Mehrere Verkehrstote

Fünf Tote: Tragische Unfall-Serie in Niedersachsen

Tödlicher Unfall auf der B214 in Barver.
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Bei einem Unfall mit einem Laster sind am Donnerstagnachmittag bei Barver zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt worden.

Fünf Tote innerhalb weniger Stunden: Eine schreckliche Unfall-Serie erschüttert Niedersachsen. Kreiszeitung.de sprach mit einem Verkehrsexperten über mögliche Ursachen.

Niedersachsen – Es begann im Landkreis Verden am Donnerstagnachmittag, 14. Oktober 2021: Zwischen Döverden und Westen prallte ein 18-Jähriger frontal gegen einen Baum. Der junge Mann aus Dörverden verstarb noch an der Unfallstelle. Warum er von der Fahrbahn geriet: unklar.

Fünf Tote bei Unfällen in Niedersachsen

Deutsches Land:Niedersachsen
Fläche:47.614 km²
Hauptstadt:Hannover
Bevölkerung:7,982 Millionen (2019)
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Nur wenig später kommt es im 60 Kilometer entfernten Barver (Landkreis Diepholz) zu einem Horror-Unfall: Eine Familie ist im Auto auf der B214 unterwegs, als ihr ein Lastwagen entgegenkommt. Aus ungeklärter Ursache kracht der vollbesetzte Kombi in das tonnenschwere Fahrzeug. Ein elfjähriges Kind und sein Onkel sterben, die Beifahrerin und ein weiteres Kind (6) werden schwer verletzt.

Am Abend sterben bei weiteren Unfällen noch eine Frau im Landkreis Rotenburg und in der Nacht zu Freitag ein Mann auf der Autobahn A1 bei Oyten. Fünf Menschen, die innerhalb weniger Stunden bei tragischen Verkehrsunfällen im Bremer Umland ums Leben kamen.

Viele Tote bei Unfällen in Niedersachsen: Wie konnte es dazu kommen?

Wie kann es zu so einer schrecklichen Unfall-Serie kommen? Und lässt sich so etwas überhaupt verhindern? Darüber sprach kreiszeitung.de mit Thomas Gissing von der Polizeiinspektion Diepholz. „Bei diesen Unfällen muss man unterscheiden, sie waren alle unterschiedlicher Art“, so Gissing.

Unfällen liege aber oftmals ein wiederkehrendes Muster zugrunde: „Ein ehemaliger Kollege von mir hatte dafür einen Begriff: ‚das Augenblickversagen‘“, sagt Gissing. Damit sei das Fehlverhalten oder falsche Einschätzungen von Autofahren gemeint, etwa zu einem Überholmanöver ansetzen, wenn Gegenverkehr kommt, die Vorfahrt nehmen, wenn man diese nicht hat.

In solchen Momenten funktioniert der Mensch nicht.

Thomas Gissing über den Augenblick nach entscheidenden Fehlern

Viele Menschen würden sich auch häufig überschätzen. Ist dieses Augenblickversagen erst einmal passiert, dann sei es für Verkehrsteilnehmer sehr schwer, darauf noch zu reagieren. Gissing: „In solchen Momenten funktioniert der Mensch nicht.“

Fünf Menschen sterben bei Unfällen in Niedersachsen: „Das krasse ‚Ich-Denken‘ von Autofahrern ein Problem“

Zudem können verschiedene Faktoren die Unfallgefahr erhöhen: Wettergegebenheiten wie Nebel, Dunkelheit, Regen und tief stehende Sonne, aber auch die Beschaffenheit der Fahrbahn, Wildwechsel oder Ernteverkehr können zu Unfällen führen. Situationen, die beim Übergang von Sommer auf Herbst zusammenkommen können.

Und einen weiteren Faktor stellt Polizist Gissing fest: „Auch das krasse ,Ich-Denken‘ von Autofahren halte ich persönlich für ein Problem, da gilt viel zu oft die Denkweise: Ich muss schnell irgendwohin und denke im Verkehr nur an mich.“

Man müsse als Autofahrer nicht immer auf sein Recht pochen und in Wut verfallen, wenn einer einem die Vorfahrt nimmt. Auch müsse man immer mit den Fehlern anderer rechnen. „Mehr Rücksicht aufeinander und den Fuß öfters vom Gas nehmen“, rät Gissing. Das würde schon einiges helfen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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