Türken strömen zur Präsidentenwahl nach Hannover

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Türkische Wähler im Wahllokal in einer Messehalle in Hannover

Hannover - Die große Minderheit der in Deutschland lebenden Türken kann seit Donnerstag erstmals von hier aus über die Politik in der Heimat mitbestimmen. Zur Präsidentenwahl zog es viele in das zentrale Wahllokal auf dem Messegelände in Hannover.

Zum Start der türkischen Präsidentenwahl haben am Donnerstag zahlreiche Wähler ihre Stimme in Hannover abgegeben. In einer Messehalle wurde für die rund 182 500 Wahlberechtigten aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt ein zentrales Wahlbüro eingerichtet. Gleich zur Öffnung der Messehalle gab es großen Andrang, Schlange stehen brauchte aber niemand. Nach vorheriger Registrierung mussten die Wähler eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen passieren, ehe sie in einer der 66 Urnen ihre Stimme abgeben konnten. Die Wahl für die Auslandstürken läuft bis Sonntag, in der Türkei selbst wird am 10. August gewählt.

Neben Hannover gibt es sechs weitere Wahllokale für die Türken in Deutschland, die erstmals von hier aus an einer Wahl in ihrer Heimat teilnehmen können. Bundesweit waren rund 1,4 Millionen Türken zu dem Urnengang aufgerufen. Zur Wahl stehen neben Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan von der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP der von den beiden größten Oppositionsparteien nominierte Kandidat Kemal Kilicdaroglu sowie der pro-kurdische Vertreter Selhattin Demirtas. Der amtierende Präsident Abdullah Gül tritt nicht mehr an. Viele der in Hannover angereisten Türken begrüßten die Wahlmöglichkeit in Deutschland, oft hatten sie seit vielen Jahren an keiner Wahl mehr teilgenommen. Obwohl sie zumeist schon seit Jahrzehnten in Deutschland wohnen und die Heimat nur noch von Urlaubsreisen kennen, sagten etliche, dass die Entwicklung und die Politik in der Heimat sie weiterhin interessierten.

Rund 130 Helfer vom Generalkonsulat und aus der Türkei gewährleisten in Hannover den Ablauf der Wahl. Beobachtet wurde diese in der Messehalle auch von Parteivertretern aus der Türkei. Die Urnen werden über Nacht aus Sicherheitsgründen im Generalkonsulat aufbewahrt und von türkischen Sicherheitskräften bewacht. Am kommenden Montag dann sollen die Urnen zur Auszählung in die Türkei geflogen werden. Die Wahlberechtigten mussten zur Teilnahme vorab online einen Termin vereinbaren. Wer diese Möglichkeit nicht nutzte, erhielt einen Wahltag mit einem Zeitfenster zur Stimmabgabe zugewiesen.
dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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