Geschäftsmann erstickt bei Raubüberfall

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Angeklagte Alexander V.

Stade - Gefesselt, geknebelt und erstickt: Der Raubüberfall auf einen Geschäftsmann in der kleinen Gemeinde Oldendorf endete tödlich. Wegen des Verbrechens stehen jetzt zwei Männer in Stade vor Gericht. Doch die eigentlichen Räuber sind noch immer auf der Flucht.

Noch nicht einmal 12.000 Euro erbeuteten die Räuber im vergangenen Dezember, als sie ein Ehepaar in einer Doppelhaushälfte im beschaulichen Oldendorf bei Stade überfielen. 12.000 Euro, die den 50 Jahre alten Geschäftsmann das Leben kosteten. Seine Frau überlebte schwer verletzt.

Für das Verbrechen müssen sich seit Freitag zwei Männer im Landgericht Stade verantworten. Sie hatten den Überfall geplant und den Tätern geholfen. Die beiden Räuber befinden sich dagegen noch immer auf der Flucht. Ein 40-Jähriger aus dem etwa fünf Kilometer entfernten Himmelpforten hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Idee, den Zaunbauer aus der 3000-Einwohner-Gemeinde im Kreis Stade auszunehmen.

Er plante den Überfall, heuerte zwei Männer aus Weißrussland an und brachte sie nach dem Verbrechen auch wieder außer Landes. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm deshalb schweren Raub mit Todesfolge vor. Ein 36 Jahre alter Mann aus Oldendorf ist außerdem wegen Beihilfe angeklagt. Er soll den Räubern bei den Vorbereitungen für die Tat geholfen haben. Er zeigte ihnen das Haus des Geschäftsmannes und übte mit ihnen, wie sie das Paar mit Klebeband fesseln können.

Wie die Staatsanwältin bei der Verlesung der Anklage ausführte, klingelten die beiden Täter am Abend des 11. Dezember 2010 an der Tür des Doppelhauses. Die 51 Jahre alte Frau öffnete. Die Räuber sollen sie mit einer Waffe bedroht und in die Küche gedrängt haben. Der Mann wurde im Wohnzimmer überwältigt. Dann sollen die Räuber das Paar misshandelt haben, um an EC-Karten und Geheimnummern zu gelangen. Außerdem töteten sie den Dackel mit mehreren Messerstichen, damit die Nachbarn keinen Verdacht schöpften.

Einer der beiden Männer fuhr zu Bank und hob knapp 6000 Euro vom Konto des Paares ab. Dabei filmte ihn eine Überwachungskamera, was die Ermittler später auf die Spur der Täter brachte. Im Haus des Zaunbauers fanden die Räuber weitere 6000 Euro. Nach Erkenntnissen der Ermittler knebelten sie ihre Opfer und flüchteten mit der Beute.

Die 51-Jährige Frau konnte sich später selbst befreien und die Polizei rufen. Ihr Mann war da aber schon tot: Er war erstickt. Die beiden Angeklagten wollten sich am ersten Prozesstag nicht zu der Tat äußern. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben sie die gegen sie erhobenen Vorwürfe bei der Polizei weitgehend eingeräumt. Nach den beiden Haupttätern wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. „Die Chancen für eine Auslieferung sind eher schlecht“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Kai Thomas Breas. dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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