Aus dem Nicht-EU-Raum

Sechs Euro pro Paket: Neue Service-Pauschale von DHL und Co. schockiert Kunden

Online-Shopping-Freunde müssen seit dem 1. Juli eine unschöne Überraschung hinnehmen: Empfänger müssen teils an der Haustür sechs Euro für ihr Paket abdrücken.

Wer ab dem 1. Juli fleißig Pakete aus dem Nicht-EU-Raum bestellt, muss sich zukünftig auf den ein oder anderen Euro für Versandkosten mehr einstellen. Denn Kunden von DHL, UPS, Hermes und Co. müssen bereits ab Monatsanfang eine Service-Pauschale in Höhe von sechs Euro pro Paket abdrücken – entweder direkt an der Haustür oder in der Poststelle, wenn sie ihr Paket dort abholen.

Paket- und Brief-Express-Dienst:DHL
Gründung:1969, San Francisco, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Hauptsitz:Bonn
CEO:John Pearson

Neues Zustellverfahren ab 1. Juli: DHL-Paketboten klingeln nicht mehr

Schon so manch ein Online-Shopping-Fan wartete bereits stundenlang vor der heimischen Tür und lauschte jedem noch so kleinem Geräusch, in der Hoffnung, dass der Paketbote endlich die Treppen hoch stampft und das langersehnte Päckchen überreicht. Wie es das Schicksal aber so oft wollte, klingelte der Bote natürlich just in dem Moment, wenn man mal eben los zum Supermarkt nebenan gehuscht war. Wenn nicht ein netter Nachbar von nebenan sich erbarmte, dass 10 Kilogramm-Paket anzunehmen, half nur noch eines: Bis zum nächsten Werktag warten und zur Poststelle radeln – oder vorab einen Ablageort festlegen.

Ab dem 1. Juli dürfte sich für Online-Shopper allerdings einiges verändern. So heißt es in einem offiziellen Schreiben der DHL: „Künftig stellen wir ein für Sie bestimmtes Paket direkt an Ihrem Ablageort zu - ohne den Versuch der persönlichen Zustellung an der Haustür“. Heißt: Wer also einmal einen Ablageort angegeben hat, wird den Paketboten seines Vertrauens wohl nie wieder zu Gesicht bekommen, denn ab Juli klingeln die DHL-Boten dann nicht mehr.

Sechs Euro pro Paket: DHL erhebt ab 1. Juli Service-Pauschale

Das ist allerdings noch längst nicht die einzige Änderung, auf die sich Paket-Empfänger ab Juli 2021 einstellen müssen. Eine Service-Pauschale für Paketlieferungen aus dem Nicht-EU-Raum gab es zwar schon lange. Aber neu ist: Ab dem 1. Juli fällt bei Paketen aus dem EU-Ausland nun allerdings die Freigrenze von 22 Euro weg. Heißt also, dass Empfänger für ihre Pakete aus den USA, China, aber auch aus der Schweiz oder Großbritannien auch bei „Billig-Bestellungen“ eine Einfuhrumsatzsteuer und die Mehrwertsteuer an DHL, die Deutsche Post, Hermes, DPD oder UPS abdrücken müssen – entweder direkt an der Haustür oder in der Poststelle.

Die Zusatzkosten von knapp sechs Euro werden nicht vom Absender einkalkuliert, sodass den ein oder anderen bei der Zustellung des langersehnten Päckchen eine böse Überraschung erwartet. Ob sich dann Vorfälle wie in Kalifornien, wo eine Amazon-Botin und eine Kundin aneinander gerieten, häufen, bleibt abzuwarten.

Kunden von DHL, DPD, Hermes und Co. müssen ab dem 1. Juli eine Service-Pauschale von sechs Euro pro Paket abdrücken.

Besonders fies: Geht das Paket zum 1. Juli beim Zoll ein, muss der Empfänger die Servicepauschale von sechs Euro bereits entrichten, auch wenn das Bestelldatum vor dem 1. Juli liegt. Für den eigentlichen Zoll, der in der Regel zusätzlich erhoben wird, gilt weiterhin die Freigrenze von 150 Euro.

Aber: Ist der Warenwert so gering, dass die darauf anfallende Einfuhrumsatzsteuer weniger als einen Euro beträgt, müssen Kunden von DHL, UPS und Co. keinen Cent abdrücken. Auch bei Büchern, Kleidung oder Haushaltswaren die unter 5,23 Euro kosten, verzichtet der Zoll auf weitere Gebühren.

Trotz Service-Pauschale in Höhe von sechs Euro: So können Sie die zusätzliche Gebühr umgehen

Bei Amazon, H&M, Asos, Ebay, Zalando, Zara, Otto und vielen anderen Online-Anbieter entfällt allerdings die zusätzliche Gebühr, da bei der Bestellung bereits die Mehrwertsteuer erhoben wird. Wer nicht bei besagten Händlern bestellen will, kann die Service-Pauschale umgehen, indem die Bestellung bei einem Online-Shop aufgegeben wird, der bereits in der EU registriert ist oder wenn der Online-Shop die anfallende Mehrwertsteuer in einem EU-Land abführt.

Für gute Nachrichten sorgt in dem ganzen Heckmeck rund ums Pakete ausliefern einzig DPD: Zukünftig messen die fleißigen Paketboten auf ihren Touren in Hamburg die Luftqualität. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Gstettenbauer/IMAGO

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