Steine und Betonplatten auf Bahngleise gelegt

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Bienenbüttel/Stubben/Bardowick - Mehrere Blaulichteinsätze haben Kinder und Jugendliche am Wochenende verursacht. Durch Auflegen von Hindernissen brachten sie sich und andere in Lebensgefahr. Die Bundespolizeiinspektion Bremen ermittelt wegen gefährlicher Eingriffe in den Bahnverkehr.

Bienenbüttel, Bahnstrecke Hamburg - Hannover: Mit 200 km/h ist am Samstagnachmittag der ICE 881 im Bahnhof Bienenbüttel über mehrere Kabelschachtabdeckungen gefahren. Als Bundespolizisten eintreffen, kracht es erneut. Auch der ICE 681 von Hamburg nach Hannover überfährt mit 200 km/h Steine und Betonplatten. Splitter fliegen den Beamten entgegen - nach dem ersten Überfahren wurden weitere Platten aufgelegt. Sie werden glücklicherweise nicht verletzt. Die Beamten entdecken auch auf dem anderen Gleis Betonplatten und stoppen gerade noch rechtzeitig den Metronom 82119. Zwei Kinder flüchten beim Erkennen der Streife unerkannt vom Bahnhof in den Ort. Die Züge werden noch auf Schäden untersucht. Durch die Eingriffe verspäteten sich 15 Züge.

Stubben, Bahnstrecke Bremen - Bremerhaven: Ebenfalls am Samstagnachmittag haben Bundespolizisten fünf Kinder im Alter von 9 - 11 Jahren an der Bahnstrecke in Gewahrsam genommen und zu ihren Eltern gebracht. Zwei stehen im Verdacht, rund 60 Steine auf die Gleise gelegt zu haben, die die Gruppe dann gemeinsam durch Steinwürfe von dem Schienen warf. Mehrere Lokführer hatten bereits aufgelegte Steine überfahren. Es ist nicht auszuschließen, dass dieselbe Gruppe in der Vergangenheit Züge beworfen hat. Ermittlungen dauern an.

Lüneburg-Bardowick, Bahnstrecke Hamburg - Hannover: Mehrere Schottersteine und ein Moniereisen haben zwei Jungen am Sonntagnachmittag auf die Bahnstrecke gelegt. Lokführer meldeten noch rechtzeitig "spielende Kinder" an der Strecke. Sie wurde gesperrt. Die Gegenstände wurden deswegen nicht überfahren. Als Bundespolizisten eintreffen, flüchteten die beiden Jungen durch den niedrigen Wasserdurchlass des Landwehrgrabens.

Die Polizei zieht zu den Vorfällen ein Resümee:

Die Kinder wissen oft nicht, wie sie sich und andere Menschen gefährden. 200 km/h fahren Züge zwischen Hannover und Hamburg; 160 km/h zwischen Bremen und Bremerhaven. Kaum zwei Sekunden beträgt die Reaktionszeit zum Verlassen der Bahngleise beim Erkennen nahender Züge.

Das ist ebenso gefährlich, wie das Spielen auf Autobahnen: Allerdings können Züge weder ausweichen, noch auf Sichtweite anhalten - das erhöht die Gefahren sogar noch. Zwar unterrichtet die Bundespolizei jährlich viele Tausend Kinder in Schulen, aber es bleibt Aufgabe von Eltern, ihre Kinder über das Verbot des Betretens von Bahnanlagen zu informieren.

Quelle: kreiszeitung.de

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