Schiffbruch auf der Hunte: Langwierige Bergung erwartet

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Experten prüfen, wie das Schiff geborgen wird, damit der Fluss wieder passierbar wird.

Neuenhuntorf  - Mit einem lauten Knall ist Dienstagnacht ein Binnenschiff nach einer Havarie auf der Hunte durchgebrochen. Nun prüfen Experten, wie das Schiff geborgen wird, damit der Fluss wieder passierbar wird.

Nach der Havarie eines Binnenschiffs auf der Hunte bei Neuenhuntorf (Kreis Wesermarsch) bereiten sich Experten auf eine langwierige Bergung vor. Dies könne mindestens eine Woche dauern, sagte Rüdiger Oltmanns vom Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen am Mittwoch. Die „Janine“ war Dienstagabend aus dem Ruder gelaufen, gegen ein Ufer gefahren und hatte sich quergestellt. Das 85 Meter lange und neun Meter breite Schiff hängte sich darauf an beiden Uferböschungen auf und brach unter der Last von 1100 Tonnen Erz in der Mitte zusammen.

Binnenschiff bricht in der Mitte durch

Binnenschiff bricht in der Mitte durch

Die „Janine“ ist praktisch ein Totalschaden, sagte Oltmanns. Der Kapitän, seine Frau und die Tochter sowie zwei Hunde hatten sich mit einem Beiboot ans Ufer gerettet. Die Wasserschutzpolizei vermutet einen Ausfall des Ruders als Unfallursache. Untersucht wird auch, ob der Kapitän Ruhezeiten eingehalten und das Nachtfahrverbot beachtet hat.

Am Donnerstag soll von einer schwimmenden Arbeitsplattform mit einem Bagger die Ladung geborgen werden. Dies werde drei bis vier Tage dauern, sagte Oltmanns. Danach soll ein Schwimmkran das Schiff anheben. Ob es von der Unfallstelle wieder auf eigenem Kiel weg kommt, ist unklar.

Schiffbruch auf der Hunte

Schiffbruch auf der Hunte

Vielleicht droht dem Havaristen ein ähnliches Schicksal wie der „Hydra“: Das Binnenschiff war im Februar 2000 ganz in der Nähe am Ufer gestrandet und musste nach dem Auseinanderbrechen in zwei Teile zerschnitten werden. „Genau das ist meine Befürchtung“, sagte Oltmanns. Die Entscheidung werde der Versicherer in Abstimmung mit dem Bergungsunternehmen treffen. Bislang sei kein Öl aus dem Tank mit 9500 Litern Dieselöl ausgelaufen.

Die Behörden rechnen mit einer Sperrung der Hunte von 7 bis 14 Tagen. Binnenschiffe auf dem Weg von oder nach Oldenburg müssen nun einen Umweg von zwei Tagen über die Weser bis Minden zum Mittellandkanal, den Dortmund-Ems-Kanal, die Ems und den Küstenkanal steuern. Der Flussabschnitt wird täglich von 20 bis 30 Schiffen befahren.

Quelle: kreiszeitung.de

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