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Schießerei in Stade: Ein Toter (23) – Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes

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Von: Sebastian Peters, Johannes Nuß, Yannick Hanke

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Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort
Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort © Sebastian Peters

In Stade – direkt am Stadthafen – sind in der Nacht zu Dienstag, 20. September, Schüsse gefallen. Eine Person verstarb, zwei sind verletzt. Haftbefehl gegen Tatverdächtigen.

Update von Mittwoch, 21. September 2022, 16:40 Uhr: Stade – Die Staatsanwaltschaft Stade hat am Mittwoch einen Haftbefehl gegen einen 28-jährigen Stader erlassen. Gegen den Mann wird im Zuge der Schießerei vom vergangenen Montag ermittelt. Er war zunächst von den Ermittlungsbehörden vorläufig festgenommenen worden, inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Mordes.

Schießerei in Stade: Ein Toter (23) – Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes

Die Staatsanwaltschaft sieht in Bezug auf die Tötung eines 23-jährigen Staders nunmehr das Mordmerkmal der Heimtücke als erfüllt an. Daneben hat der Beschuldigte nach der Schussabgabe auf den 23-Jährigen offenbar weitere Schüsse auf drei zufällig in dem Stader Schnellrestaurant befindliche Rettungskräfte – die Zeugen des Vorfalls waren – abgegeben. Die insoweit abgegebenen Schüsse verfehlten alle ihr Ziel, sind aber nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft in der Absicht erfolgt, die Rettungskräfte zu töten, um sie so einerseits an der Rettung des 23-Jährigen zu hindern und andererseits die Aufklärung der begangenen Straftat damit zu verdecken oder zu erschweren.

Demzufolge besteht gegen den Beschuldigten dringender Tatverdacht wegen Mordes, versuchten Mordes in drei Fällen sowie versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Das Amtsgericht Stade hat den Haftbefehl nach inzwischen erfolgter Vorführung antragsgemäß erlassen. Der Beschuldigte hat sich zu keinem Zeitpunkt zur Sache eingelassen und wurde in eine Justizvollzugsanstalt in Niedersachsen verbracht.

Schießerei in Stade: Staatsanwaltschaft will Antrag auf Haftbefehl gegen 28-jährigen Tatverdächtigen stellen

Update von Mittwoch, 21. September 2022, 13:01 Uhr: Stade – Nach den tödlichen Schüssen in Stade will die Staatsanwaltschaft im Laufe vom Mittwoch, 21. September 2022, einen Antrag auf Haftbefehl gegen den 28 Jahre alten Verdächtigen stellen. Wie ein Sprecher der Anklagebehörde sagte, würden die Ermittler davon ausgehen, dass der Verdächtige für beiden Taten, Totschlag und versuchter Totschlag, verantwortlich sei.

Update von Dienstag, 20. September 2022, 18:41 Uhr: Stade – Der vorläufig festgenommene 28-jährige Stader wurde inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen und befindet sich im Polizeigewahrsam. Die Staatsanwaltschaft Stade wird gegen ihn morgen einen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags und des versuchten Totschlags beim zuständigen Ermittlungsrichter des Amtsgerichts in Stade stellen.

Schießerei in Stade: Ein Toter (23) – 28-Jähriger in Polizeigewahrsam

Der Beschuldigte soll sodann dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Stade vorgeführt werden, der über den Erlass des beantragten Haftbefehls entscheiden wird. Die beiden übrigen zunächst festgenommenen Personen wurden hingegen aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Sie sind nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht für das Tötungsdelikt bzw. das versuchte Tötungsdelikt verantwortlich. (jonu)

Polizisten mit Maschinenpistolen haben das Restaurant in Stade nach der Schießerei gestürmt
Polizisten mit Maschinenpistolen haben das Restaurant in Stade nach der Schießerei gestürmt © Sebastian Peters

Erstmeldung von Dienstag, 20. September 2022, 03:59 Uhr: Stade – Schießerei in Stade: Plötzlich peitschen Schüsse durch die Innenstadt von Stade (Niedersachsen). In der Nacht von Montag auf Dienstag, 20. September 2022, fallen Schüsse direkt am Stadthafen Stade. Ursache soll ein heftiger Streit gewesen sein, der wohl gegen 23:30 Uhr eskalierte. Großeinsatz der Polizei! Sämtliche Einsatzfahrzeuge der Polizei Stade werden alarmiert.

Auch Einsatzkräfte aus benachbarten Gebieten eilen zur Hilfe. Vor Ort trafen die Einsatzkräfte auf einen schwerst verletzten Mann. Trotz sofortiger Reanimation vor Ort wurde der 23-jährige Mann, der aus Stade stammt, im Krankenhaus für tot erklärt. Die Verletzungen am Oberkörper waren zu schwer.

Schießerei in Stade – ein Todesopfer, zwei weitere verletzt (28, 39)

Noch während den Rettungsmaßnahmen im Außenbereich eines Restaurants an der Straße „Am Salztor“ hörten Polizisten weitere Schüsse. In circa 800 Meter Entfernung, im Harschenflether Weg, werden die Beamten nach der Schießerei in Stade fündig. Zwei Passanten hatten einen schwer verletzten Mann auf dem Boden fixiert. Neben dem vermutlichen Täter, eine Schusswaffe mit Schalldämpfer. Ob diese Waffe aber auch die Tatwaffe ist, muss zuerst ermittelt werden.

Der Streit ist im Außenbereich des Restaurants eskaliert. Hier soll auch mindestens ein Schuss gefallen sein.
Der Streit ist im Außenbereich des Restaurants eskaliert. Hier soll auch mindestens ein Schuss gefallen sein. © Sebastian Peters
In weißen Schutzanzügen haben Ermittler am Tatort ihre Arbeiten aufgenommen
In weißen Schutzanzügen haben Ermittler am Tatort ihre Arbeiten aufgenommen © Sebastian Peters

Sofort wird der Mann von den Polizisten verhaftet und abgeführt. Der schwerverletzte Mann, der ebenfalls aus Stade kommt, wurde mit einem Rettungswagen unter der Begleitung der Polizei in ein Krankenhaus befördert. Eine weitere verletzte Person, ebenfalls ein Mann, wurde wenig später hinter einem Industriegebäude in der gleichen Straße entdeckt. Auch er kam in ein Krankenhaus.

Schießerei mit einem Toten: Polizei Stade durchsucht weitere Häuser – Innenstadt wieder freigegeben

Nachdem die Rettungsmaßnahmen an beiden Tatorten abgeschlossen wurde, hatten schwer bewaffnete Polizisten beide Häuser durchsucht. Man wollte sichergehen, dass sich dort keine weitere Person verschanzt hat oder verletzt wäre, so der Pressesprecher der Polizei.

Gegen 3:00 Uhr konnten Teile der Innenstadt wieder freigegeben werden. Die Ermittlungen an den beiden „Hauptorten“, im Außenbereich des Imbisses an der Straße „Am Salztor“ und auf dem Vorplatz eines Baustoffhandels am „Harschenflether Weg“, dauerten auch noch um 10 Uhr an.

Eine Patronenhülse liegt im Außenbereich des Restaurants
Eine Patronenhülse liegt im Außenbereich des Restaurants © Sebastian Peters

Auch auf dem möglichen Fluchtweg des Schützen haben Einsatzkräfte der Polizei Blutspuren gesichert. Dafür war die „Wasser O“ Straße für kurze Zeit gesperrt. Dort haben Kriminalpolizisten mehrere Bluttropfen entdeckt. Weitere Einzelheiten sind bislang nicht bekannt. Ebenfalls ist noch völlig unklar, um was es bei dem heftigen Streit geht. Die Spurensicherung wird noch bis in die Mittagsstunden mit ihren Arbeiten beschäftigt sein. Unter anderem muss mindestens eine Patronenhülse im Außenbereich des Restaurants gesichert werden.

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