Stahlhersteller Salzgitter rechnet mit weiterem Verlustjahr

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Ein Coil hängt im Stahlwerk der Salzgitter AG an dem Magneten eines Krans (Archivfoto vom 15.09.2010). Der zweitgrößte deutsche Stahlhersteller Salzgitter rechnet nach einem enttäuschenden vergangenen Jahr auch 2014 noch nicht mit einer Rückkehr in die Gewinnzone.

Salzgitter - Von Heiko Lossie. Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher Salzgitter hat wie erwartet ein verlustreiches Jahr hinter sich. Auch das letzte Quartal brachte keine Wende und 2014 soll es schwierig bleiben. Die Hoffnungen ruhen weiterhin ganz auf dem Sparprogramm mit seinen Stellenstreichungen.

Deutschlands zweitgrößter Stahlhersteller Salzgitter steuert auf sein drittes Verlustjahr in Folge zu. Der Preisverfall und Wettbewerbsdruck auf dem kriselnden europäischen Markt haben den Konzern weiter fest im Griff. Das Unternehmen rechnet nach einem verlustreichen Verlauf des vergangenen Jahres auch für 2014 noch nicht mit einer Rückkehr in die Gewinnzone. Der M-Dax-Konzern aus Niedersachsen stellte am Freitag lediglich in Aussicht, dass das Ergebnis vor Steuern dieses Jahr in der Nähe des ausgeglichenen Bereichs ankommen dürfte.

In den Eckdaten der Bilanz des vergangenen Jahres spricht Salzgitter erneut vom „zunehmend scharfen Preiswettbewerb im europäischen Markt“ oder einer „eklatanten Unterauslastung“ der wichtigen Sparte für Großrohre. Abschreibungen auf die verlustreiche Tochter Peiner Träger und Kosten für weitere Sparbemühungen hätten sich über das abgelaufene Jahr auf insgesamt 240 Millionen Euro summiert.

Die Tochter Peiner Träger stellt Langstahl für die Bauindustrie her. Rund 300 Jobs sind dort bereits weggefallen, teilweise kamen die Beschäftigten anderswo im Unternehmen unter. Insgesamt plant der Konzern die Streichung von gut 1500 Stellen. Der Arbeitsplatzabbau und das dazugehörige Reformprogramm „Salzgitter AG 2015“ sollen das Unternehmen flexibler machen und wieder in die Gewinnzone bringen. Zum Stand des Stellenabbaus gab es am Freitag keine neuen Angaben.

Die deutsche Nummer zwei hinter ThyssenKrupp kämpft wie die gesamte Branche gegen eine schwere Strukturkrise. Ein Grund für die Verluste sind Überkapazitäten, die den Preiskampf befeuern. Schon bei normaler Nachfrage hält der europäische Branchenverband Eurofer rund ein Viertel der Produktionskapazität für zu viel.

Im vergangenen Jahr war der Salzgitter-Konzern tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich steht beinahe eine halbe Milliarde Euro Minus. Die 489,6 Millionen Euro Verlust nach Steuern sind fast fünf Mal so hoch wie das Vorjahresergebnis aus 2012 (minus 99,8 Mio Euro). Der Negativtrend ließ auch im Schlussquartal 2013 nicht nach.

Hauptgrund für das Minus ist mit 185 Millionen Euro eine Abschreibung auf die Tochter Peiner Träger, zu der weitere Kosten für das Sparprogramm hinzukommen. Mit den gut 1500 wegfallenden Jobs geht es um gut sechs Prozent der insgesamt rund 25 000 Stellen.

Der Umsatz sackte angesichts des hohen Preisdrucks in der Branche und einer schwachen Auftragslage im Röhrengeschäft um gut elf Prozent auf 9,2 Milliarden Euro ab. Die Planung für 2014 verspricht „etwa zehn Milliarden Euro“ Erlöse. Salzgitter warnt bei dem Ausblick aber vor generellen Unwägbarkeiten: „Prognosen zur Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Situation sind schon grundsätzlich, besonders aber im gegenwärtigen europäischen Umfeld, von hoher Unsicherheit geprägt.“ Auch die Energiepolitik bleibe ein Unsicherheitsfaktor.

Die Börse strafte die Neuigkeiten ab. Die Salzgitter-Aktie lag mittags am hinteren Ende der Verlierergruppe im MDax. Der Abschlag betrug etwa anderthalb Prozent in einem insgesamt wenig veränderten Gesamtmarkt.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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