und Auswertungsverfahren und das Zusammenspiel von BfS und Bundespolizei weiter verbessern. Die ermittelten Daten werden den Behörden in Niedersachsen und Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt.

König warb um Verständnis für die Übungsmessflüge - trotz des für Deutschland festgelegten Atomausstiegs bis zum Jahr 2022. Bis zur Abschaltung aller Kernkraftwerke vergingen noch mindestens zehn Jahre, betonte er. Auch abgeschaltete Anlagen würden „über einen Zeitraum x ein erhebliches Risiko beinhalten“. Außerdem blieben kerntechnische Anlagen wie etwa Zwischenlager oder Fertigungsstätten bestehen. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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