Bundesratspräsident Weil spricht mit Papst über Flüchtlingsprobleme

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Bundesratspräsident Stephan Weil auf dem Weg nach Rom.

Vatikanstadt (dpa/lni) - Papst Franziskus hat sich bei einer Privataudienz von Bundesratspräsident Stephan Weil im Vatikan für eine humanere europäische Flüchtlingspolitik ausgesprochen. Franziskus habe ihn darauf hingewiesen, dass die europäischen Regierungschefs die Tür nach Europa „klug öffnen müssten“, sagte der niedersächsische Ministerpräsident Weil (SPD) am Montag nach dem rund 26-minütigen Treffen im Apostolischen Palast.

Die aktuelle Situation der Flüchtlinge bewege den Papst sehr. „Ich habe seine Aussagen als Appell empfunden, dass wir mit den Anstrengungen zur Integration nicht nachlassen dürfen. Dem kann man nur zustimmen“, sagte Weil. Generell empfinde er das Treffen mit Franziskus als „besondere Freude und Ehre“, betonte Weil. „Der Papst ist ein sehr beeindruckender Gesprächspartner.“ Franziskus habe „eine natürliche Freundlichkeit, „ein Gespräch mit ihm ist sehr ruhig aber auch sehr eindringlich. Es wird mir sicher immer in Erinnerung bleiben.“

Darüber hinaus habe er sich mit dem Papst über die immer schneller werdende Kommunikation ausgetauscht. „Dazu passte unser Geschenk, das Faksimile eines Briefes des Jesuitenpaters Jouachim Bouvet aus dem Jahr 1701 an Gottfried Wilhelm Leibniz.“ Der in Peking verschickte Brief auf chinesischem Seidenpapier hatte mehrere Jahre gebraucht, seinen Empfänger in Deutschland zu erreichen. Auf die ursprünglich für den späten Nachmittag geplanten Treffen mit dem italienischen Präsidenten Giorgio Napolitano und Regierungschef Matteo Renzi musste Weil dagegen verzichten.

Beide Politiker konnten sich wegen aktueller Termine nicht mit Weil treffen. Die Romreise ist Weils vorerst letzter Auslandstermin als Chef der Länderkammer. Turnusmäßig endet seine Amtszeit am 31. Oktober. Weil wird aber bereits bei der Feier zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober inHannover das Amt symbolisch an seinen Nachfolger, den hessischen Regierungschef Volker Bouffier (CDU) übergeben.
dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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