Salzlieferant produziert rund um die Uhr: Städte noch versorgt

+
Streusalzlager in Köln

Hannover - Vereiste Straßen und Gehwege lassen den Verbrauch an Streusalz ansteigen wie schon lange nicht mehr. „In den vergangenen Wochen hatten wir exorbitant hohe Nachfragen“, sagte der Sprecher des Salzlieferanten esco, Holger Bekemeier, am Donnerstag in Hannover.

Mit einem Schaufelinhalt von bis zu 20 Tonnen nehmen Lader gelöstes Salz im Grubenbetrieb Bernburg auf und bringen es zu Brecheranlagen.

Viele Kommunen in Niedersachsen und Bremen haben sich zumindest so gut eingedeckt, dass sie über den Jahreswechsel kommen, ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Da sich bei vorübergehend ansteigenden Temperaturen und Regen gefährliches Glatteis bilden kann, ist unter anderem in Braunschweig bis Montag auch Bürgern erlaubt, auf Gehwegen Salz zu streuen. Sand und abstumpfende Mittel seien für die Umwelt immer besser, betonte der Sprecher der Stadt Celle, Wolfgang Fischer. Der Einsatz von Streusalz solle nur das letzte Mittel sein, meinte der Stadtsprecher in Oldenburg. In Bremen ist das Streuen von Salz grundsätzlich nicht verboten, außer in Grünanlagen und in der Nähe von Bäumen. „Wir raten allerdings den Bürgern aus Gründen des Natur- und Tierschutzes davon ab, Salz zu streuen“, erklärte der Sprecher des Verkehrsressorts am Donnerstag.

Auch in vielen Gemeinden wird Salz sparsam eingesetzt. Trotzdem wird es in einigen Orten knapp. „Wir leben von der Hand in den Mund, aber 40 Tonnen Salz werden uns über den Jahreswechsel retten“, sagte der Sprecher der Stadt Celle. Auch im Landkreis Lüneburg ist der Bedarf an Streusalz nach Angaben von Sprecherin Katrin Peters über den Jahreswechsel sichergestellt.

Winter in Niedersachsen

Niedersachsen trägt Schnee-Weiß

 Im Kreis Osnabrück werden die Salzvorräte aber langsam knapp. „Es wird eng“, sagte Sprecher Jürgen Menkhaus. „Auf ganz normalen Strecken schränken wir deshalb ein, an gefährlichen Stellen wird weiterhin gestreut.“ Es sei noch nicht klar, wann der Kreis Nachschub bekommen werde. „Jeden Tag liefern wir mehrere 10.000 Tonnen Salz.“ Um die im Vergleich zum vergangenen Winter mehr als dreimal so hohe Nachfrage zu befriedigen, werde rund um die Uhr produziert, sagte esco-Sprecher Bekemeier. Außerdem seien noch zwei zusätzliche Produktionsstätten geöffnet worden. Salz komme auch aus Chile und den USA.

In Oldenburg sind gerade drei neue Lastwagen-Ladungen Streusalz eingetroffen. Insgesamt stehen derzeit 200 Tonnen zur Verfügung. „Das reicht bis zum Beginn des nächsten Jahres“, sagte ein Stadtsprecher am Donnerstag. Ende der ersten Januarwoche werde die nächste Lieferung erwartet. „Nur wenn es jetzt noch einmal ganz viel Blitzeis und Schnee geben sollte, könnte es eng werden“, erklärte er.

 In Bremen werden die Streusalzvorräte noch nicht knapp. „Wir haben ausreichend Salz, um Autobahnen, Bundesstraßen und die wichtigsten innerstädtischen Zufahrtsstraßen frei zu halten“, sagte der Sprecher des Verkehrsressorts. „Bei den Autobahnen schließen wir uns allerdings dem Verfahren in Niedersachsen an und streuen nur die rechten Spuren.“

Auch in Lüneburg und Wolfsburg haben die Stadtverwaltungen vorgesorgt. Die Wolfsburger Abfallwirtschaft und Straßenreinigung setze das Streusalz sehr gezielt und sparsam ein, sagte Pressesprecher Ralf Schmidt.

Quelle: kreiszeitung.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare