Stader Airbus-Werk feiert 50-jähriges Bestehen

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Hinter dem Modell des A 380 betrachten Besucher betrachten ein Seitenleitwerk des Großraumflugzeugs.

Stade - Als Außenstelle des Hamburger Flugzeug-Werks fing es 1959 mit 100 Mitarbeitern an. Heute arbeiten rund 1900 Beschäftigte im Stader Airbus -Werk, das sich mittlerweile zum Spezialisten für Kohlefaserverstärkten Kunststoff gemausert hat.

Am morgigen Sonntag (23. August) feiert der Standort sein 50-jähriges Bestehen. In den fünf Jahrzehnten wuchs das Werk stetig und entwickelte sich zu einer treibenden Wirtschaftskraft in der Region, wie Stades Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs erklärt. „Airbus ist der größte Arbeitgeber in der Stadt.“

Auch dieses Teil wird später in ein Leitwerk eingebaut

Der runde Geburstag wird am Sonntag beim Familientag auf dem Firmengelände gefeiert - zusammen mit dem Jubiläum 40 Jahre Airbus. „Im Zentrum der Feier stehen die Arbeitnehmer und deren Familien und nicht die öffentliche Präsentation des Unternehmens“, sagte Werksleiter Jens Walla. Die Mitarbeiter können fünf Angehörigen und Freunden ihren Arbeitplatz zeigen. Normalerweise ist das etwa 90 000 Quadratmeter große Gelände nicht öffentlich zugänglich. Mit einem Hubschrauber und Kränen können die Besucher das Werk aus der Luft betrachten.

Vor 50 Jahren begann der Stader Werk als Außenstelle für Montagearbeiten. Seit 1981 ist es ein eigenständiger Standort. Seitdem habe sich das Werk auf die Verarbeitung des Kohlefaserverstärkten Kunststoffes (CFK) spezialisiert, berichtet Walla.

Der Durchbruch kam 1983 mit der Auslieferung des ersten CFK-Seitenruders und der Produktion der CFK-Leitwerke für den Flugzeugtyp A300. „CFK ist elementar für Stade. Der Werkstoff wird immer mehr verwendet und wir arbeiten zu 100 Prozent mit CFK“, sagt Walla, der seit Dezember vergangenen Jahres das Werk leitet. Der Betrieb ist bei Airbus und im EADS-Konzern der CFK-Spezilist. Heute würden in Stade alle Seitenleitwerke für sämtliche Airbus-Flugzeuge aus CFK gebaut, sagt Airbus-Manager Stefan Altenbauch. „Bisher bestehen die Flugzeuge maximal zu 23 Prozent aus CFK. Der neue A350, der 2013 in Serienfertigung gehen sollen, wird zu 53 Prozent aus CFK gebaut“, erklärt Altenbach. Die Bedeutung von CFK betont auch Wirtschaftsförderer Friedrichs: „Airbus hat das Wissen über den Kunststoff und der wird auch für andere Branchen genutzt.“

Für die Fertigstellung des Seitenleitwerks ist die Arbeit auf mehreren Etagen nötig.

Dank des Flugzeugbauers sei Stade zum Hochschulstandort geworden. Beim CFK-Campus werden Ingenieure für die Verarbeitung und Weiterentwicklung des Kunststoffes ausgebildet. Beim Familientag wird außerdem die neue Halle 60 mit etwa 40 000 Quadratmetern übernommen. „Ende des Jahres beginnt dort die Produktion des A380“, berichtet Walla. Airbus investiert rund 520 Millionen Euro in die Erweiterung des Stader Werks. Deshalb blickt Walla trotz Wirtschaftskrise positiv in die Zukunft. „Uns droht keine Kurzarbeit wie vielen anderen Betrieben in der Metallbranche.“ Die kommenden Jahrzehnte würden ebenso erfolgreich werden wie die vergangenen fünf, zeigt sich der Werksleiter überzeugt.

Von Charlotte Dubrau, dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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