Kultusministerin erteilt Schulleitern eine Abfuhr

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Niedersachsens Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (l.) und die Schulleiterverbandsvorsitzende Helga Akkermann im Gespräch.

Celle - Mit Enttäuschung haben Niedersachsens Schulleiter auf einen Besuch von Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) bei ihrer Herbsttagung reagiert.

Wie erwartet erteilte die Ministerin der Forderung nach mehr Arbeitsentlastung und weniger Bürokratie am Dienstag auf der Tagung des Landesschulleitungsverbandes SLVN derzeit eine Absage. Handlungsspielraum für geringere Unterrichtsverpflichtung, kleinere Klassen und weniger Verwaltungsaufgaben sieht Heister-Neumann erst nach dem Wegfall des doppelten Abiturjahrgangs zu Schuljahresbeginn 2011/2012.

„Wir müssen jetzt die Rahmenbedingungen setzten, damit die Umsetzung 2011 beginnen kann“, sagte Heister-Neumann vor etwa 700 Schulleitern. Erste Gespräche mit dem Schulleitungsverband kündigte sie bereits für den kommenden Monat an. SLVN-Präsident Helga Akkermann wollte sich mit der Absichtserklärung nicht zufrieden geben. „Wir brauchen eine Sofortmaßnahme“, sagte sie nach der Rede der Ministerin. „Es gibt Schulleiter an Grundschulen, die unterrichten 20 Stunden pro Woche.“ Das seien doppelt so viele wie der SLVN für angemessen hält. Mehr als zwei Unterrichtsstunden am Tag seien für Schulleiter nicht tragbar.

„Maßnahmen zur Entschärfung der Situation in den Schulen wurden immer wieder angekündigt - was realisiert worden ist, stellt sich als Hinhaltetaktik und Aussitzen dar“, kritisierte SLVN-Sprecherin Jutta Klages. Auch in der Verwaltung gebe es zu wenig Unterstützung. Akkermann erhofft sich Unterstützung von der Landesschulbehörde bei der Auswahl von Aushilfslehrern sowie der Vertragsgestaltung. Unterstützung bekamen die Schulleiter von der Linksfraktion im Landtag. „Die aktuelle Situation ist auf Dauer nicht haltbar“, erklärte die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Christa Reichwaldt. Die Landesregierung sei in der Pflicht, mache aber nichts anderes als vertrösten.

Quelle: kreiszeitung.de

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