Medizinische Hochschule Hannover sieht keine Hygienemängel

Gammelrohre, Feuchtigkeit und Dreck: „Stern“ vermeldet Gefahr für Patienten

+
Der MHH-Präsident des Ressorts Forschung und Lehre Prof. Dr. Christopher Baum spricht zu Beginn einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz

Hannover - Ein Verdacht auf Hygieneprobleme und eine potenzielle Gefahr für  Patienten bei der renommierten Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat am Mittwoch für Aufsehen gesorgt.

Bilder der Lüftungsanlagen werden während einer Pressekonferenz in der Medizinischen Hochschule Hannover Journalisten gezeigt.

Das Magazin „Stern“ berichtete über Gammelrohre, mangelnden Brandschutz und nicht ausreichende Hochleistungsfilter für Operationsräume. Die MHH dementierte prompt latente Gefahren für Patienten und verwies auf ihr Kontrollnetz, das engmaschig sei. Die Anlagen würden eigenverantwortlich und über den TÜV geprüft. Beanstandungen habe es bislang keine gegeben, sonst wären die OPs sofort dicht gemacht worden. Das Magazin berichtete unter Berufung auf Dokumente, interne Schreiben und Fotos über angebliche Gefahren in den Operationssälen. Zwar sei noch niemand zu Schaden gekommen, doch hätten sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren die hygienischen Bedingungen dramatisch verschlechtert. In den OP-Räumen gewährleiste zudem nur noch eine einzige Lage Hochleistungsfilter die Keimfreiheit - „als letzte Bastion zwischen offenen Wunden und Staub aus den Schächten“.

Der Präsident der von Land Niedersachsen mitfinanzierten Uniklinik, Christopher Baum, widersprach den Vorwürfen. „Für unsere Patienten besteht keinerlei Risiko“. Insgesamt ginge es in dem Bericht um sieben OP-Räume in zwei Blöcken. Die Verantwortlichen der MHH verwiesen darauf, dass die Gebäude bis zu 40 Jahre alt und Sanierungsarbeiten bereits geplant seien. Noch in diesem Jahr solle einer der OPs für rund 180 000 Euro saniert werden. Für die sechs anderen würden von 2015 an mit Übergangslösungen mehr als 20 Millionen Euro benötigt. Das Alter der Gebäude habe jedoch zu keiner Zeit zu möglichen Gesundheitsgefahren bei Patienten geführt.

Der Leiter der Technik an der Medizinischen Hochschule, Uwe Richter, sagte: „Einen akuten Missstand kann ich beim besten Willen nicht erkennen.“ In der Klinik habe es nach TÜV-Prüfungen noch nie eine Stilllegung gegeben. Auch die Leiterin der Krankenhaushygiene, Iris Chaberny, schließt überhöhte Keimbelastungen durch angebliche bauliche Mängel aus. „Wenn irgendetwas auffällig gewesen wäre, hätten wir sofort gehandelt.“

Mehr zum Thema

Kommentare