Bürger in Völkersen sind besorgt

Quecksilber am Erdgasfeld

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Wie gefährlich sind die Quecksilberfunde entlang des Pipelinesystems am Erdgasfeld Völkersen? Die Meinungen von Betreiber und Bürgerinitiative gehen weit auseinander. ·

Völkersen - Die Bürgerinitiative (BI) „No Fracking“ in Völkersen im Kreis Verden will Klarheit über mögliche Quecksilberbelastungen auf einem Erdgasfeld. Man habe in einem Schreiben das Landesbergamt (LBEG) zu weiteren Untersuchungen aufgefordert, sagte der Sprecher BI, Thomas Vogel. Die Behörde hatte in Bodenproben Quecksilber in geringen Mengen festgestellt, die aber unbedenklich seien.

Die Initiative habe ein Rohrstück aus dem Erdgasfeld von einem eigenen Labor und dem Landesbergamt untersuchen lassen, sagte Vogel. „Eine Gefahr für Mensch und Umwelt kann aus den Untersuchungsergebnissen nicht abgeleitet werden“, heißt es in dem Schreiben des LBEG an die Bürgerinitiative. Ein Behördensprecher teilte mit, dass Quecksilber im Grundwasser nicht nachgewiesen worden sei und in den Bodenproben nur deutlich unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes.

RWE Dea weist

Vorwürfe zurück

Trotzdem ist die BI besorgt. Denn das „in nicht geringer Konzentration“ quecksilberhaltige Lagerstättenwasser werde wieder in den Boden verpresst. Diese Entsorgung ohne Aufbereitung sei nicht zu verantworten und müsse sofort gestoppt werden.

Bislang war bekannt, dass bei Kunststoffrohren für den Transport von Lagerstättenwasser giftiges Benzol aus den Leitungen ins Erdreich gelangt war. Der Betreiber der Gasförderstätte, RWE Dea, hatte daraufhin im vergangenen Jahr das Rohrsystem abgeschaltet und mit der Bodensanierung begonnen. Das von der Initiative untersuchte Rohrstück gehört zu diesem System. Lagerstättenwasser fällt bei der Förderung von Erdgas an.

„Die Spekulation, dass Quecksilber im großen Stil entlang des Pipelinenetzes aufgetaucht wäre, entbehrt jeder Grundlage“, sagte der Sprecher von RWE Dea, Uwe-Stephan Lagies. Es sei nie ein Hehl daraus gemacht worden, dass Lagerstättenwasser Spuren von Quecksilber enthalte. Es komme aber nur in sehr geringen Mengen vor. In keiner der mehr als 1 000 aus dem Umfeld der Leitungen entnommenen Wasserproben sei Quecksilber oberhalb der Nachweisgrenze im Grundwasser festgestellt worden. In den Bodenproben seien zudem lediglich in drei von 140 Fällen geringe Gehalte des hochgiftigen Stoffes gefunden worden. Der von der BI geforderte Verzicht auf die Verpressung des Lagerstättenwassers im Erdreich sei nicht nötig. Dieses Verfahren sei seit Jahrzehnten üblich, streng genormt und zugelassen, so Lagies. · dpa/mk

Quelle: kreiszeitung.de

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