Drei Modelle im Verkauf

Reizthema Corona-Selbsttest: Das Versagen des Jens S. ?

Ab März soll es nun Corona-Schnelltests für Laien geben. Drei Hersteller dürfen dann ihre Selbsttests in Deutschland verkaufen. Dies müssen die Benutzer bei der Auswertung beachten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Kritik am Tempo der Zulassung von Corona-Selbsttests in Deutschland zurückgewiesen. Die ersten drei solchen Tests sollen nach erfolgter Freigabe in den nächsten Tagen in Apotheken und Drogeriemärkten frei zu kaufen sein.

BundeslandNiedersachsen
Gründung1. November 1946
nächste Landtagswahl2022 (geplant)
Bevölkerung7,982 Millionen (2019)

In Deutschland sollen Kits in den Handel kommen, mit denen man sich selbst testen kann. Dafür müssen bei diesen Produkten Proben mit einem Abstrich im vorderen Nasenbereich genommen werden. In anderen Ländern sind Tests schon seit längerer Zeit auf dem Markt. Spahn erklärte dies damit, dass die Zuverlässigkeit genau geprüft werden müsse. Im ZDF-Heute Journal sagte er: „Zu viele falsche Ergebnisse können fatale Folgen haben.“ Untersuchungen haben gezeigt, dass die Testergebnisse durch Privatpersonen bei richtiger Anleitung vergleichbar mit der Entnahme durch medizinisches Personal seien. 

FDP-Generalsekretär Volker Wissing sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, mit Selbsttests könnten auch Besuche in Restaurants und Fitnessstudios wieder möglich werden. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sieht in den Selbsttests eine Möglichkeit, zeitnah zur Normalität zurückkehren. „Unsere Betriebe dürfen nicht einen Tag länger als unbedingt notwendig geschlossen sein“, sagte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges.

Corona-Schnelltests für Bremer Schulen

Einige Bundesländer wollen nicht auf die Bundesregierung warten. Bremen will laut Claudia Bogedan, Senatorin für Kinder und Bildung, eine Million Selbst-Schnelltests beschaffen, um neben den Beschäftigten auch allen zirka 74.000 Schülern eine regelmäßige Testmöglichkeit zu bieten. Die Bremer Linken Abgeordnete Miriam Strunge twittere dazu: „Wenn die Opposition nur meckert, weil sie Opposition ist. Was ist denn daran schlecht, dass die Bildungssenatorin #Schnelltests für Schüler*innen in #Bremen bestellt? Anstatt auf den Bund zu warten, wird hier gehandelt.“

Die Stadt Hildesheim wird für zwei bis drei Wochen Corona-Schnelltest für das Kita-Personal kaufen. Der Abstrich erfolgt durch mobile Testteams. Danach soll die vom Bund angekündigte Möglichkeit der kostenlosen Schnelltestung für alle zur Verfügung stehe.

Corona-Selbsttests für Laien von Experten beurteilt

Das Onlineportal der Fachzeitschrift PTHheute hat die Corona-Selbsttests für Laien unter die Lupe genommen. Zugelassen sind zwei chinesischer Test und einer aus den USA, schreiben sie. Bei allen drei wird der vordere Nasenraum zur Probenentnahme genutzt. Dazu wird ein Tupfer in die Nasenhöhle gesteckt und mehrmals gedreht. Anschließend wird das Stäbchen durch eine Vertiefung in eine Testkarte geschoben und ein Verdünnungsmittel dazugegeben. Nach Falten der Testkarte ist diese verklebt und das Ergebnis kann nach 15 Minuten abgelesen werden.

Selbsttests sind bald für alle frei verfügbar. Auch in Discountern werden sie angeboten.

Ein positives Selbst-Schnelltest-Ergebnis in Kombination mit entsprechenden Symptomen gilt als relativ sicher. Auch das Gegenteil, also ein negativer Test kann eine Infektion für den Moment mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen. Die Voraussetzung ist: Das er eine hohe Sensitivität hat. Wichtig: Es handelt sich immer nur um eine Momentaufnahme. Es kann vorkommen, dass eine infizierte Person zunächst ein negatives Testergebnis erhält. Am nächsten Tag kann dann bei gestiegener Viruslast ein positives Ergebnis vorliegen.

Ein negatives Testergebnis darf nicht als absolute Sicherheit verstanden werden. Es gelten natürlich weiterhin die Schutzmaßnahmen wie Abstand halten oder das Tragen von Masken.

Corona-Schnelltest für Laien muss sicher sein

Die nun zugelassenen und alle noch folgenden Schnelltests für Laien müssen den geforderten Mindestkriterien für Antigenschnelltests entsprechen. Dazu gehört beispielsweise eine Sensitivität von mehr als 80 Prozent und einer Spezifität von über 97 Prozent. Die Sensitivität beschreibt den Anteil der positiv getesteten Personen innerhalb einer Gruppe von tatsächlich Infizierten. 96 Prozent Sensitivität bedeutet also, dass 96 von 100 Corona-Infizierten mithilfe des Antigentests als positiv erkannt werden. Die vier restlichen Personen bekommen allerdings ein falsch negative Ergebnis, obwohl sie infiziert sind.

Bei der Spezifität ist es andersherum - geht es also um den Anteil falsch positiver Ergebnisse. Der Test wird dazu an gesunden Personen durchgeführt. Bei einer Spezifität von 97 Prozent erhalten somit 97 Personen ein negatives Ergebnis. Drei Personen dagegen bekommen dagegen ein positives Ergebnis, obwohl sie gesund sind.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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