Steuergeld in Millionenhöhe

Ministerium will Erklärungen

+
Was passiert mit der gigantischen Halle direkt an der A 7? Die Nachnutzung ist noch völlig ungewiss. n

Bispingen - Die Landesregierung ist verärgert über die kurzfristige Schließung eines mit Steuergeld in Millionenhöhe geförderten Tourismus-Projekts: Die Skihalle Snow Dome in Bispingen macht Ostern wie berichtet dicht.

 Die Betreiber der Halle – im Kern die Ötztaler Bergbahnen im österreichischen Sölden – hatten am Dienstag überraschend das Aus für die Einrichtung im Heidekreis an der A 7 verkündet. Auch die 137 fest angestellten Mitarbeiter und rund 100 Saisonkräfte hatten keinen Hinweis auf die beabsichtigte Schließung erhalten. Ihnen wurden Abfindungen in Aussicht gestellt.

Finanzhilfe von fast fünf Millionen Euro

Zur Begründung wurde auf einen aufwendigen Sanierungsbedarf innerhalb der rund 23 500 Quadratmeter großen Halle verwiesen. Diese Maßnahmen könnten nur bei einer Schließung vorgenommen werden.

Der Snow Dome, der rund 500 000 Besucher pro Jahr anlockte, war 2006 eröffnet worden. Land und Bund hatten das Großprojekt samt Infrastruktur mit knapp fünf Millionen Euro bezuschusst. Insgesamt war von Investitionskosten von 35 Millionen Euro die Rede. Erst im Mai war die sogenannte Bindefrist abgelaufen; bei einer vorzeitigen Schließung hätten die Betreiber 3,4 Millionen Euro an direkten Fördermitteln erstatten müssen. Für heute hat das Wirtschaftsministerium nun Vertreter des Snow Dome und die Bispinger Bürgermeisterin zu einem Gespräch gebeten. Dabei soll es um weitere Aufklärung und die Zukunft der Anlage gehen. Ein Ministeriumssprecher sagte, man sei verwundert über das Vorgehen der Betreiber. „Wir haben kein Interesse an einer Investitionsruine, sondern an lebendigem Tourismus“, betonte er.

Die Skihalle in Bispingen verfügt über eine 300 Meter lange und bis zu 100 Meter breite Piste. Sie gilt als Europas komfortabelste und breiteste Hallenabfahrt. Der Gastronomiebereich umfasst 2 000 Quadratmeter, zudem gibt es in den Außenanlagen ein Hotel und einen Surf-Park. Ob und wie das Areal weiter genutzt wird, steht derzeit in den Sternen. Bispingens Bürgermeisterin Sabine Schlüter erhofft sich wie das Ministerium Aufklärung von den Investoren: „Die sind noch Antworten schuldig.“ Snow-Dome-Pressesprecherin Leonie Stolz konnte gestern keine näheren Angaben dazu machen, wann die Sanierungsarbeiten beginnen und wie teuer diese werden. Darüber sei in Bispingen niemand informiert worden. Ob es eine Wiedereröffnung als Skihalle geben wird? „Man könnte ja auch ein Wasserbecken einbauen und lange Rutschen auf der Piste installieren“, übte sich die Sprecherin in Galgenhumor. n hab/mk

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare