Fachkräftemangel

Sprachprobleme für junge Flüchtlinge oft Hürde vor Ausbildung

Hannover - In Niedersachsen nehmen noch nicht so viele junge Flüchtlinge eine Ausbildung auf wie von der Bundesagentur für Arbeit erhofft. Eine große Hürde seien mangelnde Deutschkenntnisse, sagte die Sprecherin der Regionaldirektion Niedersachsen/Bremen, Anja Schmiedeke.

Die Fachkräfteallianz Hannover startete am Dienstag ein neues Internetportal, das sich an Unternehmen richtet, die Flüchtlinge beschäftigen möchten. Damit werde das bereits bestehende Online-Angebot ergänzt, das sich direkt an Geflüchtete wendet, teilte die Landeshauptstadt mit.

Nach Angaben von BA-Sprecherin Schmiedeke begannen im vergangenen Jahr landesweit mehr als 200 junge Flüchtlinge eine Ausbildung, das waren doppelt so viele wie 2015. Knapp 800 Asylsuchende im Alter von 15 bis 24 Jahren fanden eine Anstellung, allerdings meist als ungelernte Helfer. Nach Angaben der Arbeitsagentur verfügen von den 16 000 gemeldeten 15- bis 24-jährigen Flüchtlingen nur 6200 über Grundkenntnisse in Deutsch.

Maßnahmen der Arbeitsagentur

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter bieten Maßnahmen an, die die Integration in den Arbeitsmarkt verbessern sollen - 3300 Flüchtlinge nahmen im vergangenen November daran teil. Zudem kombinieren rund 550 jugendliche Asylsuchende eine berufsschulische Qualifikation mit einem Einstieg in einen Betrieb.

Mitarbeiter des Integrationsprojekts für eine Handwerks-Ausbildung für Flüchtlinge berieten seit November 2015 über 1720 Flüchtlinge in Niedersachsen zu einer Ausbildung in diesem Bereich. "Hinzu kommen tägliche telefonische Beratungen", sagte Projektkoordinator Henning Strieben.

Problematisch sei im Moment der Zugang zu Unterstützungsleistungen der Agentur für Arbeit. Sie bleibe leider derzeit auch Asylbewerbern aus Afghanistan verwehrt, bei denen noch nicht wirklich feststeht, ob ihr Heimatland als sicher oder unsicher eingestuft werde, kritisierte Strieben. "Das Handwerk wünscht sich mehr Sicherheit - für beide Seiten, also für die Ausbilder und Auszubildenden."

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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