Tödliche Begleiterscheinung

„Schwarzer Pilz“ bei Corona-Patienten: Fälle, Symptome und Gefahren

Schwarze Stellen im Gesicht, ausgefallene Zähne: Der „Schwarze Pilz“ kann als tödliche Begleiterscheinung bei einer Corona-Infektion auftreten.

In immer mehr Ländern werden Fälle vom Mukormykose, einem „Schwarzen Pilz“ bei Corona-Patienten gemeldet. Nachdem bereits in Indien, Irak, Iran, Uruguay, Afghanistan, Ägypten und Guatemala Infektionen aufgetreten waren, fielen nun einem 42-Jähriger in Bolivien nach überstandener Covid-19-Erkrankung die Zähne aus. Doch was steckt hinter dem mysteriösen „Schwarzem Pilz“?

Schimmelpilze:systematisch heterogene Gruppe von filamentösen Pilzen
Aspergillus (Gießkannenschimmel):Fusarium
Botrytis:Mucor (Köpfchenschimmel)
Curvularia:Penicillium (Pinselschimmel)
Acremonium:Dematiaceae (Schwärzepilze)
Alternaria:Eurotium (v. a.=Aspergillaceae)

„Schwarzer Pilz“ bei Corona-Patienten: Wo trifft Mukormykose auf?

Auch wenn Infektionen mit dem „Schwarzen Pilz“ normalerweise extrem selten sind und am ehesten unter Menschen mit geschwächtem Immunsystem beobachtet werden, mehrten sich besonders in Indien zuletzt die Fälle mit dem Pilz. Nach Angaben des „The Indian Express“, gab es allein im Bundesstaat Maharashtra mehr als 1.200 Infektionen.

Mukormykose-Epidemie in Indien: schwarzer Pilz besonders gefährlich für Coronakranke.

Laut der US-Gesundheitsschutzbehörde CDC löst eine bestimmte Gruppe von Schimmelpilzen, Pilze der sogenannten Ordnung Mucorales, die weltweit verbreitet sind, eine solche Infektion aus. Vor allem in der Natur, in Laub, Komposthaufen oder morschen Holz lässt sich der Erreger finden.

Zudem kann sich der Mucor-Schimmelpilz in Luftbefeuchtern oder Sauerstofftanks mit verschmutztem Wasser festsetzen und von dort aus verbreiten. „Die Mukormykose gibt es auf der ganzen Welt“, so Prof. Oliver Cornely, Leiter des Europäischen Exzellenzzentrums für invasive Pilzerkrankungen an der Uniklinik Köln gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Wie gefährlich ist „Schwarzer Pilz“? Besonders gefährdet sind Menschen mit einem Immundefekt

Die gute Nachricht zuerst: Grundsätzlich können Menschen die Sporen des „Schwarzen Pilzes“ zwar einatmen oder über den Kontakt mit verletzter Haut aufnehmen, allerdings ist das Immunsystem von gesunden Menschen in den meisten Fällen in der Lage, eine Infektion abzuwehren. Ausschließlich bei Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr oder schweren Erkrankungen kann die Mukormykose einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen.

Dazu zählen: Krebs- und Leukämiepatienten, Immungeschwächte Menschen, die eine Organspende oder eine Stammzellenspende erhalten haben, Frühgeborene, Menschen mit Diabetes, Menschen, die sich einer Kortisontherapie unterziehen müssen oder eben auch Corona-Patienten, die aufgrund von Long Covid anfälliger für den Erreger sind. Laut BBC tritt die Infektion meist zwischen zwölf und 18 Tage nach der Genesung von Covid-19 auf. Zu diesem Zeitpunkt ist zudem noch nicht absehbar , ob man infolge von Long Covid nicht nur unter körperlichen Langzeitschäden, sondern auch unter einer Verminderung der kognitiven Leistungsfähigkeiten leidet.

Allerdings ist eine Infektion laut Angaben der US-Seuchenschutzbehörde CDC nicht von Mensch zu Mensch oder Tier zu Mensch übertragbar.

Infektion mit „Schwarzem Pilz“: Diese Symptome treten besonders häufig auf

Eine Infektion mit dem „Schwarzen Pilz“ äußert sich zunächst mit schwarzen Stellen, die sich auf der Nase oder im Mund bilden. Zudem kann es zu Schwellungen im Gesicht, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Atembeschwerden, abgestorbenes Gewebe und Fieber kommen. Allerdings ist der Mucor-Schimmelpilz nicht nur aufs Gesicht beschränkt. Er kann auch die Haut, die Lunge, Knochen, Organe oder den Magen-Darm-Trakt befallen. „Das ist schon sehr widerwärtig, was diese Pilze mit dem menschlichen Gewebe und den Organen machen“, so Cornely.

Epidemie: Schwarzer Pilz (Mukormykose) befällt viele Coronakranke in Indien.

Sobald sich ein Patient mit „Schwarzem Pilz“ infiziert hat, wird das infiziertes und abgestorbenes Gewebe entfernt, damit der Pilz nicht das Gehirn befällt. Obwohl Antimykotika, ein Mittel, das Pilzinfektionen bekämpft, verabreicht wird, liegt die Sterblichkeit bei etwa 54 Prozent. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Shaukat Ahmed/imago

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