Positive Polizei-Statistik 2011: Aufklärung auf Höchststand

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Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann ( CDU) lächelt über die Kriminalitätsstatistik. Die Polizei hatte im vergangenen Jahr mit einer Aufklärungsquote von 62,9 Prozent die beste seit dem Bestehen des Landes Niedersachsen erreicht.

Hannover - Weniger Verbrechen und mehr aufgeklärte Fälle - die Statistik der Polizei für 2010 ist positiv. Um an das Geld der Menschen zu kommen, lauern Gauner seltener als früher auf der Straße. Sie versuchen es im Internet. Weiterhin Konjunktur haben Wohnungseinbrecher.

Die Zahl der Verbrechen in Niedersachsen sinkt auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren, und die Polizei ist bei der Aufklärungsarbeit so erfolgreich wie nie zuvor: Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hat am Montag in Hannover für 2010 eine Kriminalitätsstatistik mit vielen positiven Trends, aber auch Schattenseiten vorgelegt.

Rückläufig sind Körperverletzungen, Mord und Totschlag, Diebstähle sowie die Jugend- und Straßenkriminalität. Neben einem leichten Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen schnellte vor allem die Internetkriminalität um 55 Prozent in die Höhe. Hierbei geht es meist um Betrug, etwa durch das Ausspähen von Bankdaten.

„Wir haben eine hochmotivierte Mannschaft, eine gute Ausstattung und spielen in der Champions-League“, sagte Schünemann. Mit 62,9 Prozent habe die Aufklärungsquote einen Höchststand seit dem Bestehen des Landes Niedersachsen erreicht. Zugleich sank die Zahl der registrierten Straftaten auf 582.547 und damit den niedrigsten Stand seit 2001.

Zu den Erfolgen beigetragen hätten Fortbildungen der Beamten und die Ausstattung mit moderner Technik zur Spurensicherung und zum minutenschnellen Abgleich der Daten von Verdächtigen mit der Polizeidatenbank. Verstärkte Alkoholkontrollen unter anderem im Umfeld von Diskotheken hätten zum Rückgang der Zahl der Gewalttaten geführt, die Videoüberwachung fördere die Sicherheit auf den Straßen.

Entscheidend auch in Zukunft sei die Prävention und das wache Auge der Bevölkerung. „Es ist ganz wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger mithelfen, Zivilcourage ist ein wichtiger Faktor“, sagte Schünemann. Gerade bei Wohnungseinbrüchen - die Zahl stieg von 11.279 auf 11.844 Fälle - setze die Polizei auch auf Aufklärung. Einen Anstieg um rund zehn Prozent gab es bei häuslicher Gewalt: Im Vorjahr wurden etwa 14.700 Fälle bearbeitet. Dies hänge auch damit zusammen, dass Frauen - zumeist sind sie die Opfer - sich häufiger als früher trauten, ihren Mann anzuzeigen, erläuterte ein Ministeriumssprecher.

Vor eine neue Herausforderung stellt die Polizei unterdessen die Internetkriminalität. Ihr Anteil an den Straftaten stieg binnen eines Jahres von 5,3 auf 8,3 Prozent oder 48.275 Fälle. Dahinter steckten häufig kriminelle Netzwerke und Organisationen, die hochprofessionell mit „Hackern“ und „Virenautoren“ über Staatsgrenzen hinweg kooperierten, heißt es in der Kriminalstatistik.

Vor allem beim Online-Banking riet der Minister daher zu großer Vorsicht. Weil das Bundesverfassungsgericht den Zugriff der Polizei auf Telefon- und Computerdaten mit dem Urteil zur Vorratsdatenspeicherung blockiert hat, sehen die Fahnder sich unter anderem bei Ermittlungen zur Kinderpornografie ausgebremst. So seien Fahnder im Internet auf Bilder vom Missbrauch eines 11-Jährigen gestoßen, hätten den mutmaßlichen Täter aber nicht fassen können, weil die zur Identifizierung nötigen Computerdaten nicht mehr verfügbar waren.

Die Aufklärungsquote bei Kinderpornografie sei wegen der blockierten Daten in 2010 um 7,7 Prozent gesunken. Insgesamt hätten deshalb 567 Straftaten nicht aufgeklärt werden können, sagte Schünemann. „Das kann einen schon wütend machen.“

Quelle: kreiszeitung.de

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