Polizei nimmt Hells Angels nach Erpressungsversuch fest

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Adelebsen - Mitglieder der Göttinger Hells Angels sollen versucht haben, von einem Mann 100.000 Euro zu erpressen. Zur Geldübergabe erschien jedoch auch die Polizei.

Nach dem Erpressungsversuch hat die Polizei Mitglieder der Hells Angels aus Südniedersachsen bei einer fingierten Geldübergabe festgenommen. Nach den bisherigen Ermittlungen sollen die Männer versucht haben, von einem 60-Jährigen aus dem Raum Hofgeismar in Nordhessen mit Drohungen 100 000 Euro zu erhalten. Vier Angehörige des Göttinger Clubs der Hells Angels und ein fünfter Mann wurden festgenommen, berichtete die federführende Staatsanwaltschaft Kassel am Dienstag.

Die beiden Hauptverdächtigen sollten am späten Dienstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden, sagte ein Sprecher. Bei den Festnahmeaktionen am Montag in Adelebsen im Kreis Göttingen und bei Hofgeismar war auch ein Spezialeinsatzkommando der Polizei im Einsatz. In den mutmaßlichen Erpressungsfall ist nach einer Einschätzung der Ermittler zumindest ein Drittel der Göttinger Hells Angels verwickelt. Dem vor zweieinhalb Jahren gegründeten sogenannten Charter gehören zwölf Mitglieder an, sagte eine Sprecherin des Göttinger Polizeipräsidenten Robert Kruse. Dazu komme eine unbestimmte Anzahl Unterstützer.

Bei der fingierten Geldübergabe am Wohnort des Erpressungsopfers seien am Montagnachmittag zunächst zwei 48 und 51 Jahre alte Männer festgenommen worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, Götz Wied. Der jüngere Mann wurde bei der Festnahme leicht verletzt. Am Abend durchsuchte die Polizei dann die Clubräume der Göttinger Hells Angels in Adelebsen. Dabei seien drei mutmaßliche Mittäter im Alter von 25, 27 und 31 Jahren festgenommen worden, sagte Staatsanwalt Wied. Nähere Angaben wollte er wegen des laufenden Verfahrens nicht machen. Das „Göttinger Tageblatt“ (Dienstag) berichtete, die Aktion der Polizei in Adelebsen habe mehr als drei Stunden gedauert.

Der Adelebser Ortsteil Güntersen war zuletzt wiederholt in die Schlagzeilen geraten, weil sich dort in einer Gaststätte führende Hells Angels aus ganz Deutschland zu Besprechungen getroffen hatten. In diesem Zusammenhang habe es zwar keine nennenswerten Straftaten gegeben, sagte Polizeipräsident Kruse. Wegen der Auftritte der Hells Angels herrsche im Ort aber ein Klima der Einschüchterung. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte in der vergangenen Woche im Landtag im Hinblick auf die Rockertreffen in Güntersen gesagt, das Land werde keine rechtsfreien Räume akzeptieren.

Die Polizeidirektion Göttingen ermittelt unterdessen unabhängig vom aktuellen Erpressungs-Verfahren gegen die Göttinger Hells Angels, weil sie auf ihrer Homepage im Internet ein verbotenes Symbol der Gruppierung verwendet haben.
dpa

Quelle: kreiszeitung.de

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