Punker bei Vorfall in Delmenhorst verletzt

Razzia nach Überfall bei Neonazi-Konzert

Niedersachsen - Von Michael KrügerDELMENHORST · Fünf Tage nach dem Übergriff auf einen 21-jährigen Punker nach einem Neonazi-Konzert in Delmenhorst hat die Polizei gestern die Räume der Gaststätte „Die Szene“ durchsucht. Konkrete Ergebnisse teilten die Beamten nicht mit.

Laut Berichten von Augenzeugen und Medien soll es nach einem erst am Samstagnachmittag von Pirmasens nach Delmenhorst verlegten, weitgehend geheimen Konzert der Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ vor der Kneipe zu dem Übergriff auf den von einer Party nach Hause gehenden Mann gekommen sein. „25 größtenteils mit Baseballschlägern bewaffnete ‚Kategorie C.‘-Symphatisanten“ hätten eine Gruppe alternativer Jugendliche angegriffen und seien „immer wieder auf den Köpfen herumgesprungen“, heißt es in einer Mitteilung aus der Bremer Antifa-Szene. Die Polizei Delmenhorst bestätigte, dass sie erst nach Medienberichten dem Vorfall nachgegangen sei, mittlerweile eine Ermittlungsgruppe gebildet habe und gestern die Räume des Veranstaltungsortes durchsuchte. Einzelheiten gab Polizeisprecher Mathias Kutzner jedoch nicht bekannt. Fakt sei aber, dass der 21-Jährige mit schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus liege. Ob die Täter Besucher des Konzerts waren, werde nun untersucht.

Der Verfassungsschutz bestätigte, Kenntnis von dem Konzert gehabt zu haben. Auch die Polizei vor Ort sei informiert gewesen. Noch am Mittwoch hatte es jedoch in Delmenhorst geheißen: Von einem Auftritt der Hooligan-Band sei nichts bekannt. Wie es zu diesen gegensätzlichen Informationen kommen konnte, will nun die Linksfraktion von der Landesregierung wissen. „Polizei und Verfassungsschutz haben von dem Konzert gewusst – deshalb ist es völlig unverständlich, dass es zu diesem Übergriff kommen konnte“, kritisiert Pia Zimmermann, innenpolitische Sprecherin der Linken. · mk

Quelle: kreiszeitung.de

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