Erneut Unfall

Autofahrer kracht in Kohltour-Gruppe: Zwei Verletzte

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Verkehrsunfall mit schwerverletzter Person einer Kohlfahrtgruppe

Ein Autofahrer ist am Samstagabend im Landkreis Wesermarsch in eine Gruppe von Kohlfahrern gefahren. Auf einem Weg erkannte er die unbeleuchtete Gruppe vermutlich zu spät.

Stadland - Ein 46 Jahre alter Autofahrer hat in Stadland (Landkreis Wesermarsch) eine achtköpfige Gruppe übersehen, die auf Kohltour war, und einen Mann angefahren. Ein 47-Jähriger wurde schwer und eine 40 Jahre alte Frau leicht verletzt, wie ein Polizeisprecher am Samstagabend sagte. 

Unfall bei Kohltour: Kriseninterventionsteam des Landkreises Wesermarsch vor Ort

Die Gruppe war auf einer Nebenstraße unterwegs. Der 46-Jährige wollte nach Angaben des Sprechers mit seinem Auto noch nach rechts auf einen Grünstreifen ausweichen, erfasste jedoch den 47-Jährigen. Der wurde wiederum gegen die Frau geschleudert, die sich verletzte.

Zur Betreuung der Kohlfahrtgruppe erschien das Kriseninterventionsteam des Landkreises Wesermarsch vor Ort. Darüber hinaus waren Kräfte der Feuerwehr Stadland und Rettungskräfte vor Ort.

Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit hat es in Niedersachsen bei einer Kohltour einen schweren Unfall gegeben

Kohltouren sind in Norddeutschland im Winter beliebt, der Schnaps fließt oft reichlich. Nun hat es bei so einer Tour erneut einen Unfall gegeben: Ein Auto fuhr in der Wesermarsch in eine Gruppe, die mit Bollerwagen unterwegs war. Sind die Menschen zu leichtsinnig?

Unfall mit Boßelgruppe im Emsland

Erst vor einer Woche hatte ein Autofahrer im Emsland mehrere Boßelspieler bei einer ähnlichen Tour mit seinem Wagen erfasst. Acht Teilnehmer erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen. Die Polizei im Ammerland verteilte deshalb am Wochenende kostenlose Warnwesten an die Teilnehmer von Kohltouren in Westerstede und Apen. Über 1000 Westen seien ausgegeben worden, um die Sicherheit und vor allem die Sichtbarkeit der Gruppen zu verbessern, hieß es am Sonntag von der Polizei in Westerstede.

Teilnehmer der Kohltour waren schlecht zu sehen in der Dunkelheit

Auch bei dem jüngsten Unfall in der Wesermarsch seien die Teilnehmer in der Dunkelheit schlecht zu sehen gewesen, sagte ein Polizeisprecher in Delmenhorst. "Grund für den Unfall war wohl eine Kombination aus schlechter Sicht des Autofahrers bei Dunkelheit und Regen, nicht angepasster Geschwindigkeit und einer extrem schlechten Kleidung der Fußgängergruppe." Außerdem verlaufe unmittelbar neben der kleinen Straße, auf der sich der Unfall ereignete, die Bundesstraße 437 - der Verkehr dort blende den Gegenverkehr auf der Nebenstraße. Der 46 Jahre alte Fahrer in Stadland habe zwar noch nach rechts auf einen Grünstreifen ausweichen wollen, dennoch habe er einen Mann erfasst, der wiederum gegen die Frau schleuderte, die Verletzungen erlitt.

Kohltouren in Niedersachsen beliebt

Kohltouren sind in Niedersachsen vor allem im Winter beliebt. Dabei unternehmen Gruppen mit einem Bollerwagen mit reichlich flüssigem Proviant einen Spaziergang, am Ende wird gemeinsam Grünkohl gegessen. Oft wird bei der Tour auch geboßelt, Hochburgen dieses Sportes in Niedersachsen sind Ostfriesland und das Oldenburger Land.

Doch professionelle Boßeler und Klootschießer schließen aus, dass bei ihnen Unfälle wie im Emsland oder jetzt in der Wesermarsch passieren könnten. Bei offiziellen Wettkämpfen würden strenge Sicherheitsregeln gelten, erklärte Johannes Trännapp, der Vorsitzende des Landesklootschießerverbandes Ostfriesland.

Warnwesten bei professionellen Boßelern vorgeschrieben

"Wir betreiben Boßeln nicht zur Freizeitgestaltung, sondern als Sport", sagt er. "Wir haben ganz klare Regeln. Da werden etwa zuvor Genehmigungen bei der Behörde für die jeweilige Straße eingeholt, wir spielen nur bei Tageslicht und guter Sicht." Bei Nebel und eintretender Dunkelheit müsse abgebrochen werden. "Warnwesten sind vorgeschrieben." Außerdem gelte bei den Wettkämpfen grundsätzlich Alkoholverbot.

Beim Boßeln muss eine Kugel mit möglichst wenigen Würfen auf einer Straße über eine zuvor festgelegte Strecke befördert werden. "Beim Klootschießen wird anders geworfen, es wird auch auf dem Feld gespielt", erklärte der Vorsitzende des Landesklootschießerverbandes.

"Vergleichbare folgenschwere Unfälle sind mir nicht bekannt", sagt Trännapp mit Blick auf den Unfall vor einer Woche. Zuletzt war im Dezember 2016 ein 19-Jähriger im Landkreis Aurich von einem Rollerfahrer beim Boßeln schwer verletzt worden.

Weitere Nachrichten aus Niedersachsen: Zwei Menschen sterben auf der Bundesstraße

Folgenschweres Überholmannöver auf der Bundesstraße 214 bei Nienburg am Samstagabend: Der Versuch, einen Linienbus mit einem VW-Transporter zu überholen, endet tödlich. Ein Mann und eine Frau sterben.

Verkehrsunfall mit sechs Verletzten - darunter zwei Kleinkinder

Zwei Kleinkinder im Alter von neun Monaten und zwei Jahren sind bei einem Auffahrunfall im Landkreis Emsland schwer verletzt worden. Zudem schwebt ein Erwachsener in Lebensgefahr und es gibt drei weitere Verletzte, wie die Polizei mitteilte.

Quelle: kreiszeitung.de

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