Tödliche Schüsse

Schießerei in Hannover: Verdächtiger hat sich der Polizei gestellt

Nach einer Schießerei vergangene Woche in Hannover hat sich am Montag ein Verdächtiger der Polizei gestellt.

Update vom 07. Juni um 18:30 Uhr: Der mutmaßliche Todesschütze von Hannover, Rinor Z., hat sich am Montag der Polizei gestellt. 

Ursprüngliche Meldung vom 07. Juni um 13:57 Uhr: Hannover/Langenhagen –  Nach den tödlichen Schüssen aus einem fahrenden Auto auf den 30-jährigen Kosovo-Albaner Armin N. in der Innenstadt Hannovers läuft die Fahndung nach einem Verdächtigen. Es habe keine Festnahme gegeben und der Verdächtige habe sich auch nicht gestellt, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover am Montag. „Wir haben eine bestimmte Person im Verdacht, die wir suchen.“ Die Hintergründe seien nach wie vor unklar.

Stadt in Niedersachsen:Hannover
Fläche:204,14 Quadratkilometer
Einwohner:536.925 (Stand: 31. Dezember 2019)
Vorwahl:0511
Oberbürgermeister:Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen)

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll es sich bei dem Flüchtigen um Bauunternehmer Rinor Z. aus Langenhagen handeln. Dessen Anwalt hatte zwischenzeitlich angekündigt, dass der Verdächtige sich stellen wolle, was er bis zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht getan hat. Gegen Z. wird derzeit vonseiten der Staatsanwaltschaft wegen Totschlags ermittelt. Ein Haftbefehl wurde inzwischen gegen den mutmaßlichen Todesschützen erlassen.

Schießerei in Hannover: Familie des mutmaßlichen Schützen fürchtet Racheakte

Wie die „Bild“-Zeitung schreibt, sind Frau und Kind von Z. untergetaucht. Unter Berufung auf einen Insider schreibt das Blatt, dass die Familie sich vor Racheakten fürchte: „Ehe er sich stellt und möglicherweise in U-Haft geht, muss der Schutz seiner Angehörigen gewährleistet sein. Vorstellbar, dass im Hintergrund Gespräche mit der anderen Familie laufen.“

Im Anschluss an eine Schießerei ließ die Staatsanwaltschaft noch am vergangenen Donnerstag von Spezialkräften der Polizei Hannover Wohnungen durchsuchen.

Wie die „Bild“-Zeitung weiter berichtet, soll der tödlichen Auseinandersetzung auf der Kreuzung am ehemaligen Hauptgüterbahnhof ein zufälliges Aufeinandertreffen der Kontrahenten vorausgegangen sein. Wenige Wochen zuvor sollen die Bauunternehmer Rinor Z. und Nasko M., Schwager und am Tattag Beifahrer des getöteten Armin N., aneinandergeraten sein. Dabei soll es sich laut dem Bericht um die Verteilung von Geld nach einem abgeschlossenen Projekt gedreht haben. Es soll um mehrere hunderttausend Euro gehen. Bei einer handfesten Auseinandersetzung sollen Nasko M. vier Zähne ausgeschlagen worden sein.

Schießerei in Hannover: Spezialeinsatzkommando stürmt Wohnung des mutmaßlichen Schützens

Im weiteren Verlauf soll Nasko M. Todesdrohungen ausgestoßen haben, die dazu führten, dass Rinor Z. sich diesbezüglich bei der Polizei gemeldet habe – allerdings ohne Schutz erhalten zu haben. Auch seine Wohnung habe Rinor Z. seit der Auseinandersetzung nur noch bewaffnet verlassen.

Am Donnerstagabend vergangener Woche stürmte bereits ein Spezialeinsatzkommando der Polizei Hannover die Wohnung von Rinor Z. an der Walsroder Straße in Langenhagen. Der Gesuchte konnte allerdings nicht angetroffen werden. Man habe Beweismittel sichern können, so die Polizei.

Laut NDR wurde bereits vor vier Jahren gegen das 30-jährige Opfer wegen Totschlags ermittelt. Armin N. hatte damals einen 25-jährigen Mazedonier erschossen und sich danach der Polizei gestellt. Das Verfahren wurde damals eingestellt, weil die Staatsanwaltschaft von Notwehr ausging. N. erhielt lediglich eine Bewährungsstrafe, weil er gegen das Waffengesetz verstoßen hatte. Laut „Bild“-Zeitung drehte sich der Streit damals um eine Frau. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Fernando Martinez/dpa

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