Arbeiter stoßen bei Baggerarbeiten auf Plastikboxen

Stadt Dinklage will gefundenes Gold verwerten

Dinklage - Plastikboxen voller Geld und Gold hatten Arbeiter im Juni 2016 auf einem Friedhof im Landkreis Vechta entdeckt. Da sich kein Eigentümer gemeldet hat, will die Stadt Dinklage das Gold nun verwerten.

Nach dem Fund von sieben Plastikboxen mit Bargeld und Goldmünzen auf einem Friedhof in Dinklage erwägt die Stadt im Landkreis Vechta nun, das Gold zu verwerten. "Wir müssen uns jetzt mal schlau machen in den nächsten Tagen und Wochen, wie die Goldkurse liegen und müssen natürlich versuchen den größtmöglichen monetären Gewinn rauszuholen", sagte Bürgermeister Frank Bittner am Mittwoch. Da sich bis zum 27. März kein Eigentümer gemeldet habe, dürfe die Stadt die Goldmünzen nun verwerten, versteigern oder verkaufen. Bittner verwies allerdings auf eine noch geltende Dreijahresfrist, in der sich der Eigentümer melden kann. "Sollten wir es verwertet haben, würde die Stadt das Geld rausgeben." Über die Pläne der Stadt hatte zunächst der NDR berichtet.

Die Behälter waren im Juni 2016 aufgetaucht. Arbeiter fanden sie bei Baggerarbeiten auf dem Friedhof. Nach Angaben der Stadt waren in den Kunststoffboxen neben Geldscheinen auch Goldmünzen unterschiedlicher Prägungen, darunter der Krügerrand. Über den Wert verrät die Stadt nichts. Bittner zufolge haben Polizei und Staatsanwaltschaft geprüft, ob der Fund aus einem Verbrechen stammen könnte. 

"Er konnte keiner Straftat zugeordnet werden", sagte der Bürgermeister. Daher sei nun die Stadt am Zug. In der kommenden Woche werde er seinen Kämmerer beauftragen, sich mit dem Anwalt und der Bank in Verbindung zu setzen.

Ob die Arbeiter, die die Dosen fanden, oder die Gemeinde als Friedhofseigentümer Ansprüche anmelden werden, ist noch unklar. "Die Beteiligten haben sich natürlich bei uns gemeldet", sagte der Bürgermeister. Aber: "Bislang hat noch keiner geklagt."

Die Rechtsauffassung der Stadt ist inzwischen, dass die Boxen mit dem wertvollen Inhalt sogenannte unanbringbare Sachen sind. "Es handelt sich nicht um eine Fundsache", betonte Bittner und erklärte: "Finden kann man nur, was andere verloren haben - so die momentane Rechtsauffassung." Gerichtsurteile zu einem solchen Fall gebe es bislang nicht.

Diese Auslegung kommt der Stadt zugute, denn so greift das Fundrecht nicht. Nach dem Fundrecht hätte der Finder nach einer gewissen Zeit ein Recht auf den Fund, wenn sich kein Eigentümer meldet.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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