Tragisches Ende einer Spritztour

Wolfsburg - Was als Spritztour mit Papas nagelneuem Auto begann, endete in Wolfsburg in einer Tragödie. Vier junge Männer im Alter zwischen 18 und 20 Jahren sind in der VW -Stadt am Mittwochabend in den Tod gerast.

Ein fünfter Mitfahrer kämpfte stundenlang in einer Klinik um sein Leben und war erst am Donnerstagmittag über den Berg.

Bei Tempo 140 verlor der Fahrer in der Wolfsburger Innenstadt die Kontrolle über in dem turboangetriebenen Neuwagen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Das Auto prallte gegen Bäume und wurde in zwei Teile gerissen. Durch die enorme Wucht wurden die Insassen auf die Fahrbahn geschleudert - keiner von ihnen war angeschnallt. „Den Kollegen hat sich ein grauenvolles Bild geboten. Zwischen den Wrackteilen lagen auch abgerissene Gliedmaßen“, sagte Thomas Figge von der Polizei Wolfsburg. Die Ersthelfer und Einsatzkräften mussten psychologisch betreut werden.

Erst wenige Stunden zuvor hatte der 48 Jahre alte Vater eines Jungen den 170 PS-starken Wagen in der Autostadt Wolfsburg abgeholt. „Wir wissen nicht, ob der 19 Jahre alte Sohn das Auto mit der Zustimmung des Vaters genommen hat“, betonte Figge. Auch müsse noch geklärt werde, ob Alkohol, Drogen oder Tabletten im Spiel waren. Diese Untersuchungen dauerten aber noch einige Tage.

Junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren sind die größte Risikogruppe im Straßenverkehr. Nach Angaben des statistischen Landesamtes starben in Niedersachsen im vergangenen Jahr 595 Menschen bei Verkehrsunfällen, fast ein Viertel von ihnen (137) war jünger als 25 Jahre alt.

„Die Unfallhäufigkeit steigt, je mehr gleichaltrige Mitfahrer bei Fahranfängern im Auto sitzen“, sagte Rüdiger Born vom Bundesverband der niedergelassenen Verkehrspsychologen in Hamburg . Oftmals animierten sich die Jugendlichen gegenseitig, die eigene Leistungsfähigkeit und die des Autos auszutesten. „Es geht darum, was das Auto kann und was es aushält.“ Zudem lenke sich eine größere Gruppe im Fahrzeug vom Verkehrsgeschehen ab, auch durch laute Musik.

„Obwohl ein so PS-starkes Auto junge Fahrer dazu verleitet auf die Tube zu drücken, ist eine PS-Begrenzung für Fahranfänger nicht sinnvoll“, sagte Christine Rettig vom ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Hilfreicher wäre es, freiwillig länger in Begleitung eines älteren Mitfahrers zu fahren. Fahranfänger brauchen Kontrolle und Aufsicht, um Erfahrung hinter dem Steuer zu sammeln - diese Meinung vertreten Experten wie die vom ADAC zwar seit langem, aber in der Realität bleiben ihre Mahnungen oft ungehört.

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare