Ermittlung gegen 100 Betriebe

Staatsanwalt: Betrug bei Eiern flächendeckende Praxis

Oldenburg - Betrügereien bei der Hühnerhaltung und der Eier-Kennzeichnung sind nach Erkenntnissen der Ermittler weit verbreitet. „Es scheint relativ flächendeckend Praxis gewesen zu sein“, sagte der Leiter der Oldenburger Staatsanwaltschaft, Roland Herrmann der Nachrichtenagentur dpa.

Seine Behörde ermittelt gegen rund 100 Betriebe in Niedersachsen, die zu viele Tiere in einem Stall gehalten haben sollen. Die Eier sollen zum Teil als angebliche Bio-Eier in den Handel gelangt sein. Die Betriebe seien alle durchsucht worden, sagte Herrmann. Gegen einige stehe das Verfahren kurz vor dem Abschluss. Die Ermittlungen werden insgesamt aber noch längere Zeit dauern. Ein Richter hatte den Fall vor einiger Zeit ins Rollen gebracht. In einem Zivilprozess habe ein Bauer ausgesagt, dass er zu viele Hühner für seinen Stall gekauft habe und dass das allgemein üblich sei, sagte Herrmann. Der Richter habe das Landesamt für Verbraucherschutz informiert, das wiederum die Staatsanwaltschaft eingeschaltet habe.

Diese ermittelt nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ seit Herbst 2011 wegen Betrugsverdachts gegen einige Betriebe. Mit der Zeit sei die Zahl der Verdächtigen gewachsen, da die Auswertung von Lieferunterlagen neue Anhaltspunkte ergeben hätten, sagte Herrmann. „Gerade jetzt in dieser Größenordnung ist natürlich unser Interesse gewesen, erstmal in Ruhe Durchsuchen zu können, bevor die Täter gewarnt sind und alle Unterlagen vernichten, die uns jetzt weiterhelfen.“ Deshalb habe erst der Medienbericht den Fall bekanntgemacht. Bei einer Verurteilung wegen gewerbsmäßigen Betrugs könnte den Haltern seinen Angaben nach eine Haftstrafe von mindestens sechs Monaten drohen. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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