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Gaskrise in Deutschland: Damit müssen Kunden im Norden jetzt rechnen

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Von: Fabian Raddatz

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Bundesregierung ruft zweite Alarmstufe des Notfallplans Gas aus
Die Bundesregierung hat die Konsequenz aus den verringerten Gaslieferungen aus Russland gezogen und die Alarmstufe im Notfallplan Gas ausgerufen. Für Verbraucher bedeutet das höhere Kosten. © Jens Büttner/dpa

Russland drosselt die Energie-Lieferungen und Deutschland schlittert in eine Gaskrise. Womit jetzt Kunden im Norden rechnen müssen.

Oldenburg/Bremen – Nach der drastischen Verringerung der Gaslieferungen durch Russland hat die Bundesregierung die Alarmstufe im Notfallplan Gas ausgerufen. „Gas ist von nun an ein knappes Gut in Deutschland“, sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck, der die jetzige Situation eine „angespannte, ernste Lage“ nannte. Die Gaskrise in Deutschland ist da, eine Gasknappheit 2022 droht.

Auch Verbraucher im Norden bekommen das zu spüren – und müssen nun mit drastischen Preiserhöhungen rechnen. Einigen Verbrauchern droht gar eine Verdreifachung der Gaspreis-Rechnung. So kündigte das Bremer Versorgungsunternehmen SWB an, die Gaspreise voraussichtlich im Winter erhöhen zu wollen. Damit reagiere man auf steigende Einkaufspreise, so der SWB-Vorstand Torsten Köhne bei einer Pressekonferenz.

Gaskrise in Deutschland: SWB in Bremen erhöht die Preise ab Juli

Dabei steht die erste Preiserhöhung wegen der Gaskrise in Deutschland nun schon ab 1. Juli an: 20 Prozent mehr müssen dann SWB-Kunden für Erdgas zahlen. Mindestens weitere 20 Prozent Preisaufschlag würden dann im Winter folgen.

Der Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte sieht die Gasversorgung für Verbraucher im kleinsten Bundesland vorerst als sicher an. Es gebe eine Störung der Versorgungslage, aber nicht der Versorgungssicherheit, sagte der SPD-Politiker. Bovenschulte und Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne) riefen Bürger und Bürgerinnen und die Wirtschaft auf, ab sofort möglichst viel Gas und Strom zu sparen. „Alles, was jeder einzelne im Moment einspart, hilft dabei, die Gasspeicher zu füllen“, sagte Schaefer. Die Speicher in Deutschland seien derzeit zu 60 Prozent gefüllt, bis zum Herbst müssten es 90 Prozent sein. Auch Umweltminister Habeck kündigte jetzt an, schneller duschen zu wollen.

Gaspreise steigen – Wegen Gaskrise in Deutschland zieht EWE aus Oldenburg Preise für Gas an

Der Energieversorger EWE beliefert rund 700.000 Kunden in Brandenburg, Polen und Nordwestdeutschland mit Erdgas und ist einer der wichtigsten Anbieter in der Region. Bereits vor Wochen, zu Beginn des Ukraine-Krieges, hatte das Oldenburger Unternehmen angekündigt, die Preise erhöhen zu wollen. Schuld daran ist die drohende Gaskrise in Deutschland 2022.

Gasversorgung in Deutschland: EWE erhöht in der Grund- und Ersatzversorgung die Preise

Der Preis für Erdgas würde für Kunden in der Grund- und Ersatzversorgung ab dem 1. Juli 2022 steigen, so EWE an. Konkret hieße das: Die Kilowattstunde steigt im Preis auf 13,17 Cent brutto, das sind 3,11 Cent mehr als bisher. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das rund 52 Euro mehr im Monat für Gas. Eine satte Steigerung von knapp 30 Prozent. Die Preisanhebung betreffe rund ein Fünftel der Kunden, teilte EWE mit.

Kunden mit sogenannten Laufzeitverträgen seien aber bis zum Ende der Laufzeit nicht von den Erhöhungen betroffen, heißt es. Auch sei aufgrund des Lieferstopps einiger Energieanbieter eine sehr hohe Anzahl zusätzlicher Kunden in der Grundversorgung dazu gekommen. Nun müsse weiter zu derzeit hohen Kosten am Markt eingekauft und in den Preisen berücksichtigt werden.

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