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Hunderte wütende Bauern rollen heute aus Niedersachsen Richtung Niederlande

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Von: Fabian Raddatz

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Hunderte wütende Bauern rollen heute Richtung Niederlande
Landwirte sind heute Morgen in Oyten bei Bremen gestartet. Ihr Ziel: die Ortschaft Heede an der deutsch-niederländischen Grenze. © Nord-West-Media

Hunderte Landwirte aus Niedersachsen und Bremen sind heute mit ihren Traktoren in Richtung Niederlande gerollt. Start war in Oyten bei Bremen.

Niedersachsen/Bremen – Jetzt läuft die Solidarität der deutschen Landwirte mit ihren niederländischen Berufskollegen so richtig an! Nachdem in den vergangenen Tagen Bauern wiederholt auf nordwestdeutschen Autobahnbrücken ihre Traktoren „geparkt“ hatten – jedoch ohne den Verkehr zu behindern – zieht es die Protestler auf Einladung der Initiative „Land schafft Verbindung“ nun direkt an die Grenze, berichtet das Nachrichtenportal Nord-West-Media.

Deutlich über hundert Landwirte aus Niedersachsen und Bremen haben ihre Teilnahme zugesagt. Start war heute Morgen pünktlich zum Sonnenaufgang in Oyten. Die ersten 30 Traktoren rollten um 05:30 Uhr los. Auf dem Weg in Richtung Westen werden sich an vielen Treffpunkten weitere Landwirte der Protestfahrt anschließen. Es wird mit Hunderten Teilnehmern gerechnet. Zur Mittagszeit wird der Korso an der Grenze – in der Ortschaft Heede – erwartet. Wie es dort weitergeht: unklar!

Doch nicht nur aus Solidarität mit den Berufskollegen, auch aus Angst vor ähnlichen Auflagen sind die deutschen Bauern heute losgerollt. Zudem seien es in Deutschland die niedrigen Milch- und Fleischpreise in den Discountern sowie immer neue Vorschriften, die den Hofbesitzern das Leben schwer machen würden. So senkte Aldi etwa zuletzt die Fleischpreise, mit der Folge, dass Schweinehalter weiter in die Krise schlittern.

Landwirte aus Bremen und Niedersachsen schließen sich Bauern-Protest in den Niederlanden an: Darum geht’s

Die Bauern in den Niederlanden sind derzeit alles andere als gut drauf. Als „not amused“ würde man den Zustand wohl mit einer netten Formulierung umschreiben. Selbst das wäre irgendwie noch geschönt. Denn seit Wochen gibt es in Deutschlands Nachbarland – hier hat die Zahl der Corona-Proteste abgenommen – Bauernproteste. Die Bauern in den Niederlanden – das Land ist so groß wie Niedersachsen – machen ihrem Unmut über geplante Umweltauflagen Luft. Jetzt sind genau diese Bauernproteste eskaliert, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten.

Laut der niederländischen Polizei sei die Lage bei den Bauernprotesten äußerst bedrohlich geworden. Daher hätten sie bei den Protesten der Bauern sowohl Warnschüsse abgegeben als auch gezielt geschossen. Die Bauern sollen demnach in Heerenveen auf die Polizisten und deren Fahrzeuge zugesteuert sein. Daraufhin habe die Polizei dann geschossen. Dabei soll mindestens ein Traktor, der an den Bauernprotesten beteiligt war, getroffen worden sein. Verletzte habe es nicht gegeben, allerdings sind im Rahmen der Bauernproteste in den Niederlanden nach der Eskalation in Heerenveen drei Personen festgenommen worden.

Wie zdf.de berichtet, ist die Emission von schädlichen Stickstoff-Verbindungen in den Niederlanden seit Jahrzehnten zu hoch. Als Konsequenz daraus hat die niederländische Regierung nun festgelegt, dass die Stickstoff-Emission national bis 2030 um rund 50 Prozent reduziert werden muss. Bei Naturgebieten sind es sogar mehr als 70 Prozent. Laut Behördenangaben ist vor allem die Viehzucht für das Stickstoffproblem verantwortlich.

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