Update: Chaos bei der Bahn / Orkanböen fällen Bäume

Unwetterwarnung für den Norden

+
Der Deutsche Wetterdienst warnt für den Montagvormittag vor extremen Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 140 Stundenkilometern.

Der erste schwere Herbststurm ist da: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Orkanböen, die mit einer Windstärke von bis 12 die ostfriesischen Inseln und die Nordseeküste treffen könnten. Wegen gesperrter Bahnstrecken müssen Reisende lange ausharren, um ans Ziel zu kommen.

Update 17.45 Uhr:

Der erste schwere Herbststurm des Jahres ist am Montag über Niedersachsen gefegt und hat ein Todesopfer gefordert. Eine Autofahrerin wurde in ihrem Wagen von einem umstürzenden Baum bei Schortens (Kreis Friesland) erschlagen. Orkanböen wirbelten durch weite Landstriche und über Inseln. Auf Juist wurden Rekordwerte von 170 Stundenkilometern gemessen.

Update 16 Uhr:

Der Sturm hat den Bahnverkehr im Nordwesten Niedersachsens weitgehend lahmgelegt. Die Nordwestbahn habe ihren Betrieb in Teilen Niedersachsens und in Bremen vorübergehend eingestellt, teilte das Unternehmen am Montag in Osnabrück mit. Betroffen sind acht Verbindungen, darunter Wilhelmshaven-Bremen, Wilhelmshaven-Osnabrück, Bremen-Osnabrück sowie Bremerhaven-Twistringen. Die Züge sollten voraussichtlich erst ab 20 Uhr wieder rollen, sagte ein Sprecher.

Homepage der Bahn:

Auf folgenden Strecken findet infolge von Sturmschäden zur Zeit kein Zugverkehr statt:

Bremen - Bremerhaven

Bremen - Hannover

Hude - Norddeich

Meppen - Norddeich

Rheine - Emden

Die aktuellen Meldungen für Niedersachsen finden Sie hier: http://www.bahn.de/blitz/view/niedersa/uebersicht.shtml

Update - 14 Uhr:

Umgestürzte Bäume sorgten für Sperrungen auf mehreren wichtigen Bahnstrecken, so dass Tausende von Fahrgästen in den Bahnhöfen festsaßen. Umgeknickte Bäume machten auch vielen Autofahrern auf den Straßen zu schaffen. Größere Schäden blieben jedoch bis zum Nachmittag aus. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Orkanböen mit bis zu 12 Windstärken auf den ostfriesischen Inseln, der Nordseeküste und auf dem Brocken.

Bäume im Gleisbett und auf Oberleitungen: Die Reparaturtrupps der Bahn mussten immer wieder mit speziellem Gerät ausrücken, um Störungen zu beseitigen. Nach und nach wurden die Strecken zwischen Minden und Hannover, zwischen Emden und Leer, Stubben und Bremerhaven gesperrt. Auch die wichtigen Fernverbindungen zwischen Bremen und Hannover bei Hagen sowie zwischen Bremen und Hamburg bei Sottrum wurden blockiert.

Auf vielen Bahnhöfen kam es zu chaotischen Situationen, weil Reisende keine Informationen über die Weiterfahrt bekamen. Die Bahn bemühe sich um Ersatzverkehr, das könne aber dauern, sagte ein Sprecher. Wie lange die Störungen dauern könnten, sei noch nicht absehbar.

Unwetter in Stuhr, Syke, Diepholz und Niedersachsen

Unwetter in Stuhr, Syke, Diepholz und ganz Niedersachsen

Vorsorglich wurde der Fährverkehr zu einigen ostfriesischen Inseln eingeschränkt. In Emden blieb der schnelle Katamaran zur Insel Borkum im Hafen. Die reguläre Borkum-Fähre war davon nicht berührt. Auch von und nach Langeoog verkehrten weniger Fähren als sonst. Der Fährverkehr nach Wangerooge wurde komplett eingestellt.

Uni-Gebäude in Göttingen demoliert

Der Sturm hat am Montag auch einen Neubau der Universität Göttingen erheblich demoliert. Auf einer Fläche von etwa 40 bis 50 Quadratmetern seien durch Böen schwere Dämmplatten aus der Fassade des Bio-Forschungszentrums auf dem Nordcampus herausgerissen worden und in die Tiefe gestürzt, sagte ein Hochschulsprecher. Menschen seien zum Glück nicht in der Nähe gewesen. Allerdings wurden sieben geparkte Autos beschädigt und zum Teil völlig zerstört. Den Sachschaden bezifferte der Sprecher auf etwa 150.000 Euro.

Sturm demoliert Uni in Göttingen

Im Gifhorner Nordkreis verletzten sich zwei Autofahrer, als ihr Wagen gegen eine umgekippte Birke auf der Fahrbahn prallte. In Osnabrück wurde ein Haus evakuiert, nachdem ein Baum auf das Gebäude fiel. Wegen des Sturmes wurde der Tierpark Nordhorn aus Sicherheitsgründen geschlossen, da dort stehende alte Bäume zu einer Gefahr für Besucher werden könnten.

Freimarkt Bremen:

Das Stadtamt und die zuständigen Sicherheitsbehörden, Polizei, Feuerwehr und Bauordnung, haben entschieden, dass der Freimarkt am heutigen Montag wegen des Sturms nicht zur gewohnten Zeit öffnen kann. Bei Böen bis zur Windstärke 11 kann ein sicherer Betrieb des Volksfestes nicht gewährleistet werden.

Unwetterwarnung:

Ab heute früh im Westen wieder Windzunahme, so dass dort stürmische Böen und Sturmböen auftreten, später auch schwere Sturmböen. An der Nordsee und in Schleswig-Holstein, sowie in exponierten Berglagen ist ab Mittag mit Orkanböen um 120 Stundenkilometer zu rechnen, binnenwärts treten schwere Sturmböen oder orkanartige Böen auf. Auf den nordfriesischen Inseln besteht nachmittags die Gefahr extremer Orkanböen bis 130 Stundenkilometer. Im restlichen Deutschland ist überwiegend mit steifen bis stürmischen Böen zu rechnen, auf den Bergen weiterhin mit schweren Sturmböen, in exponierten Gipfellagen mit Orkanböen.

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare