Umschlagvolumen sinkt um sechs Prozent

Seehäfen in Niedersachsen legen Bilanz für 2016 vor: Weniger Umschlag

Oldenburg - In den neun großen niedersächsischen Seehäfen sind im Vorjahr weniger Waren und Güter über die Kaikanten gegangen als 2015.

Das Gesamtvolumen sank um sechs Prozent auf 48,6 Millionen Tonnen, wie die Geschäftsführerin von Seaports of Niedersachsen, Inke Onnen-Lübben, am Montag bei der Jahrespressekonferenz der Seehäfen in Oldenburg mitteilte. "Wir sind trotzdem zufrieden. Für 2017 gehen wir von einem Umschlagsniveau im Seeverkehr wie 2016 aus."

Die Rückgänge betrafen vor allem das Massengut-Segment, sie waren auch stark technisch bedingt. So habe etwa wegen stillstehender Raffinerieanlagen die Abfrage von Rohöl abgenommen. Auch bei Kohle gab es Einbußen.

Im sehr starken Jahr 2015 hatten die neun Standorte einen Gesamtumschlag von 52 Millionen Tonnen und verzeichnet und damit ein Plus von 12 Prozent. Niedersachsens Wirtschafts- und Hafenminister Olaf Lies (SPD) sieht die Seehäfen des Bundeslandes insgesamt im Aufwind. Das zeigt aus seiner Sicht die Bilanz unter dem Strich.

Häfen als Schlagadern für die wirtschaftliche Entwicklung

Lies bezeichnete die Häfen als Schlagadern für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Niedersachsen will in diesem Jahr rund 57 Millionen Euro in die Hafeninfrastruktur investieren, zehn Millionen Euro mehr als 2016. Von privaten Umschlagsbetrieben und ansässigen Industrieunternehmen wurden im Vorjahr rund 65 Millionen Euro etwa für Gebäude und Ausstattung ausgegeben.

Lies sprach sich mit Blick auf die zunehmende Nutzung von Flüssiggas (LNG) als Antriebsstoff für Schiffe dafür aus, dass Wilhelmshaven Deutschlands künftiger LNG-Importterminal werden könne. Das müsse mit anderen Hafenstandorten besprochen werden. "Aber für Wilhelmshaven spricht fast alles." Ein Terminal dafür müsse aber letztlich privat von der Wirtschaft finanziert werden. Vom Bund werde es dazu kein Geld geben.

Viele Projekte vor dem Abschluss

In größten Hafen Wilhelmshaven ging der Gesamtumschlag 2016 um zehn Prozent auf 26,2 Millionen Tonnen zurück. Ein Grund: Die fehlende Menge an flüssigen Massengütern wie Rohöl. Positiv entwickelte sich dagegen der Containerumschlag: 481 720 TEU-Standardcontainer gingen über die Kaikanten und damit 13 Prozent mehr als 2015. "2018 sollten wir die 1 Million TEU greifbar haben", sagte Lies. Dann werde auch die Planung zur für die zweite Ausbaustufe beginnen.

Niedersachsen-Port-Geschäftsführer Holger Banik sagte, 2017 könnten viele Projekte abgeschlossen werden. So neigten sich etwa in Emden die Arbeiten für das langjährige Bauprojekt Nesserlander Schleuse dem Ende zu. Ein Schwerpunkt sei auch die Digitalisierung der Standorte.

Die Seaports of Niedersachsen GmbH ist für das Marketing in neun landeseigenen, niedersächsischen Seehäfen zuständig: Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Stade und Wilhelmshaven. Die ebenfalls landeseigene Gesellschaft Niedersachsen Ports ist nach eigenen Angaben mit 15 Hafenstandorten der größte Betreiber öffentlicher Seehäfen in Deutschland.

dpa

Quelle: kreiszeitung.de

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare