Kompromiss gefunden

Tarifstreit beigelegt: Bahn und GDL haben sich geeinigt

Auf die Abwendung eines vierten Bahnstreiks hoffen nicht nur Bahnkunden, sondern auch die Politik.
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Aufatmen bei Pendlern: Erstmal gibt es keine Lokführer-Streiks mehr. Doch Arbeiterkämpfe sind weiterhin nicht ausgeschlossen.

Gute Nachrichten für Reisende: Der Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL ist beigelegt. Ganz ausgeschlossen sind Streiks aber noch nicht.

Berlin – Monatelang mussten Bahn-Reisende zittern: Ausfälle und Verspätungen waren an der Tagesordnung. Der Bahnstreik der Lokführer stürzte ganz Deutschland ins Bahnchaos. Drei Streiks später nun die erlösende Nachricht am Donnerstag, 16. September: Der Tarifkonflikt zwischen Deutscher Bahn und Lokführergewerkschaft GDL ist beigelegt. Beide Parteien hätten einen Kompromiss gefunden, heißt es aus Verhandlungskreisen.

Deutsche Gewerkschaft: Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer
Vorsitz:Claus Weselsky
Mitglieder:mehr als 38.000 (2021)
Gründung:1867
Beschäftigte:58

Auch die Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein und Niedersachsen, Daniel Günther (CDU) und Stephan Weil (SPD), sollen an der Einigung beteiligt gewesen sein. Sie wollten die Ergebnisse am Donnerstagvormittag in Berlin mit den Tarifpartnern präsentieren. „Am Ende steht jetzt ein Ergebnis, das von allen Beteiligten getragen wird“, so Günther.

Tarifstreit zwischen Bahn und GDL gelöst: Nun droht Streik von anderer Seite

Damit drohen zunächst keine weiteren Arbeitskämpfe der Lokführer mehr. Allerdings droht Streikpotential nun von anderer Seite: Die größere Bahn-Gewerkschaft EVG kündige an, der GDL nun ihrerseits einen Forderungskatalog vorlegen zu wollen. Klaus-Dieter Hommel, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG): „Wir bereiten uns auf Verhandlungen vor, aber auch auf Maßnahmen bis hin zum Arbeitskampf.“

Dabei wolle man allerdings in aller Ruhe vorgehen, nicht in Hektik verfallen: „Wenn es einen Abschluss mit der GDL gibt, nehmen wir ihn zur Kenntnis und werden ihn bewerten“, so Hommel.

GDL und Deutsche Bahn einigen sich: „Schlag ins Kontor der Tarifautonomie“

Die EVG hatte schon im vergangenen Jahr eine Einigung mit der Bahn erzielt. Diese beinhaltet aber ein Sonderkündigungsrecht für den Fall, dass eine andere Gewerkschaft mehr herausholt. Die EVG kritisierte, dass die Ministerpräsidenten an den Verhandlungen mit der GDL beteiligt waren. „Das ist ein Schlag ins Kontor der Tarifautonomie“, sagte Hommel.

Klaus-Dieter Hommel erklärte auch, dem im vergangenen Jahr mit dem Bund und dem Unternehmen geschlossenen „Bündnis für unsere Bahn“ sei die Geschäftsgrundlage entzogen worden.

Bahnstreik betraf Millionen Pendler in Deutschland

Im August und September hatten die GDL-Mitglieder im Personen- und Güterverkehr dreimal für mehrere Tage die Arbeit niedergelegt. Millionen Pendler und Urlauber waren von Zugausfällen und Verspätungen betroffen – so auch in Niedersachsen und Bremen. In Hannover waren Hunderttausende Pendler betroffen. Die Bahn setzte einen Notfahrplan in Kraft. Auch im Güterverkehr gab es Behinderungen.

Ein Knackpunkt im Tarifkonflikt war die Frage, für wen die neuen Verträge gelten sollen. Die GDL verhandelte bislang für Lokführer und Zugbegleiter. Sie forderte aber auch Rahmentarifverträge für Beschäftigte in den Werkstätten und in der Infrastruktur sowie für Auszubildende. Die Bahn erklärte sich nun bereit, den Anwendungsbereich der GDL-Tarifregelungen in den heutigen GDL-Mehrheitsbetrieben zu überprüfen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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